Mit Blood Money präsentiert uns das dänische Entwicklerstudio IO-Interactive nun schon den vierten Teil der Hitman-Reihe. Nachdem viele Fans vom geringen Umfang und den recycelten Missionen in Hitman: Contracts enttäuscht waren, wartet das Sequel mit ausgefallenen Features und neuer Grafik-Engine auf, um die Herzen der Hobby-Killer zurück zu erobern. Ob Teil vier, der im Herbst für PC, Xbox und PS2 erscheinen soll, auch hält was er verspricht, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Preview.
Die Konkurrenz schläft nicht!
Nach seiner spektakulären Flucht aus einem Pariser Hotel, im Stile von „Leon der Profi“, gerät 47 zwischen die Fronten eines blutigen Konkurrenzkampfes. Eine neue Agentur hat den Markt im Sturm erobert und 47´s Arbeitgeber, die ICA, verliert innerhalb kürzester Zeit einen Top-Agenten nach dem anderen. Ganz offensichtlich wurden seine Kollegen systematisch eliminiert, um den Wettbewerb zu schmälern. Bei den Vorbereitungen für seinen nächsten Auftrag, verliert 47 den Kontakt zu seiner Agentur. Um sich die Konsequenzen auszurechnen, braucht man nicht viel Fantasie: Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist er selbst die nächste Zielperson der Meuchelmörder. Um wieder einmal seiner Vergangenheit zu entkommen, taucht der glatzköpfige Profi in den USA unter.
Alte Features neu entdeckt!
Wie aus den Vorgängern gewohnt, beginnt jede Mission mit einem ausführlichen Briefing, in dem ihr alle Infos zur Zielperson und den Locations erhaltet. Anschließend könnt ihr euren Auftrag planen. Dazu wurde das aus Hitman: Codename 47 bekannte Waffen-Kaufsystem wieder eingeführt. In Hitman: Blood Money könnt ihr euch daher nicht nur aus einem Fundus von über 30 Mordwerkzeugen bedienen, sondenr eure Waffen auch aufrüsten. Je nachdem, für welche Updates ihr euch entscheidet, schwankt euer Ruf. Wer lautlos tötet, genießt bei den Kunden ein höheres Ansehen, als ein schneller Finger am Abzug. Als Beispiel für die über 50 Modifikationsmöglichkeiten, soll uns hier das berühmte W2000 dienen. Je nach Schwierigkeit eures Auftrags, könnt ihr erst einmal zwischen Nachtsicht-, Scharfschützen- und Super-Sniper-Zielfernrohr wählen. Unnötiges Nachladen verhindert ihr mit einem Magazin mit doppelter Munitionskapazität, oder einem modifizierten Abzug mit Halb- bzw. Vollautomatik oder dem angepasster Einzelschuss-Bolzenabzug für maximale Präzision. Diese erreicht ihr aber ebenfalls mit einem Kohlefaser-Gewehrlauf. Nicht fehlen darf hierbei ebenso der passende Schalldämpfer, den ihr euch nach Dezibel-Unterdrückung aussucht. Jedoch solltet ihr genau überlegen, in welche Updates ihr das sauer verdiente Geld investiert, denn längst nicht alle Items sind kompatibel zueinander. Kauft ihr beispielsweise Hochgeschwindigkeitsmunition, kann kein Schalldämpfer mehr angebracht werden. Hier gilt die Devise: Ausrüstung ist teuer und das Geld ist knapp, da ihr euch auch die Munition selbst kaufen müsst.
Die Yellowpress und ihre Folgen!
Ebenfalls aus dem ersten Teil der Hitman-Reihe übernommen, wurde das Honorar-System. Am Ende jeder Mission erhaltet ihr eine bestimmte Geldsumme, deren Höhe sich danach richtet, wie ihr den Auftrag erledigt habt. Hinterlasst ihr ein Blutbad, müsst ihr das schwer verdiente Geld dazu verwenden, Zeugen und Polizisten ruhig zu stellen, ein Cleaner-Team an den Tatort zu schicken oder Überwachungsvideos zu vernichten. Neben dem Geld bekommen auch die Medien im Spiel eine tragende Rolle. Die lokalen Tageszeitungen sind nämlich der Indikator für eure Tarnung. Richtet ihr ein Massaker an, prangt eure Tat am nächsten Tag auf der Titelseite. Je nachdem, wie viele Zeugen euch gesehen haben, findet sich daneben noch ein Phantombild oder ein Foto von 47. Das wiederum wirkt sich natürlich auf die Bevölkerung aus, die euch dann beim nächsten Auftrag misstrauischer beäugen wird. Auch die zukünftigen Opfer werden, angestachelt durch die reißerischen Titelstorys, ihre Sicherheitsvorkehrungen erhöhen. Lasst ihr euren Auftrag jedoch wie einen Unfall aussehen, findet sich im morgendlichen Skandalblatt nur ein kleiner Artikel, der keine Rückschlüsse auf euer Tun zulässt.
Putzlappen statt Hardballer!
Als dritte Neuerung versprechen IOI nun auch mehr Bewegungsfreiheit und mehr Lösungswege in den jeweiligen Levels. Klar, dass dazu auch neue Moves gehören. Das bekannte Schleichen und Verkleiden ist natürlich auch wieder mit von der Partie. Zusätzliche Bewegungen, wie über Kisten klettern, durch Fenster steigen oder Mauern erklimmen, beherrscht 47 nun ebenfalls. Weiterhin könnt ihr auch Wachen ablenken, indem ihr Steine nach ihnen werft. Werdet ihr mal in die Enge getrieben, könnt ihr die Personen im Spiel als Schutzschild benutzen oder sie lautlos und ohne viele Spuren, einfach von einer Brüstung stoßen (Sam Fisher lässt grüßen!). Um den Spielablauf nicht zu einfach zu machen, müsst ihr zusätzlich darauf achten, dass die gewählte Kleidung keine Blutflecken aufweist, da die Wachposten darauf reagieren und ihre Kollegen alarmieren. Das Gleiche gilt übrigens auch für Leichen. Ist eure Pistole zum Einsatz gekommen, solltet ihr beim Beseitigen der Spuren einen besonders aufmerksamen Blick auf den Boden werfen, weil eure Opfer Blutlachen hinterlassen. Und statt erledigte Wachen, wie in den Vorgänger-Teilen, einfach in eine dunkle Ecke zu schleifen, könnt ihr diese auch in Müllcontainern oder Kisten deponieren. Die lang ersehnte Online-Funktion kommt in Hitman: Blood Money ebenfalls zum Einsatz. Dabei handelt es sich zwar nicht um einen Multiplayer-Modus, aber Spekulationen zufolge, soll es ein Online-Rating-System geben.
Aktive Spielsucht-Bekämpfung!
Ähnlich wie Hitman: Contracts wartet Blood Money mit nur 13 Levels auf, in die ihr jedoch laut Entwickler bis zu 30 Spielstunden investieren werdet. Die erste Mission führ euch in einen Hotel- und Kasino-Komplex in Las Vegas. Ausgerüstet mit einem Scharfschützengewehr samt Koffer, geht es erst einmal zur Bar. Die Bardame verrät 47 die Zimmernummern beider Zielpersonen, doch da diese bewacht sind, kommt der direkte Weg nicht in Frage. Ein zweiter Weg führt euch zu den Fahrstühlen. Durch eine offene Luke klettert ihr nach oben. Den Wachmann, der anschließend die Kabine betritt, könnt ihr bequem von oben mit der Klaviersaite erledigen und euch so seiner Uniform bemächtigen. Ein Stockwerk höher, platziert ihr eine Bombe in einer Topfpflanze, die im weiteren Spielverlauf noch zum Einsatz kommen wird. Auf eurem Streifzug durchs Hotel trefft ihr schließlich auf eine betrunkene Frau, die 47 kurzerhand auf ihr Zimmer abschleppt. Dort bekommt ihr eine ganz private Tanzeinlage. Als ein genervter Hotelgast an der Tür klopft und sich über den Lärm beschweren will, rammt ihr ihm per Nahkampfattacke das Knie ins Gesicht. Diese effektiven Manöver löst ihr aus, wenn ihr gerade keine Waffe in der Hand haltet und die Aktionstaste drückt. Nun müsst ihr den Störenfried nur noch verschwinden lassen. Die betrunkene Herzensdame ist inzwischen eingeschlafen und ihr eilt mit dem Sniper-Gewehr bewaffnet, auf den Balkon. Da sich das Zimmer eures Opfers direkt gegenüber befindet, braucht ihr nur noch abzuwarten, bis der Gentleman auf seinen Balkon tritt, um etwas frische Luft zu schnappen. Opfer Nummer zwei erspäht ihr wenig später zusammen mit einer Frau durch eine nahe gelegene Balkontür. Die MP im Anschlag betretet ihr das Zimmer, wobei 47 die Waffe automatisch hinter seinem Rücken versteckt. Da ihr noch immer als Wachmann verkleidet seid, schöpfen die beiden keinen Verdacht, was es euch ermöglicht noch näher heranzugehen und schließlich die Frau als Geisel in den Schwitzkasten zu nehmen. Ein paar Schüsse mit der MP und die zweite Zielperson ist ebenfalls erledigt. Da die lauten Schüssn nicht unbemerkt geblieben sind, ist auf dem Gang inzwischen Panik ausgebrochen, diese verstärkt ihr noch, indem ihr Feueralarm auslöst. Haben sich genug potentielle Zeugen am rettenden Aufzug versammelt, zündet ihr einfach die vorher platzierte Bombe. Und damit ihr von diesem Spektakel auch noch etwas mitbekommt, wird die Explosion in einem Extra-Fenster am unteren Bildschirmrand eingeblendet. Dieses Fenster erscheint Beispielsweise auch, wenn Wachen auf eine nicht ordnungsgemäß versteckte Leiche stoßen. So habt ihr die neugierigen Zivilisten mit einem Schlag zum schweigen gebracht und könnt das Hotel seelenruhig verlassen.
Sanfte Klänge und harte Methoden!
Die zweite Mission spielt im berühmten Pariser Opernhaus L`Opera D`Orleans. 47 bekommt den Auftrag, einen Sänger und seinen Verbündeten zu eliminieren. Die beiden gehören zu den Drahtziehern eines osteuropäischen Kinderporno-Rings. Im Opernhaus angekommen, sehr ihr euch erst einmal nach möglichen Einstiegspunkten, wie offenen Fenstern im Erdgeschoß oder einem Zugang über das Dach, um. Nach kurzer Zeit erspäht ihr auch schon eine kleine Handwerkergruppe, die mit Renovierungsarbeiten beschäftigt ist. Alternativ könntet ihr euch auch als Touristenführer betätigen. Entscheidet ihr euch für die Handwerker, könnt ihr einen von ihnen während seiner Pause in ein Gespräch verwickeln und von der Gruppe weglocken. Mit einem schnellen Genickbruch bringen wir den jungen Mann zum schweigen, ohne Blutspuren zu hinterlassen. Danach noch dessen Klamotten übergestreift und fertig ist die perfekte Tarnung. In der Handwerkerverkleidung begebt ihr euch in den Opernsaal, wo die Zielperson gerade mit ihrem Gesangstraining beschäftigt ist. Auch hier habt ihr nun die Wahl, ob ihr das Opfer mit einem gezielten Schuss aus der schallgedämpften Pistole ausschaltet, oder eure Munition lieber auf die Befestigung des gigantischen Kronleuchters über der Bühne abfeuert und die ganze Sache wie einen Unfall aussehen lasst. Im weiteren Spielverlauf verschlägt es euch noch zur Weihnachtsparty eines Porno-Produzenten in den Rocky Mountains und auf eine Hochzeitsfeier in Louisiana. Für die passende Musikuntermalung wird natürlich wieder Jesper Kyd verantwortlich sein, der auch schon die Produktion der vorangegangenen Hitman-Soundtracks übernommen hat. Nach Trance, Klassik und Elektro, darf man gespannt sein, für welchen Musikstil sich Kyd bei Hitman: Blood Money entscheiden wird
Neue Engine, neues Glück!
Um den Fans auch in technischer Hinsicht mehr Möglichkeiten zu bieten, haben IOI viel Zeit investiert, um eine neue Version 2.0 der Glacier-Engine zu entwickeln. Dabei blieb lediglich die Kollisionsabfrage des Vorgängers übrig. Die neue Rendering-Engine unterstützt nun Vertex und Pixel Shader Version 1.1, 2.0 und 3.0 und verwendet die DirectX-9-API. Die entsprechenden Shader Programme kommen nicht nur bei der Darstellung von Bump-, Specular-, Normal- oder Paralax-Maps zum Einsatz, sondern finden auch bei der Visualisierung von Lichtbrechung, -reflexion und –durchlässigkeit Anwendung. Beispielsweise spiegeln Wasser und metallische Oberflächen nun realistischer. Herzstück der neue KI-Engine ist das Wegfindungs-System. Damit reagieren die Spielcharaktere schneller und intelligenter, weil die Engine nicht mehr so viel Rechenaufwand benötigt. Engpässe an Türen gehören so, ebenfalls der Vergangenheit an. Kreuzen sich die Wege zweier Wachen, weichen sie einander aus, stehen sie sich gegenüber, sehen sie einander in die Augen. Des weiteren reagieren die NPCs nun auch dynamisch auf Veränderungen ihrer Umwelt. Sie nehmen Blutspuren wahr und folgen diesen. In Hinsicht auf die Physik, wurden das Ragdoll-System und die Dynamik starrer Körper verbessert. Mit dem Partikel-Editor lassen sich Spezialeffekte wie Schneegestöber, Staubwirbel oder Explosionen besser anpassen. Für skurrile und überzeugende Charaktermodelle ist mithilfe aufwändiger Texturierung und einer anschließenden Bone-Animation gepaart mit Motion-Capturing auch gesorgt. Dafür benutzen die Entwickler auch schon mal ihre eigenen Gesichtsanimationen als Vorlage
Systemanforderungen:
Minimum: Grafikkarte mit Pixel Shader 1.1 wie Geforce3/4, 1.000 bis 1.500 MHz Prozessor, sowie 256 MB RAM (entspricht XBox Grafik)
Empfohlen: 3D-Beschleuniger mit Pixel Shader 2.0 oder 3.0, sowie eine Radeon 9800/X800 oder Geforce 6600/6800 und 512 MB RAM