Die GameRadio-Crew hat auch in diesem Jahr wieder die Messehallen in Köln gestürmt und sich ins Getümmel gestürzt. Ein wenig gesetzter geht es seit der letzten gamescom bei Sony zu. Die Japaner haben ihren Businessbereich außerhalb des Messegeländes verlegt und sind ins noble Radisson Hotel eingezogen, um dort Presse und Fachbesuchern die kommenden Blockbuster zu präsentieren. Dort gab es neben den hauseigenen Titeln diesmal auch Spiele der Third-Parties zu sehen. So waren etwa einige Mitarbeiter von Ubisoft dort zu Gast, um ihr Assassin's Creed 3: Liberation für die Playstation Vita zu präsentieren. Dieser Einladung von Sony sind wir natürlich gerne gefolgt.
Schon auf der E3 galt
Assassin's Creed 3 als eines der großen Highlights der Messe. Dabei ging der kleine Bruder der Serie auf der PlayStation Vita schon beinahe ein wenig unter. Auf der gamescom 2012 haben Sony und Ubisoft nun die Gelegenheit, diesbezüglich ein wenig nachzubessern. Gerade für Sony dürfte
Assassin’s Creed 3: Liberation angesichts des bislang eher schmalen Angebots für die Vita besonders wichtig sein.
Großes Spiel auf kleinem Handheld
Die beiden Entwickler von Ubisoft, die vor Ort in Köln die Präsentation abhielten, wurden nicht müde zu erwähnen, dass es sich bei
Assassins's Creed 3: Liberation um ein vollwertiges Spiel der Reihe handle, das auf sämtliche Features zurückgreifen könne, die schon beim Heimkonsolenvorbild so beliebt waren. Dank des zweiten Analogsticks und der potenten Hardware bietet sich die Sony-Mobilkonsole tatsächlich regelrecht für einen Serienableger regelrecht an, der auch über die Möglichkeiten des PSP-Ablegers
»Bloodlines hinausgeht.
Angesiedelt ist die Handlung in New Orleans im Jahre 1765 und fällt damit zumindest zeitlich in die Rahmenhandlung des dritten Hauptteils auf den Heimkonsolen. Ob es in Bezug auf die Geschichte auch Berührungspunkte zu
Assassin's Creed 3 geben wird, wollten die Entwickler trotz hartnäckiger Rückfragen nicht beantworten. Der Spieler schlüpft erstmals in der Seriengeschichte in die Rolle einer Frau. Aveline zeigt sich gleichzeitig auch als äußerst vielseitige Assassine. Die Kunst der Verkleidung und der Einsatz unterschiedlichster Waffen machen sie zu einer großen Bedrohung für ihre Feinde.
Alte Stärken, neue Features
Die hübsche Meuchelmörderin ist die Tochter eines reichen französischen Händlers, kann jedoch auch auf afrikanische Wurzeln in ihrem Familienstammbaum zurückblicken. Damit steht Aveline archetypisch für den Mix der Kulturen, der gerade in Amerika entsteht, dort aber auch für viele Konflikte sorgt. Zum Glück versteht unsere Assassine sich jedoch gut darauf, sich selbst zu helfen und greift bei der Durchführung auf unterschiedlichste Hilfsgegenstände zurück. So könnt ihr euch ganz klassisch mit einer Nahkampfwaffe, in diesem Fall einer Machete, zur Wehr setzen oder aber auch auf Fernkampfangriffe mittels Duellierpistole oder Blasrohr zurückgreifen. Gerade letztgenanntes kann schon jetzt sehr gefallen, wirkt unverbraucht und frisch.
Gleiches gilt auch für die unterschiedlichen Rollen, in die Aveline schlüpfen kann. Bei Bedarf kann sich die Assasine zum Beispiel in eine Bedienstete oder eine Aristokratenlady verwandeln. Der Entwickler präsentierte die gleiche Mission dreimal und führte den Auftrag jeweils auf unterschiedliche Art und Weise durch. So kann Aveline im Gewande einer Edelfrau die Offiziere becircen und sie dazu bewegen, hinter ihr herzugehen. In einer dunklen Ecke könnt ihr das Opfer dann gefahrlos erledigen. Das Schönste an der Sache ist aber, dass natürlich niemand den Mörder in einer unschuldigen Aristokratin suchen würde. Mit ihrem wallenden Kleid und dem Sonnenschirmen könnte sie doch keiner Fliege etwas zu Leide tun, nicht wahr? Nicht minder gewieft ist die Verkleidung als Bedienstete. Schnappt euch eine Kiste und bewegt euch zusammen mit anderen Trägern durch die aufgestellten Wachposten hindurch. Solange ihr in eurer Rolle als Bedienstete bleibt und Kisten schleppt oder den Boden fegt, wird niemand auf euch aufmerksam. Zwar werden die Wachen nach dem Mord schneller misstrauisch, dafür ist Aveline in den schlichten Gewändern einer einfachen Arbeiterin auch viel wendiger als im wallenden Kleidchen der Aristokratin.
Raus aus der Renaissance und rein in die amerikanische Revolution
Nach einigen Teilen mit Ubisofts Star-Assassinen Ezio ist es nun langsam Zeit für einen Tapetenwechsel. Mit dem gewählten Zeitraum in der amerikanischen Revolution hat sich der Publisher für ein recht unverbrauchtes Szenario entschieden. Der Krieg zwischen den europäischen Mächten ist entbrannt und sorgt allerorten für Konflikte. Einer der zentralen Orte ist die Stadt New Orleans, die von den Spaniern eingenommen wurde. In der Bevölkerung regt sich jedoch die Revolution, auch bei unserer Heldin Aveline. Doch auch das Umfeld der Stadt wird eine Rolle spielen. Ubisoft kündigte Ausflüge in die Sümpfe oder die Ruinen der Maya an. Auch einen Unterwassertrip soll es im Spiel geben. Bei den ganzen Ausflügen in die Wildnis stellen dann auch nicht nur menschliche Gegner eine Bedrohung dar, sondern auch allerhand Tiere, mit denen sich Aveline herumschlagen muss.
Vita spielt ihre Qualitäten aus
In der Präsentation fiel in der Tat kaum auf, dass es sich bei
Assassin's Creed 3: Liberation um ein Handheldspiel handelt. Grafisch gibt sich der Titel keine Blöße. Bis auf einige unscharfe Texturen kann das Spiel fast mit dem Heimkonsolen-Vorbild mithalten. Auf jeden Fall kann festgehalten werden, dass Ubisofts Action-Adventure massiv von den Möglichkeiten der Vita Gebrauch macht. Sowohl die beiden Touchscreens als auch der Bewegungssensor oder die Kamera haben im Spiel ihre Aufgabe. Weiterhin hat Ubisoft einen Multiplayermodus versprochen und eine Spielzeit im Singleplayer von 15 bis 20 Stunden. Kein schlechter Wert für ein Spiel auf einer Mobilkonsole.