Jahrelang galten bei Nintendo die Handheld-Geräte als eine sichere Nummer. Dein Einnahmen, die durch den Verkauf von Gameboys oder dem Nintendo DS erzielt wurden, waren gigantisch und sind ein wichtiger Bestandteil im Firmenportfolio der Japaner. Auch bei Sony hat man das Potenzial des mobilen Spielens erkannt. Auch wenn die PSP hinter den Verkaufszahlen des DS hinterherhinkte, kann das Handheld wohl als ein Erfolg gewertet werden. Die Vorzeichen haben sich aber nun geändert. Apples iPhone, Android Telefone und nicht zuletzt die vielen Tablets sorgten für ein Umdenken bei den Konsumenten. Dennoch wagt Sony mit der PS Vita den Schritt in die Zukunft und bringt ein mobiles Multimedia Gadget auf den Markt, mit einem klaren Fokus auf das Gaming. Ob das Gerät erfolgreich sein wird, lässt sich noch nicht absehen. Wohl und Wehe der PS Vita hängt an den Qualitäten der Spiele. Und genau diese haben wir uns auf der gamescom 2011 schon einmal genauer angesehen.
Was bringt einen Videospieler dazu, sich für die eine oder andere Konsole zu entscheiden? Richtig, bekannte Marken! Was
Mario und
Zelda für Nintendo sind, sind für Sony Nathan Drake und der süße Sack Boy. Bei Sony spricht man von den sogenannten Key Franchises, die für die große Beliebtheit der Playstation 3 sorgen. Eben jene möchte man jetzt auch auf das neue Handheld Playstation Vita transportieren. In einem Hotel in der Nähe des Messegeländes präsentierte Sony die mobile Version von
Little Big Planet.
Touch it
Entwickelt wird die PS Vita Fassung von
Little Big Planet diesmal nicht von Media Molecule, sondern ist eine Zusammenarbeit von Tarsier und den Double Eleven Studios. Die Ambitionen der Entwickler sind dennoch groß. Nicht weniger als das beste
Little Big Planet aller Zeiten soll auf der kleinen Sony Konsole entstehen. Dabei greifen die Entwickler auch massiv auf die besonderen Möglichkeiten des Handhelds zurück.
Die Kernfeatures der großen PS3-Vorbilder möchte man aber natürlich dennoch erhalten. Wie schon beim Heimkonsolen-Bruder dürfen die Spieler ganz klassisch durch aberwitzige Levels turnen, Rätsel lösen und über die Physikenginge staunen. Gesteuert werden Sack Boy & Co. dabei mit den Analogsticks, die bei der PS Vita im Gegensatz zur PSP einen sehr guten Eindruck hinterlassen haben. Zwischendurch darf der Spieler aber auch immer wieder mal mit seinen Fingern auf dem Screen herumtouchen. Laut den Angaben des Entwicklers lassen sich nämlich sämtliche Objekte ganz intuitiv mit den Fingern berühren und manipulieren. Als Beispiel wurde hier eine Klaviatur gezeigt, die sich mit den Fingern spielen ließ. Ebenfalls zum Einsatz kommt das Touchfeld auf der Rückseite der Konsole. Voller Stolz präsentierte uns der Entwickler dessen intuitive Bedienung. So ließen sich einige Tetrisblöcke mittels Druck auf den Rear Touchscreen einfach nach vorne drücken. Durch die Verschiebung der Blöcke in den Raum konnte Sack Boy nun auf ihnen nach oben hüpfen und die nächste Ebene erreichen. Es bleibt aber noch abzuwarten, inwiefern sich weitere, sinnvolle Einsatzmöglichkeiten für den rückseitigen Touchscreen finden lassen. Im Ansatz ist es aber auf jeden Fall eine interessante Idee.
Eine Welt zum Downloaden
Verbessern wollen die Entwickler vor allem auch die Implementierung des Playstation Networks in
Little Big Planet PS Vita. Die Heimkonsolen-Version zeichnete sich insbesondere durch den gigantischen Content aus, den die User selbst generierten und zum Download im PSN bereitstellten. Genau davon soll jetzt auch die mobile Variante profitieren. Kreativköpfe können ihre Werke uploaden und ihre Welten mit anderen Spielern teilen. Damit die Videospieler auch genügend Inhalte basteln können, haben die Entwickler den Baukasten noch einmal gründlich überarbeitet.
Dabei machte man sich in erster Linie den Touchscreen zunutze, mit dem sich die zahlreichen Objekte bequem auf dem Bildschirm platzieren lassen. Für die Feinarbeiten müssen dann aber wohl doch die analogen Sticks herhalten, die Detail-Aufgaben doch deutlich besser bewältigen können. Insgesamt lassen sich die Levels mit den neuen Möglichkeiten aber doch um einiges schneller gestalten. Ein wenig Zeit muss der kreative User aber wohl schon mitbringen. Wer ein aufwändiges Level gestatlten möchte, muss schnell mal ein paar Stunden investieren. Dafür bietet der Baukasten aber auch vielfältige Möglichkeiten zum Austoben. Auch wenn bei der Präsentation längst nicht alles rund lief und noch einige Bugs zutage kamen, kann man die Möglichkeiten des Create-Modus aber schon erahnen. Hoffentlich gelingt es den Studios, die Phsyikengine noch ein wenig zu optimieren, damit unplanmäßige Abstürze des Sack Boys vermieden werden können.
Schnelle Spiele für kurze Reisen
Ein großes Problem von Mobilgames, die von der Heimkonsole kommen, war häufig, dass sie sich nicht für einen Spielequickie zwischendurch eigneten. Mobile Spieler wollen ihre Games aber eben auch in den Pausen zocken, während einer Busfahrt oder in der großen Schulpause. Epische Abenteuer sind da doch eher ungeeignet. Dies hat man auch bei
Little Big Planet für PlayStation Vita erkannt. Die Entwickler versprechen kleine Spielehäppchen für zwischendurch. Diese lassen sich teilweise sogar zu zweit an einem Gerät spielen. Auf der Messe holte man kurzerhand einen Zuschauer aus dem Publikum auf die Bühne, um zu zweit ein kleines Hockeyspiel zu zocken. Wer möchte, darf jedoch auch nach Mitspielern online im Playstation Network suchen. Wie beim Konsolenvorbild können sich bis zu vier Spieler gleichzeitig in den Levels bewegen.
Bis zum Release von
Little Big Planet für PS Vita dauert es noch einige Monate. Hoffentlich bleibt genug Zeit, um die kleinen Fehler, die in der Präsentation bemerkbar waren, noch zu beheben. Der Entwickler hat sich viel vorgenommen. Alle Features, die den Titel auf der Playstation 3 so beliebt gemacht haben, sollen erhalten bleiben und um neue Vita-Funktionen ergänzt werden. Das Projekt
Little Big Planet ist ambioniert, hoffen wir, dass Sack Boy auch auf der PS Vita seinem Ruf gerecht wird.