Manchmal nehmen Projekte ihren ganz eigenen Weg, wie im Falle von Beaterator. Entstanden ist dieses Spiel nämlich aus einer kleinen Flash-Applikation auf der Rockstar-Webseite. Da diese recht gut ankam, entschied man sich, es eigenständig auf den Markt zu bringen. Dazu holte man sich einen Partner an Bord, der sich im Musikgeschäft auskennt: Timbaland. Was nun Beaterator genau ist und welche Rolle Timbaland bei der ganzen Geschichte spielt, erfahrt ihr bei uns.
Live-Künstler
Beaterator ist kein Spiel im eigentlichen Sinne. Es gibt kein Ziel zu erreichen, keine Highscores zu schlagen und keine Welt zu retten. Konzipiert ist es für (Hobby-)Musikproduzenten und Menschen, die gerne ein wenig mit Musik spielen und experimentieren. Denn anders als bei Spielen wie
Guitar Hero oder
DJ Hero tut man hier nicht so, als würde man Musik machen... sondern macht sie wirklich selber. Zu diesem Zweck bietet das Programm mehrere Werkzeuge, um Töne zu erzeugen, zu bearbeiten und Loops zu arrangieren, aus denen man sich dann Songs zusammenstellen kann. Das Konzept ist nicht neu, Consumer-Produkte für diese Anwendung gibt es unzählige auf dem PC, und selbst auf der PSP gibt es einige Homebrew-Anwendungen, die ähnliches bieten.
Es ist vor allem die gesamte Aufmachung, die auch einen Einstieg für Neulinge leicht machen soll. Einen ersten spielerischen Zugang in das Programm bietet der "Live Play" getaufte Modus. Hier können einzelne Loops - also kleine Musikschnipsel - einzelnen Tasten der PSP zugeordnet werden. Mit einem Tastendruck lassen sich diese dann an- und ausschalten und so "live" zu einem eigenen Musikstück verbinden. Da ein Song also nur so gut ist wie die einzelnen Loops, hat Rockstar sich mit dem US-amerikanischen Musikproduzenten Timbaland zusammengetan, der hunderte solcher Loops zur Sammlung beisteuert. An Auswahl mangelt es also nicht.
Das Studio in der Hosentasche
So locker-lustig das Live-Spielen auch sein mag, das Werk ist damit nur flüchtig – um etwas Bleibendes zu schaffen, werdet ihr ins Studio gehen müssen. Hier bietet
Beaterator alle Werkzeuge, die ihr benötigt, um eigene Songs auf die Beine zu stellen. Um einzelne Loops zu einem Song zusammenzufügen, steht euch der "Song Crafter" zur Verfügung. Die Eingabe hier funktioniert genauso wie im Live Play, nur dass ihr einen weiteren Bildschirm zur nachträglichen Korrektur des eingespielten Materials habt. Auf mehreren Spuren arrangiert ihr die Schnippsel dort zu eurem fertigen Track. Auch wenn die Sammlung an Loops, die dem Paket beiliegt, schon sehr groß ist – wirklich kreativ ist das Zusammenfügen von vorgefertigten Teilen auf Dauer sicherlich nicht. Das wissen auch die Entwickler, weswegen es mehrere Möglichkeiten gibt, individuelle Sounds zu erhalten.
So könnt ihr im "Drum Crafter" eigene Drum-Sequenzen zusammensetzen. Auch hier stehen euch wieder mehrere Instrumente zur Auswahl: Kicks, Snares, Hihats, Claps, ... ihr bestimmt mit wenigen Tasten den Rhythmus. Im "Melody Crafter" nutzt ihr eine virtuelle Klaviatur, um eigene Loops herzustellen. So habt ihr volle Kontrolle über die Tonhöhe. Auch ein vollwertiger Synthesizer zur Generierung von Sounds ist mit an Bord. Wie sich dieser letztlich im praktischen Einsatz bedienen lässt, bleibt vorerst fraglich. Vermutlich wird man hier Keyframes definieren können, an denen die Position der einzelnen Regler gespeichert wird, und die Positionen zwischen zwei dieser Punkte wird dann von der Software berechnet. Dennoch werden einige Spielereien mit den Reglern sicherlich eine sehr zeitaufwändige Sache.
Wellenreiter
Auch ein Soundeditor wurde hinzugefügt. Mit diesem lassen sich die Sounds in Wellenform bearbeiten – der Funktionsumfang ist sicherlich nicht vergleichbar mit dem richtiger Wave-Editoren am PC. Für die rudimentäre Bearbeitung an der PSP dürfte er aber vollkommen ausreichen. Das Zuschneiden der Sounds, Lautstärke-Korrekturen und dergleichen sind damit problemlos möglich. Auch besteht die Möglichkeit, vorhandene Sounds vom Memorystick im MP3-Format zu importieren. Ob und welche weiteren Formate importierbar sind, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Besitzer eines PSP-Modells der 3000er-Reihe oder höher können zudem das eingebaute Mikrofon zur Aufzeichnung von Klängen verwenden.
Damit eure mit
Beaterator generierten Songs nicht auf eurer PSP vergammeln, könnt ihr diese natürlich auch im MP3-Format exportieren und über die USB-Verbindung auf euren PC oder MP3-Player kopieren. Auch der Upload zum
»Rockstar Social Club ist möglich – so könnt ihr eure Tracks dort der Community zum Anhören und Bewerten zur Verfügung stellen.