Der nunmehr siebte Teil der "Prince of Persia"-Reihe kommt in einem neuen Comic-Gewand daher und hält auch die eine oder andere spielerische Änderung parat. Wir konnten den Titel bereits ausführlich anspielen und haben für euch herausgefunden, ob die Neuerungen die Serie voranbringen oder ob die Entwickler doch zu innovationswütig waren.
Verarmter Adel in farbenreicher Optik
Dieses Jahr ist schon am 4. Dezember Bescherung - zumindest, wenn man ein Fan des persischen Thronfolgers und tollkühnen Akrobats in Personalunion ist. Dann soll nämlich der schlichtweg mit "Prince of Persia" betitelte siebte Teil in die Läden kommen und einiges anders machen. Augenscheinlicher Unterschied zur erfolgreichen
»Sands of Time-Trilogie ist die Optik: Hart gezeichnete Charaktere mit Celshading-typischer schwarzer Umrandung turnen und kämpfen durch riesige, in Pastelltönen gehaltene Levels. Auf diese Weise kreiert Ubisoft einen Grafikstil, den man so noch nicht gesehen hat und der deshalb erfrischend anders daherkommt. Freilich wird dieser Look nicht jedermanns Sache sein. Vor fünf Jahren fiel Ubisoft bereits mit dem spielerisch gelungenen Shooter
»XIII durch, der sich ebenfalls einer zeichentrickartigen Darstellung des Spielgeschehens bediente. Wähnt der Entwickler die Spielerschaft mittlerweile bereit für Comics zum Selberspielen? Die starke Lizenz könnte helfen, auch wenn der Prinz mit seinem Klauenhandschuh und Lumpen-Outfit kaum wiederzuerkennen ist.
Gemeinsam seid ihr stark
Doch was könnt ihr in spielerischer Hinsicht erwarten? Selbstverständlich vollführt der persische Prinz auch im neusten Teil rasante Klettereinlagen und schwingt eifrig den Krummsäbel. Dabei ist er stets in weiblicher Gesellschaft. Zu Beginn des Spiels lernt ihr die magiebegabte Elika kennen, die euch nicht mehr von der Seite weicht. Direkten Einfluss auf eure Begleiterin habt ihr allerdings nicht. Lediglich im Kampf könnt ihr Elika dazu auffordern, eine Magieattacke auszuführen. Viele Schatten-Monster können nur im Zusammenspiel der beiden Protagonisten besiegt werden. So schleudert der Prinz beispielsweise Feinde in die Luft, die Elika mit einem gezielten Hadoken in eine Schlucht stößt. Auch abseits der Kämpfe ist Ubisoft das Teamwork hervorragend gelungen. Da reicht der eine dem anderen beim Erklimmen einer Felswand gerne eine helfende Hand.
Lass (den Krummsäbel) mal stecken
Es sind vor allem die Klettereinlagen, die uns überzeugen konnten. Toll animiert schwingt das Akrobaten-Duo von Stange zu Stange, hangelt sich einen Felsspalt entlang oder führt 10-Meter-Wallruns durch. Die Chancen stehen also gut, dass Ubisoft die Geschicklichkeitseinlagen der Vorgänger noch toppen wird. Wesentlich skeptischer sind wir, was die Kämpfe betrifft. Dem Prinzen treten überwiegend einzelne Gegner gegenüber, deren Beseitigung mehr als simples Tastengehämmer erfordert. Und tatsächlich ist ein gewisses Maß an Timing gefragt: Nur wer gegnerische Angriffe rechtzeitig pariert, kann einen Konter anbringen. Ein offensiver Kampfstil hingegen ist erschreckend ineffektiv, da eure Widersacher ähnlich geschickt kontern können. „Prince of Persia“ verliert in den Kämpfen daher an Tempo. Die Quicktime Events in den Bosskämpfen verleihen den leicht schnarchigen Auseinandersetzungen etwas mehr Dramatik.
Anti-Frust-Garantie
Vorherige „Prince of Persia“-Spiele hatten mit teils happigen Hüpfpassagen Spieler zur Weißglut getrieben. Vergleichbare Ärgernisse werden in „Prince of Persia“ nicht an den Nerven der Gamer zerren. Solltet ihr euch in tödliche Tiefe stürzen, rettet euch Elikas Magie vor dem sicheren Tod. Wie von Zauberhand werdet ihr zurück an den Rand des Abgrunds verfrachtet. Solltet ihr in Kämpfen das Zeitliche segnen, startet das Spiel wieder am Anfang des Gefechts. Frust ist also ausgeschlossen. Kehrseite der Medaille: Die coole Zeit-Zurückspulen-Funktion, das Markenzeichen der letzten drei „Prince of Persia“-Teile, entfällt. Doch Ubisoft macht es dem Spieler noch einfacher: Elika weißt euch auf Wunsch mit einem Licht den Weg, falls ihr mal keine Idee haben solltet, wie ihr den nächsten Kletterabschnitt meistern sollt. Wir sind gespannt wie die Spielergemeinde die hohe Zugänglichkeit des Titels aufnehmen wird. Hardcore Gamer werden ob der mangelnden spielerischen Herausforderung sicherlich die Nase rümpfen .