Auf seiner diesjährigen Pressekonferenz beim E3 Media & Business Summit in Los Angeles hat Sony mit „inFamous“ einen neuen PlayStation 3-Exklusivtitel angekündigt. Das Spiel verspricht Hochspannung im wahrsten Sinn des Wortes und könnte Sierra Entertainments „Prototype“ ernsthaft Konkurrenz machen. Alle Details zum E3-Überraschungstitel lest ihr in unserer PS3-Preview.
Superhelden-Epos aus der Sly-Schmiede
Nach dem gigantischen Verkaufserfolg von Rockstars „Grand Theft Auto“-Reihe schreibt sich „inFamous“, ebenso wie zahlreiche andere Konkurrenz-Titel, auf die Fahnen, ein Open-World Action-Adventure zu sein. Das Spiel entsteht derzeit bei Entwickler Sucker Punch, der sich bisher für die kindgerechte „Sly Cooper“-Serie auf der PlayStation 2 verantwortlich zeichnete. Mit dem für 2009 geplanten „inFamous“ geht Sucker Punch nun deutlich erwachsenere Wege und lässt sich dabei von modernen Superhelden inspirieren.
Welt retten für Fortgeschrittene
Am Anfang von „inFamous“ steht eine gewaltige Explosion in der Millionenstadt Empire City, die ganze Straßenzüge dem Erdboden gleich macht. Inmitten des Chaos findet sich Protagonist Cole wieder – ein Urban Explorer, der an diesem sonnigen Morgen eigentlich nur ein Paket zustellen wollte. Cole überlebt die Detonation, jedoch nicht ganz unbeschadet. Im Verlauf der Story, die auch einem Marvel-Comic entsprungen sein könnte, entdeckt Cole, dass er über Superkräfte in Form von elektrischer Energie verfügt. Die Stadt, inzwischen unter Quarantäne gestellt und vom Festland abgeschnitten, wird von einer Welle der Panik überrollt. Menschen ziehen plündernd durch die Ruinen und in Empire City herrscht Anarchie. Als ein Fernsehteam dokumentiert, wie Cole nach der Explosion unbeschadet den Stadtkern verlässt, wird er als Sündenbock abgestellt und von den Behörden auf die „Most Wanted“-Liste gesetzt. Auf seiner Flucht muss er lernen, seine neuen Kräfte zu kontrollieren und die Drahtzieher der Katastrophe finden, um Empire City vor dem Untergang zu bewahren.
Elektrisierendes Spielerlebnis für Helden und Schurken
Ebenso wie in „Prototype“ setzt ihr euren Gegnern nicht mit Waffengewalt, sondern mit euren neu gewonnenen Superkräften zu. Cole kann Elektrizität manipulieren und sie beispielsweise auf Gegner lenken. Bevor ihr diese jedoch einsetzten könnt, müsst ihr sie erst aufnehmen, da Coles Körper nur als eine Art Speicher fungiert. Verfügt ihr über genügend Elektrizität, könnt ihr sie durch Coles Handflächen auf Angreifer oder metallische Gegenstände abfeuern. Auch benachbarte Objekte bleiben von einer solchen Entladung nicht unberührt. So könnt ihr beispielsweise einen Gegner hinter einer Deckung attackieren, indem ihr einfach auf sein Versteck feuert. Passend zum Sandkasten-Spielprinzip überlässt euch „inFamous“ die Entscheidung, ob ihr eure neu gewonnen Superkräfte einsetzt, um zu helfen oder zu zerstören. So holt ihr unter anderem Bewußtlose zurück ins Leben, indem ihr eure Hände als Defibrillator einsetzt. Im Verlauf des Spiels bekommt ihr neue Einsatzmöglichkeiten für eure Kräfte, zum Beispiel das Bewegen von größeren Objekten wie Autos oder die Fähigkeit Gegner nicht nur mit Stromschlägen zu bearbeiten, sondern sie auch einige Meter in die Luft zu schleudern. Ebenso könnt ihr Feuerbälle formen oder Blitze einschlagen lassen.
Urban Exploring und Verbrechensbekämpfung
Ähnlich wie in „Assassin's Creed“ seid ihr mit Cole nicht an ebenerdige Wege wie Strassen gebunden, sondern könnt euch in Free Running-Manier über Dächer bewegen. Auch das Erklimmen von Regenrinnen oder eine Fahrt auf dem Dach einer S-Bahn stellen für Cole kein Problem dar. Da ihr jedoch trotz eurer Superkräfte nicht unverwundbar seid, könnt ihr ähnlich wie in „Gears of War“ hinter unterschiedlichen Objekten Deckung suchen. Es erfordert also auch ein wenig taktisches Geschick, um die unterschiedlichen Gangs in den Vierteln von Empire City auszuschalten. Neben Kleinkriminellen wie Drogendealern oder Waffenhändlern bekommt ihr es im Spiel auch mit einigen Bossgegnern zu tun. Diese verfügen ebenfalls über Superkräfte und können sich beispielsweise schneller bewegen als gewöhnliche Kontrahenten.
Stylische Konkurrenz für mittelalterliche Auftragsmörder
„inFamous“ spielt sich nicht nur gut, sondern sieht auch noch unverschämt gut aus. Das zerstörte Empire City macht durch fahrende Autos, panische Passanten und stimmungsvolle Beleuchtung einen sehr lebendigen Eindruck. Herumliegende Trümmer und Neonreklamen an den Häuserfronten lassen die Stadt weniger steril wirken, als in anderen Open-World-Games wie „Crackdown“ oder „Saint's Row“. Auch Protagonist Cole kann sich sehen lassen. Mit kurzgeschorenen Haaren, lässiger Leder-Jacke und eher schmächtiger Statur wirkt er wesentlich authentischer als so mancher muskelbepackte Shooter-Kollege. Die Animationen sehen besonders bei den Kletter-Passagen sehr anmutig aus und erinnern stark an Altair aus Ubisofts „Assassin's Creed“. Ob Cole das Zeug dazu hat, dem Assassinen ernsthafte Konkurrenz zu machen, wird sich im Frühling 2009 zeigen, dann erscheint „inFamous“ exklusiv für PlayStation 3.