Macht! So lautet die schlichte Übersetzung von Kratos – der Hauptfigur aus "God Of War". Der Name des Protagonisten konnte wahrhaftig nicht besser gewählt sein. Welches andere Spiel konnte trotz eines »wenig aussagekräftigen Trailers auf der letzten E3 einen derartigen Hype in der Fangemeinde auslösen? Mit der "God Of War"-Serie gelang den SCE Studios aus Santa Monica ein echter Geniestreich, der nun am Ende des Jahres seine Fortsetzung findet. Freuen wir uns auf Kratos! Freuen wir uns auf "God Of War III"!
"God Of War 3"... Kratos kehrt zurück... um Zeus zu vernichten...
Nach zwei Teilen auf der Playstation 2 sowie dem Hosentaschenspiel „
»Chains Of Olympus“ erwartet uns nun also der insgesamt vierte Teil der Serie, erstmals auf der PS3. Nachdem es seit der offiziellen Ankündigung auf der E3 recht ruhig um das Spiel geworden ist, trudeln nun langsam die ersten Infos ein. Grund genug für GameRadio, dem Spiel eine Vorschau zu widmen.
History in the making
Bevor wir jedoch das aktuelle Geschehen von "God Of War 3" beleuchten, werfen wir einen Blick zurück in die Vergangenheit von Kratos. Dessen Leidensgeschichte begann einst, als er dem finsteren Kriegsgott Ares seine Seele verkaufte. Mit einem Trick brachte Ares den ungestümen Kratos dazu, seine Frau und seine Tochter zu töten. Seitdem wird Kratos von beängstigenden Visionen heimgesucht. Ares plant indes zum großen Schlag gegen Athen auszuholen. Mit einer Untotenarmee hat er Kurs auf die griechische Hauptstadt genommen um diese zu vernichten. An dieser Stelle kommt die Göttin Pallas Athene ins Spiel – die Schutzpatronin der Stadt. Kratos bietet an Ares zu vernichten, in der Hoffnung, dass Pallas Athene ihn dafür von seinen quälenden Visionen befreit. Mit Hilfe der Büchse der Pandora erlangt Kratos ebenbürtige Mächte zu Ares Kräften. So gelingt es ihm letztlich auch, seinen Platz im Olymp einzunehmen.
Im zweiten Teil der "God Of War"-Serie wird mehr als deutlich, dass Kratos nicht der strahlende Held ist, wie sie in vielen anderen Videospielen auftauchen. Vielmehr ist aus dem Spartaner ein unbarmherziger Kriegsgott geworden. Kratos ist durch die Götter des Olymp entzürnt, da ihn diese nicht von seinen düsteren Visionen befreit haben. Getrieben vom Hass führt er einen Krieg nach dem anderen. Als Kratos selbst dafür sorgen will, dass Rhodos vernichtet wird, entblößt sich das ganze Intrigenspiel der griechischen Mythologie: Der Koloss von Rhodos erwacht in dem Moment als ein magischer Falke auftaucht und Kratos um einen Teil seiner Macht bringt. Kratos vermutet hinter diesem tückischen Anschlag das Treiben von Athene. Es sieht schlecht aus für Kratos, der sich nun im Kampf gegen den Koloss benachteiligt sieht. Ausgerechnet Gotterfürst Zeus eilt Kratos zu Hilfe und übergibt ihm die Klinge des Olymps. Mit deren Hilfe gelingt es Kratos zwar tatsächlich, den Koloss ganz klein aussehen zu lassen, doch büßt er damit auch seine gesamte göttliche Macht ein. Ein hinterhältiges Spiel von Zeus, um sich dem ungeliebten Kriegsgott zu entledigen. Der Göttervater selbst steigt nun vom Olymp herab und sorgt eigenhändig für den Tod des Protagonisten.
Doch Gaia – die Mutter des Kolosses – bewahrt Kratos vor dem Schicksal in die Unterwelt des Hades zu gelangen. So darf Kratos weiterhin auf Erden wandeln und schmiedet nun Rachepläne gegen Zeus, der für sein Schicksal verantwortlich ist. So macht sich der grimmige Kriegsgott auf die Suche nach den drei Schicksalsschwestern, die für ihn die Zeit zurückdrehen sollen – in die Tage vor dem Verrat von Zeus. Keine leichte Aufgabe wie sich herausstellen wird. Denn die drei Schwestern sind keineswegs so kooperativ, wie es sich Kratos gewünscht hätte. Kurzerhand entschließt er sich, die drei umzubringen um so selbst die Macht über die Zeit zu erlangen.
Nun ist Kratos wieder mit seinen Götterkräften ausgestattet und schnurstracks auf dem Weg zu Zeus, um sich an diesem zu rächen. Abermals schnappt sich er sich die Klinge des Olymp und geht damit auf den Göttervater los. Bevor Kratos selbigem jedoch ein Ende bereitet, taucht Athene wieder auf und opfert sich für Zeus. Athene erklärt, dass der Olymp ohne Zeus nicht existieren könne. Zeus habe Kratos nur aus Angst davor getötet, dass auch er seinen Vater umbringen würde - so wie der Göttervater es einst auch tat. Auf diesem Wege erfährt Kratos nun, dass Zeus sein Vater ist, was ihn damit zum Halbgott macht. Davon lässt er sich jedoch nicht beschwichtigen, sondern schwört den Göttern erneut Rache. Einmal mehr reist er dafür in der Zeit... wieder zurück zu den Titanenkriegen. Er berichtet Gaia, dass Ares und Athene tot und Zeus in seiner Macht geschwächt seien. Gemeinsam mit den Titanen reist er zurück in seine Zeit, um im letzten Kampf gegen die Götter anzutreten.
Das große Finale
Damit nähert sich die Trilogie nun ihrem großen Finale, denn ein vierter Teil der Serie ist nach derzeitigem Stand nicht geplant. Alles läuft auf den großen Kampf zwischen dem Göttervater Zeus und Kratos hinaus. Zwar hat der Kopf des Entwicklungsstudios David Jaffe das Team bereits verlassen, um sein eigenes Studio „Eat, Sleep, Play“ zu gründen, doch die Fans der Reihe dürfen zuversichtlich sein, was die Fortführung des Franchises angeht. Denn die SCE Studios Santa Monica haben erste Fakten aus dem Sack gelassen, die einen würdigen Abschluss der Serie versprechen.
Am Gameplay wird sich wenig ändern. Noch immer schnetzelt sich Kratos durch Horden von Gegnern, die sich ihm auf seinem Weg zum Ziel in den Weg stellen. Die Gegnerfrequenz wird sich im Vergleich zu den beiden Vorgängern sogar noch weiter erhöhen. Während in "God Of War 2" noch maximal 15 Gegner gleichzeitig auf Kratos einstürmten, sind es im dritten Teil schon bis zu 50 Widersacher. Doch Kratos hat dem natürlich auch einiges entgegenzusetzen. Immerhin bringt er schlagkräftige Verstärkung mit, wie etwa einen Zyklopen, der als Reittier zum Einsatz kommt. Damit sollte unser Anti-Held seinen Gegnern schon gehörig das Fürchten lehren können. Damit wir Spieler auch in den Genuss der vollen Grausamkeit des Protagonisten kommen, wird dieser so detailliert wie nie dargestellt. Sage und schreibe 20.000 Polygone wurden verwendet, um die Figur des Kratos im Spiel darzustellen, was immerhin einen Zuwachs von 400 Prozent bedeutet. Doch auch die Gegner haben an optischer Qualität gewonnen: Für Gegner des gleichen Typs werden nun unterschiedliche 3D-Modelle verwendet. Dies sollte zu deutlich mehr Variantenreichtum im Spiel führen. Doch nicht nur im grafischen Bereich haben sich die Feinde von Kratos verbessert. Auch die inneren Werte wurden aufgemöbelt. So hat der Entwickler noch einmal kräftig an der KI der Kreaturen geschraubt.
Nach dem Prinzip „höher, schneller, weiter, mehr“ legt auch "God Of War 3" gehörig zu. Neben der detailreicheren Grafik wird auch bei den Waffen für mehr Abwechselung gesorgt sein. Die Verwendung der unterschiedlichen Gerätschaften soll so unterschiedlich sein, dass sie verschiedene Spielstile ermöglichen.
Weniger ist mehr, das haben sich die Verantwortlichen hingegen bei den Bosskämpfen gesagt. Die Anzahl der Endgegner hat sich im Vergleich zum zweiten Teil diesmal reduziert. Zahlenmäßig werden sie sich im Zwischenbereich vom ersten und zweiten Teil bewegen. Hoffen wir also, dass Sony beim dritten Teil das richtige Maß gefunden hat.
Ein Kritikpunkt an der Reihe soll laut Game Director Stig Asmussen nun behoben sein. Die Ladezeiten bei "God Of War 3" entfallen komplett. Die Levels werden während des laufenden Spiels gestreamed, so dass der Titel komplett ohne Pause auskommen wird. Dies sollte allen Fans eine ungetrübte Spielerfahrung bescheren. Diese wird man jedoch ausschließlich allein erleben dürfen, denn ein Multiplayerteil ist auch diesmal nicht vorgesehen.
PS3-Besitzer, die beide Vorgänger nicht gespielt haben und nun trotzdem heiß auf den dritten Teil geworden sind, dürfen zum Glück aufatmen. Die Game Designer haben darauf geachtet, dass auch Serienneulinge von Anfang an gut mit der Steuerung zurechtkommen und sich auch in die Handlung einfinden. Allerdings bleibt für Serienneulinge auch noch genügend Zeit die vorherigen "God Of War"-Titel zu spielen, denn bis zum Release dauert es wohl noch eine ganze Weile. Ein genauer Termin ist bislang nicht bekannt. Diesen verkündet der Hersteller erst auf der diesjährigen E3. Wahrscheinlich ist jedoch eine Veröffentlichung zum Weihnachtsgeschäft 2009.