Es ist der 26. Februar 2007, kurz nach 21 Uhr. Endlich ist sie da, die Demo von „Command & Conquer 3: Tiberium Wars“. Seit der Ankündigung habe ich darauf gewartet. Dennoch gibts erstmal Ernüchterung, den verständlicherweise sind sämtliche Server überlastet. Was solls, bis zum nächsten Tag kann ich auch noch warten. Am 27. Februar war dann um kurz nach 17 Uhr endlich die Probierversion installiert. Zuvor brach jedoch zweimal der Download ab, einmal bei 16% und dann bei 86%. Was habe ich geflucht. Aber nun kann's endlich loslegen.
Welcome back, Commander
So, welche Dinge bekommen wir denn in der Demo zu sehen... einen Prolog, eine Singleplayer-Mission und eine Skirmish-Karte. Dürfte für den ersten Eindruck mehr als ausreichend sein. Auf gehts mit dem Prolog. Sekunden später ist es schon wieder da, dieses alte C&C-Gefühl. Die erste Zwischensequenz läuft bereits und der Spieler wird gleich von zwei prominenten Gesichtern begrüßt: Michael Ironside (General Granger) sowie Grace Park (Lt. Telfair). Später gesellt sich ihnen in kleinen Einblendungen noch Jennifer Morrison (Kirce James) hinzu und führt den Spieler durch den als Tutorial aufgebauten Prolog. Die Videos wurden übrigens in HD-Qualität aufgenommen, was man ihnen auch deutlich ansieht.
Nach Vollendung des Prologs folgt schon der erste Knall: Die GDI-Raumstation Philadelphia ist explodiert und NOD startet mit einer Großoffensive. Alarmstufe Rot und Zeit für euch, die Truppen in den Kampf zu schicken.
Sammeln und bauen
Die eigentliche Mission aus der Demo verschlägt euch jedoch nach Ägypten. Neben einer NOD-Basis liegen hier zwei Schiffe der Bruderschaft in einem Hafen vor Anker und warten auf Bauteile für Massenvernichtungswaffen. Logisch, dass wir da eingreifen. Bereits im Prolog kommt das alte C&C-Gameplay wieder zum Vorschein, die erste Mission führt es konsequent fort. Gebäude benötigen Strom, Raffinerien schicken ihre Sammler zu Tiberiumfeldern, Kasernen sowie Waffenfabriken spucken neue Truppen aus. Natürlich haben sich Optik und Design geändert, ebenso das Baumenü am rechten Bildschirmrand. Neben Haupt- und Spezialgebäuden könnt Ihr per Mausklick jeweils die Schaltflächen für Infanterie, Fahrzeuge und Flugzeuge aufrufen. Der Vorteil dabei ist, dass zum Beispiel eine Raffinerie sowie gleichzeitig eine Verteidigungsstellung gebaut werden kann. Selbstverständlich dürft Ihr das von jedem Punkt auf dem Schlachtfeld in Auftrag geben, bei Einheiten gleich mehrere am Stück.
Wenn der erste Trupp fertig ist, kanns auch schon losgehen in Richtung des Gegners. Dabei fallen dem Spieler sofort die ersten taktischen Auswirkungen ins Auge. Buggys sind effektiv gegen gewöhnliche Soldaten, werden aber von Bazooka-Einheiten in Sekundenbruchteilen in die Luft gejagt. Zu den stärksten Vehikeln auf dem Schlachtfeld zählen der Mammut-Panzer sowie der Avatar Warmech. Während der Mammut neben gewöhnlichen Geschossen noch Raketen abfeuert, verfügt der Avatar zunächst nur über einen starken Laser. Wenn er aber eine befreundete Infanterie-Einheit opfert, kann er dessen Waffe zusätzlich verwenden. Per Update erhalten manche Truppentypen übrigens eine Railgun beziehungsweise Laser, wodurch sie dem Feind nochmals ein Stück tödlicher zusetzen. Besonders eine Gruppe Mammut-Panzer kann dadurch verheerenden Schaden anrichten, ist mit der richtigen Taktik jedoch gleichzeitig gut zu knacken.
Tolle Optik
Die zahlreichen im Vorfeld veröffentlichten Videos und Screenshots haben nicht zu viel versprochen. „Command & Conquer 3“ macht grafisch einen sehr guten Eindruck und läuft sogar auf etwas älteren Rechnern (Athlon XP 2700+, 1,5 GB RAM, x800 GTO) in hohen Details noch flüssig. Die Einheiten selbst überzeugen ebenfalls mit schönen Details. Wenn sich Soldaten einen Bunker graben, dann schaufeln sie wie die Weltmeister. Die Ketten der Mammut-Panzer sind zwar nicht ganz rund, passen sich aber den Bodenverhältnissen an. Schick fallen ebenfalls die Effekte aus. Speziell die beiden Superwaffen Ionenkanone und Atomrakete hinterlassen eine Spur der Verwüstung, wenn auch nicht so gewaltig wie zum Beispiel in „Supreme Commander“.
Nicht weniger gelungen sind die tollen Zwischensequenzen. Zumindest die zwei in der Demo enthaltenen Videos können locker mit einer aktuellen US-Serie mithalten. Atmosphärisch scheint „Command & Conquer 3“ gerade deswegen ein echter Knüller zu werden. Neben dem gelungen Soundtrack sorgen dafür auch die zahlreichen Kommentare der Einheiten.
Rasantes Gameplay
Der Skirmish-Modus erlaubt derweil einen Einblick in den Multiplayer-Modus des Spiels. Die für zwei Teilnehmer ausgelegte Karte ist entsprechend klein und bietet bereits nach kurzer Zeit erste Gefechte. Generell ist hier das Tempo wie auch in der Kampagne recht hoch. Nach Angaben der Entwickler soll ein normales Spiel nicht länger als 30 Minuten dauern – der ideale Onlinepart für zwischendurch. Das Balancing ist, soweit man es derzeit beurteilen kann, ganz gut gelungen. Für jede Einheit gibt es eine wirksame Verteidigung, abgesehen von den Spezialkräften. Dazu zählen neben Ionenkanone und Atombombe auch Tarnfelder, Verstärkungen oder Orca-Angriffe.
Mit einem Trick lässt sich in der Demo sogar die Bruderschaft steuern, obwohl diese eigentlich nicht anwählbar ist. Dazu müsst Ihr lediglich per Maus auf die Armeeauswahl klicken und dann die Tastenkombination [STRG] + [SHIFT] + [N] ausführen. Beim KI-Gegner schaltet Ihr via [STRG] + [SHIFT] + [G] auf die GDI um. Die Scrin lassen sich zwar ebenfalls auswählen, verlieren aber mangels Startgebäude nach wenigen Sekunden.