Alle Jahre wieder feiern wir Weihnachten und Ostern ... und warten natürlich auf das jährliche Sportspieleupdate von Electronic Arts. Wie sieht es diesmal mit „FIFA 07“ aus? Gibt es sichtbare Fortschritte im Vergleich zur Vorjahesversion bzw. der WM-Fassung aus diesem Jahr? Wir haben uns aufs Spielfeld begeben und dem gegnerischen Torwart die Bälle um die Ohren gehauen. Das Ergebnis erfahrt ihr in unserem Review.
Umfangreiches Lizenzpacket
Wie gewohnt kommt auch „FIFA 07“ wieder mit einem umfangreichen Lizenzpaket daher, wodurch euch mehr als 20 Ligen und weitere Mannschaften zur Verfügung stehen, selbstverständlich mit den echten Daten, Namen und möglichst realistischen Spielergesichtern.
Beim Spielstart erwarten euch viele unterschiedliche Spielmodi, allerdings könnt ihr auch einfach sofort zwei Mannschaften auswählen und ein Match absolvieren. In diesem Jahr hat EA auch die Ballphysik überarbeitet, doch dazu später mehr. Wer sich daran gewöhnen möchte, kann ein Trainingsspiel, Elfmeter, Freistösse und auch Eckbälle üben. Ansonsten darf man wie gewohnt seine eigenen Turniere erstellen und gegen andere Mitspieler online antreten. Neu hinzukommen ist dabei die "Interaktive Liga". Diese basiert auf den Spielplänen der realen Ligen und lässt die Spieler mit ihren Lieblingsvereinen gegeneinander antreten. Dabei werden an einem Spieltag zum Beispiel immer wieder Partien zwischen Bremen und Bayern München ausgetragen. Das Team, bei dem die Spieler am Ende die meisten Siege herausgeholt haben, bekommt in der Tabelle auch drei Punkte gutgeschrieben. Pro Liga könnt ihr einen eurer Lieblingsvereine auswählen und diesen Spieltag für Spieltag unterstützen, die entscheidenden Partien werden jeweils in zwei Tagen vor der echten Begegnung ausgetragen. Eure Wahl sollte aber auch gut überlegt sein, denn pro Saison und Liga ist lediglich ein Wechsel erlaubt.
Abgesehen davon könnt ihr im Spiel auch diverse Herausforderungen erreichen, dazu zählen etwa eine bestimmte Anzahl an Toren oder Siegesserien, aber auch der Gewinn der Bundesliga oder des DFB-Pokals. Wisst ihr mit den vorgegebenen Vereinen nichts anfangen? Dann gründet doch einfach euren eigenen Klub! Auch das ist in „FIFA 07“ möglich, wobei ihr unter anderem das Wappen aus verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten zusammensetzt und einen Namen aussucht. Eigene Spieler lassen sich selbstverständlich auch kreieren. Mit dem eigenen Verein dürft ihr dann in allen Offline-Spielmodi antreten.
Fußball Manager lite
Sicher eines der Herzstücke von „FIFA 2007“ ist der Managermodus. Hier erstellt man zu Beginn einen Trainer und übernimmt die Kontrolle über einen Verein. Dort kümmert ihr euch um die Mannschaft, Transfers, einen Sponsor oder sucht Talente aus. An die Komplexität des „Fussball Manager“ aus dem Hause EA kommt das Ganze aber natürlich nicht heran. Sind alle Entscheidungen getroffen, geht’s auf dem grünen Rasen zur Sache. Wer nicht selbst spielen möchte, wählt entweder die visuelle oder die schnelle Simulation. Bei letzterer wird euch nur das Ergebnis präsentiert, die visuelle Simulation funktioniert hingegen wie der Textmodus im „Fussball Manager“, wenn auch weit weniger umfangreich.
Wer will, kann dabei sogar an beliebiger Stelle ins Spiel einspringen, um etwa einen Rückstand noch selbst aufzuholen. Dabei kommt auch eines der Mankos des Managermodus zum Vorschein: Vor einem Spiel könnt ihr nämlich nicht selbst die Trikots wählen, was das Spiel selbst aber leider auch nicht immer zufriedenstellend löst. Wenn euer Team komplett in rot antritt und der Gegner in roten Trikots mit schwarzen Hosen, dann ist das ja noch halbwegs akzeptabel. Völlig unverständlich aber, wenn beide Mannschaften komplett in rot oder weiß antreten. Dabei fällt es erwartungsgemäß sehr schwer die Übersicht zu behalten, lediglich das Radar hilft hier etwas weiter.
Der neue Ball
Den größten spielerischen Fortschritt hat in „FIFA 07“ definitiv die Ballphysik gemacht. Der Ball wird jetzt eigenständig berechnet und klebt nicht mehr am Fuß der Spieler, wodurch sich das Gameplay auch anders und vor allem realistischer anfühlt, wenn auch noch nicht ganz so realistisch wie in „Pro Evolution Soccer“. Da ist dann doch noch etwas mehr Arbeit erforderlich. Durch das überarbeitete System entstehen auch viele neue Situation. Das Erzielen von Toren ist bei weitem nicht mehr so einfach wie in den Vorgängern. Hier kommt es nun auf die richtige Position und Ballkontrolle an, sonst gehen die Bälle recht weit am Tor vorbei. Ebenso laufen eure Spieler nicht immer noch automatisch Richtung Ball. Sobald dieser in der Luft ist, zeigt ein gelber Punkt auf dem Rasen an, wo er landen wird. Mit eurem in der Nähe befindlichen Spieler müsst ihr nun versuchen, das Spielgerät unter eure Kontrolle zu bringen bzw. diesen auf das Tor oder zu den Mitspielern zu befördern. Was nun häufiger vorkommt sind außerdem Abpraller von Spielern, Torhütern oder dem Aluminiumgestänge des Tores, woraus wiederum das eine oder andere Abstaubertor resultiert. Unrealistisch ist das keineswegs, schließlich passiert dies auch recht häufig in der Realität.
Wo ist die NextGen Grafik?
Bereits in unserem Test zu „FIFA WM 2006“ haben wir die Grafik kritisiert, bei „FIFA 2007“ hat sich diese nur unwesentlich verbessert. Noch immer wird auf dem PC die veraltete Grafikengine verwendet, während das Spiel auf der Xbox 360 wirklich fantastisch aussieht. Da verwundert es doch sehr, dass es bei hohen Einstellungen auf einem definitiv ausreichenden Rechner gerade in den „Zwischensequenzen“ vor Anpfiff der Partie, nach Torchancen, bei Eckbällen oder Fouls zu Rucklern kommt, die Framerate bricht hier deutlich in den Keller. Auf mittleren Details bessert sich dies zwar, komischerweise laufen dann aber einige der Szenen ohne Probleme, andere ruckeln jedoch weiter brav vor sich hin. Gewohnt sehr gut ist die Atmosphäre in den Stadien gelungen, zumindest wenn man den Sound betrachtet. Die Zuschauer selbst bestehen weiterhin aus verpixelten und flachen Bitmaps, ebenso die Fotografen am Spielfeldrand. In den Menüs hört ihr wieder jede Menge von EA lizensierte Musikstücke von mehr oder weniger bekannten Künstlern.
Die KI der Spieler funktioniert größtenteils recht gut und hält sich an die Vorgaben, die ihr während der Spiele per Tastendruck bestimmen könnt. Allerdings kommt es immer wieder zu kleinen Aussetzern bei den Gegenspielern. Wenn diese von einem Spieler verfolgt werden, laufen sie gerne mal nach hinten anstatt einfach den Ball zu einem der freien Mitspieler zu passen.