Für viele PC-Spieler war er so etwas wie Super Mario. Der erste Action-Held, der unsere Hilfe auf dem Weg zur Rettung der Prinzessin benötigte. Die Rede ist von Prince of Persia. Ubi Soft nimmt sich dem revolutionären Vorgänger an und will einen würdigen Nachfolger schaffen. Wie die Chancen dafür stehen, erfährst du in unserem Preview.
Story:
Auch die Fortsetzung spielt wieder in einer Welt aus 1001er Nacht und wird dem Spieler vom Prinzen persönlich erzählt. Die Kulisse einer geheimnisvollen Welt mit ihrer typisch persischen Architektur, Fauna und ihren Kostümen bietet Platz für eine spannende und exotische Geschichte rund um den Prinzen. Dieser findet im Wüstensand von Persien einen magischen Dolch, der dunkle Mächte hat. Doch das weiß er natürlich nicht und so kommt es, dass der Prinz diesen Dolch leichtsinnig einsetzt und damit die Sands of Time befreit, die vorher in einer riesigen Sanduhr friedlich geschlummert haben. Deren uralte Macht bringt das todbringende Böse über das Land seines Vaters. Und so muss er sich auf eine Reise machen, die all seinen Mut und seine Entschlossenheit fordert. Das Schicksal der Welt liegt nun in seinen Händen. Er muss die Sands of Time wieder einfangen! Dabei hilft ihm eine schöne, geheimnisvolle und möglicherweise nicht ganz vertrauenswürdige Prinzessin. Es gibt nunmehr nur noch eine Regel: Beherrsche den Sand oder finde dein Grab darin. Anfangs ist der namenlose Prinz noch auf Suche nach Abenteuer und Ruhm. Im Verlauf des Spiels reift er aber und wird zu einem starken Actionhelden. Diese Veränderung wird auch an seinem Aussehen sichtbar. Die Geschichte wird in Dialogen und Interaktionen mit anderen Charakteren und in den kurzen und actionreichen Cutscenes erzählt, die mit dem Gameplay verwoben sind.
Gameplay:
Das Spiel ist in das Genre der Action-Adventures einzuordnen und so ist auch reichlich los in der orientalischen Welt. Der Prinz ist ein sehr flinker, gewandter und akrobatischer Charakter und so muss man sich nicht nur in unzähligen Sprungeinlagen beweisen. Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen mit den Wächtern der Sands of Time, bei denen das innovative Kampfsystem zum Einsatz kommt. Hierbei wurden die Entwickler nicht nur von den Geschichten aus 1001er Nacht inspiriert, sondern auch von Martial Arts Filmen und dem brasilianischen Kampfstil Capoeira. Mit Hilfe von Krummschwert oder Messern sind eine Vielzahl von Block-, Schlag- und Trittkombinationen möglich. So kann man z.B. hinter Gegner springen, an deren Oberkörper hinauflaufen und ihnen im Sprung den tödlichen Stoß mit dem Schwert verpassen. Doch beeindruckt das Spiel auch mit den schnellen, leichtfüßigen und katzenhafte Bewegungen des Titelhelden. Dieser kann, wie im Spiel Enter the Matrix, die Wand entlang laufen und an Fahnenstangen schwingen um Abgründe zu überwinden. Durch die einfache und intuitive Steuerung ist dies ein Kinderspiel. Eine weitere spielerische Neuerung ist seine Fähigkeit, die Zeit für seine Zwecke zu nutzen. So kann man die Gegenwart einfrieren und nach dem vorzeitigen Ableben des Spielers die Zeit zurückspulen. Auf seiner Reise führt es den Prinzen ins Innere von Palästen, Dungeons oder einer riesigen Stadt mit Palmen. Dabei muss er sich gegen unzählige Gegner zu Wehr setzen, die wie Fabelwesen wirken. Und natürlich gibt es auch wieder Fallen, Schluchten und kleine Rätsel. Auch wenn wir mit Sicherheit keinen Multiplayer spendiert bekommen, sind uns zwischen 12 und 18 Stunden Spieldauer garantiert.
Grafik:
Das Spiel glänzt mit einer eigenen Engine, die dem Held über 1500 Polygone spendiert. Dies wird hier aber im Vergleich zu anderen Titeln auch wirklich sichtbar. Der Prinz wurde im Vergleich zum ersten Teil komplett neu gestaltet. Durch seine Kleidung, seine Kolorierung, seinen Gesichtsausdruck und seine Statur verkörpert er nun den modernen Actionhelden. Jeder Windstoß wirkt sich auf unseren Spieler aus und ist an Haar, Hose und Hemd zu sehen, während der Dolch am Gürtel schwingt. Die besonders schön wirkenden Gesichtsanimationen kommen gerade in den Zwischensequenzen zur Geltung und bescheren den Charakteren eine ausdrucksstarke Mimik. Und auch im Leveldesign ist der orientalische Stil deutlich zu sehen. Beeindruckende Lichteffekte und ein leichter Wischeffekt verstärken den dreidimensionalen Eindruck des Spiels. Aber am stärksten stechen die geschmeidigen Animationen des Helden ins Auge, wenn er sich durch die Level schwingt.
Entwicklung:
Prince of Persia – The Sands of Time wird von Ubi Soft Montreal entwickelt, einer Firma, die bereits mit Splinter Cell neue Maßstäbe gesetzt hat. Bei ihrer Arbeit steht ihnen Jordan Mechner, der Erfinder des Prinzen, zur Seite. Der erste Teil aus dem Jahre 1990 hat das Erscheinungsbild der Computerspiele durch „naturgetreue“ Animationen und Geschichte hinter der Action grundlegend verändert. Die daraus entstandenen Fortsetzungen wurden weltweit mehr als 3 Millionen mal verkauft und erschienen 6 Sprachen. So ist es nicht verwunderlich, dass sich Ubi Soft die Lizenzen für diesen Klassiker gesichert hat. Der Plan einer Fortsetzung entstand bereits im Jahr 2001, doch erst auf der diesjährigen E3 wurde das Geheimnis um das Spiel gelüftet. Prince of Persia: The Sands of Time räumte gleich mehrere Preise ab, darunter den des besten PS2 Spiels und Platz 3 der besten Spiele insgesamt. Das Spiel ist bereits zu 60% fertig gestellt und wenn alles gut geht, steht für das 4. Quartal 2003 das Release für PS2, XBox, GameCube, GameBoy Advance und den PC ins Haus. Hoffen wir das Beste.