Auch nach dem Abschluss der nun über 30 Jahre währenden Star Wars Saga in den Kinos haben Luke Skywalker & Co auf dem heimischen PC noch lange nicht ausgedient. Manche mögen die Nase rümpfen, anderen mag's ganz recht sein. Nachdem uns LucasArts jüngst mit "Republic Commando" einen überraschend düsteren Teamshooter aus dem "Star Wars" Universum bescherte, geht es in "Battlefront 2" wieder richtig spaßig zur Sache. Warum das Ganze besonders mit Freunden Laune macht und warum sich auch "Nicht Star Wars Fans" den 31. Oktober im heimischen Kalender rot anstreichen können, erfahrt ihr in den nachfolgenden Zeilen.
Mach's nochmal, aber gefälligst besser!
Moment, steht da nicht "Battlefront 2" auf der Spielepackung? Richtig! Ergo sollte es eigentlich bereits einen ersten Teil gegeben haben. Wieder richtig! Das Ganze erschien im Jahre 2004 und verkaufte sich überraschenderweise über 1,7 Millionen Mal. Keine Frage - ein Nachfolger musste her. Anstatt uns also mit einem dahingeschlampten Sequel für die schnelle Mark zu langweilen, nahm sich LucasArts Zeit um sich besonders den kritischen Fanstimmen zu widmen: "Zu verwirrend sei das Leveldesign", "Zu schlecht der Netcode", "Zu unbalanciert das Gameplay". All diese kleineren oder größeren Mängel hat LucasArts im zweiten Teil ausgemerzt und verspricht dem Spieler so anstatt einem langweiligen "Battlefront 1.5" ein vollwertiges Sequel. Für ein eben solches müssen natürlich auch einige Neuerungen her. Klar doch, denken sich die Entwickler und bescheren vor allem dem unersättlichen Star Wars Enthusiasten reichlich Futter. Ähnlich wie beim genrefremden Bruder "Knights of the Old Republic 2" haben wir nun die Möglichkeit, selbst einmal den Jedi an die Hyperraumglocke zu hängen, zeitlich begrenzt natürlich, man will schließlich das aufwändig ausgefeilte Balancing nicht gefährden.
Einmal Pommes und die 12 er X-Wings
Freilich begnügen sich die fleißigen Jungs und Mädels nicht nur mit einem frischen Lüftchen. Ein ebenso von den Fans ersehntes Feature findet mit dem zweiten Teil endlich seinen Einzug: Ab sofort dürft ihr euch selbst hinter das Steuer von X-Wings und Konsorten setzten und euren Mitspielern in riesigen Weltraumschlachten Feuer unterm Hintern machen. Nachdem ihr im riesigen Mutterschiff eurer Fraktion gestartet seit und euch einen hübschen Weltraumflitzer ausgewählt habt, geht es daran, möglichst unbeschadet in das feindliche Mutterschiff zu gelangen und die dortige Brücke zu infiltrieren. Habt ihr das geschafft, erlangt ihr einen Punkt. Wer am Ende eines vorab eingestellten Zeitraumes die meisten Punkte erlangt hat, gewinnt. Das Ganze läuft also ein wenig wie der Modi "Capture the Flag". Schön ist besonders, dass die Mutterschiffe nahtlos mit dem Weltraum verbunden sind - störende Ladezeiten in den Schlachten fallen also weg.
Ich kann auch anders mein Lieber!
Klar, in Battlefront II geht es vorrangig um den Mehrspielerbereich. Aber was hat sich LucasArts im ersten Teil bitte mit dem Singleplayerteil erlaubt? Unverknüpfte Einsätze und eine dämliche Bot KI schreckten auch den letzten Einsiedler ab. Klar, dass der ganze Spaß im zweiten Teil besser werden musste. Die Entwickler versprechen eine zusammenhängende Story mit festen Missionszielen. Gut so! Somit dürfen auch Einzelkämpfer, die sich an der etwas veralteten Grafik nicht stören und vom ganzen "Star Wars Wahn" noch immer nicht genug bekommen haben durchaus einen hoffnungsvollen Blick auf "Battlefront II" werfen.
Battlefield anno 2764
Letzten Endes ist "Battlefront 2" klar ein reinrassiger Multiplayershooter. Dem Genrekönig "Battlefield 2" wird er zwar nicht das Wasser reichen können, die zahlreichen Modi, über 20 Maps, die abwechslungsreichen Schlachten, die vielen Klassen und zahlreichen Waffen sollten dem Titel trotzdem einen angemessenen Platz unter den Multiplayer "Top Ten" bescheren. Anders als beispielsweise in "Battlefield 2" finden zahlreiche Modi ihren Platz. Im altbekannten "Deathmatch" geht es eher kontrovers zur Sache, während in "Capture the Flag" taktisches Vorgehen durchaus Sinn hat. In den "Capture the Flag" ähnlichen Luftkämpfen sollte sich das Team ebenso auf den einzelnen Mitstreiter verlassen können wie in den actionreichen Bodenschlachten.
Klasse, die Klassen
Ein "Klassenfeind" ist "Battlefront II" wahrlich nicht. In jedem der Spielmodi könnt ihr euch zwischen zwei Fraktionen (Rebellen, Imperialisten) entscheiden, die wiederum in zahlreiche Klassen untergliedert sind. Wollt ihr lieber gehaltvolle Action? Dann solltet ihr euch des normalen Soldaten mit altbewährter Angriffsbewaffnung widmen. Darf es etwas "knalliger sein"? Dann räumt als durchschlagskräftiger Frontsoldat mit euerem ganz persönlichem Raketenwerfer auf. Wenn ihr den Kampf lieber leiser angeht, legt ihr euch am besten als treffsicherer Scharfschütze auf die Lauer. "Battlefront II" bietet dank seiner Klassen zahlreiche Spiel- und Vorgehensmöglichkeiten. Ein weiteres interessantes Feature ist das Punktesystem: Je besser ich spiele, je mehr ich also treffe, desto mehr Punkte heimse ich ein. Habe ich eine gewisse Punktzahl erreicht, kann ich für eine kurze Zeit einen Jedi oder eine durchweg schlagkräftigere Klasse spielen. Das motiviert und sichert spielerische Abwechslung.
Wie schaut's aus?
Auch "Battlefront II" büßt kein Fünkchen der "Star Wars" Atmosphäre ein. Da raucht, zischt und explodiert es. Grafisch ist das Ganze gutes Mittelmaß. Im Vergleich zum Vorgänger hat LucasArts ein paar feine Features wie beispielsweise Bumpmapping eingebaut. Wegen des doch recht groben grafischen Gerüstes wird das Spiel jedoch definitiv nicht an die grafisch opulente Genrespitze kommen.