Im Jahre 2012 haben klassische Adventures aus Deutschland einen sehr guten Ruf. Dazu trägt vor allem Entwickler Daedalic erheblich bei. In schöner Regelmäßigkeit versorgt uns die Abenteuerschmiede mit rätsellastigen und humorvollen Geschichten. Als eines der Prunkstücke im Portfolio von Daedalic gilt das Adventure um den skurrilen Erfinder Rufus. »Deponia gelang sogar der Sprung bis ganz noch oben in den Videospielcharts. Jetzt steht der Nachfolger Chaos auf Deponia kurz vor der Veröffentlichung. Wir haben schon vorab einen Blick auf das heiß ersehnte Abenteuer geworfen.
Daedalic hat
Deponia von vornherein als Trilogie angelegt. So hinterlässt schon der erste Teil am Ende viele Fragen. Daher empfehlen wir vor dem Kauf von
Chaos auf Deponia auf jeden Fall den Erstling durchzuspielen. Nicht nur um dem Verlauf der Geschichte besser folgen zu können, sondern auch, weil es sich um ein erstklassiges Adventure handelt. Für all jene, die dennoch unbedingt mit dem zweiten Teil starten wollen, fasst Daedalic die Handlung des Vorgängers im Vorspann noch einmal zusammen.
Deponia – Auch im zweiten Teil kein Schrott
Wie es sich für einen zweiten Teil gehört, möchte auch Daedalic in
Chaos auf Deponia alles größer, schöner und besser machen. Insbesondere in Sachen Rätseln hat sich der Entwickler mehr Sorgfalt und Tiefgründigkeit auf die Fahnen geschrieben. Weniger linear, mehr Entscheidungsfreiheit. Unter diesem kurzen Motto stand und steht die Entwicklung des neuesten Teiles.
Ein zentrales Element stellen natürlich die verrückten Erfindungen von Rufus dar. Sehr zum Leidwesen von Goal, die die ein oder andere Veränderung ihrer Persönlichkeit über sich ergehen lassen muss. Mit Hilfe der Datasetten fummelt Rufus immer wieder an ihren Synapsen herum und bewirkt dadurch teilweise fundamentale Verhaltensveränderungen. Wie ihr euch sicher denken könnt sorgt diese Möglichkeit auch für zahlreiche Lösungsansätze in den Rätseln.
Mehr Rätsel, mehr Platz, mehr Spaß?
Da es sich bei
Chaos auf Deponia um einen echten Nachfolger handelt, finden sich natürlich auch zahlreiche Personen und Schauplätze aus dem Vorgänger wieder. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem schwimmenden Schwarzmarkt zu, der deutlich mehr Umfang haben soll als Kuvaq, der Hauptschauplatz des ersten Teils. Auf dem Schwarzmarkt herrschen rivalisierende Kräfte. Derzeit lenkt die Militärmacht Organon die Geschicke, doch rührt sich im Untergrund längst der Widerstand. Mitten in den Putsch verschlägt es auch Rufus und Goal, die natürlich im Verlauf der Revolte eine große Rolle spielen werden. Wer, wenn nicht Rufus, könnte besser für Chaos auf Deponia sorgen?
Rufus – Das personifizierte Chaos
Neben den Rätseln und der Geschichte machen natürlich die Figuren einen großen Teil des Reizes von
Deponia aus. Allen voran natürlich Rufus, der mit seiner unnachahmlichen Art immer wieder für Unruhe und Verwirrung sorgt. Ein Paradebeispiel dafür zeigt sich bereits im Tutorial des Spiels. Dort steht ihr vor der unbändigen Aufgabe, euch von Doc – ebenfalls bekannt aus dem ersten Teil – einen Hammer zu leihen. Leider ist unser Rufus mit dieser Aufgabe ein wenig überfordert. Nachdem er erst den Vogel von Oma Utz ins Jenseits befördert hat, steckt er auch noch gleich die Hütte in Brand. Während sich diese Szenen abspielen, diskutieren Oma Utz und Doc noch in aller Seelenruhe darüber, ob Rufus nun wirklich ein ruhigerer Vertreter seiner Art geworden ist oder nicht. Wie ihr seht, wird der Humor in
Chaos auf Deponia wohl wieder nicht zu kurz kommen.
Point and Click
Bei der Steuerung setzt Daedalic auf bewährte Tugenden. Spieler, die in der letzten Zeit ein Point-and-Click-Adventure gespielt haben, werden auch mit
Chaos auf Deponia schnell zurecht kommen. Das funktioniert dann auch vollkommen ohne Zuhilfenahme der Tastatur. Mit dem Mausrad navigiert ihr recht komfortabel durch das Inventar. Doch auch wenn ihr die Kombination aus Maus und Tastatur wählt müsst ihr keine großen Verrenkungen vor dem Bildschirm machen.
Gute Arbeit können wir Daedalic auch bei der grafischen Gestaltung bescheinigen. Große Sprünge im Vergleich zum Vorgänger dürft ihr zwar nicht erwarten, dies ist aber auch gar nicht notwendig. Schon bei
Deponia haben die Macher viel Liebe zum Detail bewiesen. Im Bereich der 2D-Adventures muss sich
Chaos auf Deponia jedenfalls vor keinem Genrekonkurrenten verstecken.
Gleiches gilt auch für die Vertonung des Spiels. Die bekannten Sprecher verleihen auch diesmal den Figuren wieder viel Profil und füllen die Dialoge mit Leben. Man merkt dem Spiel deutlich an, dass es sich um eine deutsche Originalentwicklung handelt. Bei der Vertonung hat Daedalic hohen Wert auf die Auswahl der Sprecher gelegt. Diese transportieren erneut den Sprachwitz der Macher gekonnt in das Spiel.