Mit Grotesque Tactics lieferte der deutsche Entwickler Silent Dreams vor etwas mehr als einem Jahr einen durchaus interessanten Indie-Titel ab. Der Mix aus Rundenstrategie und Rollenspiel bewegte ordentlich die Lachmuskeln der Spieler, denn das Spiel nahm sich nicht gerade sehr ernst und überzeugte mit klischeehaften Charakteren und witzigen Dialogen. Grotesque Tactics 2: Dungeons & Donuts soll daran nichts ändern, aber Kritikpunkte ausmerzen. Wir haben uns eine fast fertige Version angeschaut.
Neues Kampfsystem
So schnell kann es gehen: Eben wird noch ausgefallen der Sieg gefeiert und dann muss man auch schon wieder rennen. Aufgrund eines eigenartigen Nebels werden nach und nach Personen verschlungen und somit bleibt nur der Rückweg in die Tiefen des Erdreiches. Als man denkt, man sei gerettet, wird es nur noch schlimmer: Das Essen geht langsam aus, weshalb sich drei Gilden (Ritter von Glory, Söldner und arrogante Hochelfen) gründen um Nahrung heranzuschaffen. So fängt die Geschichte von
Grotesque Tactics 2: Dungeons & Donuts an, die direkt an das Ende des Vorgängers anschließt. Erneut übernehmen wir dabei die Rolle des depressiven Emo Drake, der - und soviel können wir schon verraten - das Königreich erneut retten muss. Das bedeutet auch, dass er sich wieder mit Monstern und ähnlichem Zeugs herumschlagen muss. Gut für uns, denn somit können wir die Änderungen am Kampfsystem näher beleuchten.
In den Kämpfen gegen normale Monster offenbart sich das noch nicht, aber schon wenig später im ersten Bosskampf. Drake hält nämlich den Angriffen eines Skelettkönigs nur wenig stand, weshalb wir uns einen Angriff von Hinten zu Nutze machen müssen. Dadurch erzielen wir immer kritische Treffer, die nach wenigen Runden den Skelettkönig sterben lassen. Später sollen die Angriffe von Hinten auch gegen normale Monster wichtig werden, da es diese auch als Elite-Gegner geben wird. Jene haben eine unterschiedliche Bewaffnung und, das ist ebenfalls neu, Resistenzen gegen verschiedene Dinge. So kann es beispielsweise sein, dass die eine Spinne Feuer nicht so sehr mag, aber einer anderen ist der brennende Ball ziemlich egal. Die taktische KI haben die Entwickler deshalb auch überarbeitet, wodurch die Monster ebenfalls diese Möglichkeiten des Kampfsystems ausnutzen. In unserer Preview-Version war das allerdings nur ansatzweise zu erkennen.
Gruppenmitglieder, Talentbäume und Rollenspiel
Zu Beginn von
Grotesque Tactics 2: Dungeons & Donuts sind wir weitestgehend alleine unterwegs. Erst im späteren Spielverlauf können wir bis zu sechs weitere Gruppenmitglieder aufsammeln oder sie von anderen Gilden abwerben. Von den sechs Gruppenmitglieder können wir jedoch nur maximal drei mit auf die Abenteuer nehmen, während der Rest es sich am Lagerfeuer gemütlich macht. Zudem solltet ihr bei euren treuen Gefolgsleuten darauf achten, dass sie sich nicht zu sehr hassen: Sollte das der Fall sein, dann kann es passieren, dass sich die beiden mitten im Kampf gegenseitig angreifen. Eher unpraktisch, aber wir dürfen ab sofort auch die Kontrolle über die angeheuerten Söldner übernehmen und müssen uns nicht auf die KI verlassen. Zusätzlich beherbergen alle Gruppenmitglieder einen Talentbaum mit zehn unterschiedlichen Fähigkeiten. Der ist nicht besonders tief, aber verstärkt im Endeffekt dennoch die taktische Komponente der Kämpfe. Nach jedem Stufenaufstieg können wir einen Punkt in den Talentbaum investieren und erhöhen etwa unsere Lebenspunkte oder wir können fortan mehr Schaden austeilen.
Typische Rollenspiel: Wir bekommen mehr als genug Quests. Diese fallen allerdings amüsanter aus als in ernsteren Spielen. So sollen wir etwa gleich zu Beginn dem Holy Avatar ein Elfenschild bringen. In der Krankenstation finden wir eins, jedoch ist das in den kalten Händen eines toten Elfen. Wir müssen also erst eine Schere besorgen, um damit die Hand abzuschneiden. Unser Auftraggeber nimmt dennoch das Schild mehr oder weniger dankend an. Auch die späteren Quests erscheinen im ersten Augeblick sinnfrei, aber durchaus witzig. So sollen wir etwa der Prinzessin ein Hühnchen bringen. Apropos Hühnchen: Das Thema Essen ist der zentrale Punkt von
Grotesque Tactics 2: Dungeons & Donuts. Lebensmittel lassen sich auch als Tauschwährung verwenden oder wir erlernen neue Kochrezepte. Dann können wir nahrhafte Sachen wie eine Spinnensalami verschenken und somit unseren Ruf bei den Gilden aufbessern.
Gleicher Humor, anderer Grafikstil
Beim Humor bleiben sich die Entwickler treu: Die NPCs und Dialoge regen weiterhin zum Schmunzeln an, da sie durchaus gekonnt mit den Klischees spielen. Der Anführer der Hochelfen begrüßt uns etwa besonders froh mit den Worten "
Die Menschen senden uns also einen goldenen Wichtigtuer mit wollüstigen Jungfrauen und einem depressiven Gothic-Typen!". Wenig später erwacht Drake nach einem heftigen Kampf mit einer Heldenamnesie. Die Jungfrau Angelina gibt uns aber Mut zur Hoffnung: "
Das passiert jedem Helden einmal.". Anspielungen auf weitere Serien und Spiele gibt es mehr als genug, so das Versprechen der Entwickler.
Die größte Änderung betrifft den Grafikstil: Der Vorgänger war sehr bunt und wirkte kinderfreundlich. Der zweite Serienteil geht nun einen anderen Weg und setzt auf einen düsteren Grafikstil. Übertriebene Lichteffekte werdet ihr also mit der Lupe suchen müssen, aber der Stilwechsel hat einen einfachen Grund: Im gesamten Spiel werden wir uns unterhalb der Erdoberfläche bewegen. Erst gegen Ende sollen wir die Oberfläche wieder besuchen, allerdings sollen bis dahin rund 15 Stunden Spielzeit vergehen. Dort erwartet uns dann auch eines der drei Enden, je nachdem welcher Gilde wir uns anschließen.