Nadeo kommt endlich mit dem zweiten Teil der Trackmania-Reihe um die Ecke. Doch anstatt ein komplettes Spiel mit unterschiedlichen Szenarien wie beim ersten Teil zu veröffentlichen, geht der Entwickler einen alternativen Weg und vertreibt TrackMania 2 in kleinen Häppchen. Das neue Episodenformat erlaubt es Nadeo sich auf ein bestimmtes Szenario zu konzentrieren und möglichst bis ins kleinste Detail auszubauen. Den Anfang macht die Episode Canyon, die ab dem 14. September für 20 Euro zu haben sein wird. Wir haben uns schonmal in die Beta gestürzt und berichten von den adrenalinreichen Multiplayer-Rennen.
Nachbarschaftsduelle
Viel geändert hat sich in
TrackMania 2: Canyon auf den ersten Blick nicht. Nach wie vor bestreitet ihr wahnwitzig schnelle Rennen auf schikanenreichen Rennstrecken. Die sind meist von den Spielern aus der Community kreiert und werden auf dem eigenen dedizierten Server bereitgestellt. Die Verbindung funktionierte schon in der Beta tadellos und schickte uns ohne lange Wartezeiten rasend schnell auf die Rennstrecken. In der von uns angespielten Version konnten wir nur an Multiplayer-Rennen teilnehmen, da der Singleplayer noch bis zum offiziellen Release gesperrt ist. Im übersichtlichen Servermenü dürfen wir vor den Partien bestimmen, welchen Mitspielern wir gegenübertreten wollen. Da jeder Spieler zu Spielstart sein Bundesland und sogar seine Stadt angeben kann, tragen wir, wenn gewünscht, innerstädtische Duelle aus. Ein nettes Feature seitens Nadeo, das bereits seit einiger Zeit in den
Trackmania-Teilen mit von der Partie ist.
Altbekanntes
Mit
Canyon startet die
Trackmania 2-Reihe also. Demzufolge spielen sich die Rennen auch nur in Wüsten-Gebieten ab. Die bereits bekannten Streckenteile wurden sinnvoll aufgestockt. So kann man nun beispielsweise auch ein kleines Bergwerk bauen und Streckenverläufe unter Tage anlegen. Sprungschanzen, Beschleuigungsabschnitte oder auch Loopings sind natürlich auch wieder auf den Strecken zu finden. Bis auf das Szenario und die alternativen Streckenteile ist somit alles wie von der Serie gewohnt.
Das actionlastige Fahrgefühl wurde ein wenig optimiert, was zur Folge hat, dass sich die Fahrzeuge ein wenig realistischer, dabei aber äußerst präzise, verhalten.
Trackmania bleibt seiner Linie jedoch treu und hebt sich durch eine sehr direkte und unkomplizierte Steuerung von den Konkurrenten ab. Das ist auch nötig, denn manche Strecken verlangen selbst Gamepad-Akrobaten jede Menge Timing und ein gutes Reaktionsvermögen ab. Viele Strecken müssen erst ein Dutzend mal befahren werden, um gute Rundenzeiten hervorzubringen. Genau das macht die Serie aus, und genau das liefert auch
TrackMania 2: Canyon wieder.
Wermutstropfen
Schade nur, dass es lediglich ein Szenario gibt, an dem man sich nach einiger Zeit sattgesehen hat. Selbst die eigentlich günstigen 20 Euro Verkaufspreis verkommmen da zu einem happigen Angebot, wenn man bedenkt, dass
Trackmania Nations kostenlos angeboten wird und auch nur ein, wenn auch stark eingeschränktes, Szenario enthält. Langjährige Fans dürfte das aber nicht stören. Diese freuen sich vielmehr über die vielen neuen Streckenteile, die im Editor zu einer eigenen Strecke zusammengebastelt werden können.
An den Vorgängern wurde dessen schwere Zugänglichkeit stark kritisiert und auch bei
Canyon fällt der Streckenbau ziemlich fummelig aus. Auch wenn es eine frei justierbare Kamera gibt, so müssen erst die richtigen Streckenteile in zig Untermenüs gesucht werden. Mitunter erkennt man erst durch Ausprobieren, was für Abschnitte man überhaupt ausgewählt hat und wozu sie gut sind. Außerdem werden die Bauteile in der Beta selbst in der deutschen Version noch in englisch aufgeführt, was Verwirrungen aufkommen lässt, wenn man des Englischen nicht mächtig ist. Dafür entschädigen die umfassenden Extras den komplizierten Streckenbau. So lassen sich eigene Medien importieren und in die eigene Map einfügen. Zum Beispiel lassen sich so eigene Musikstücke einbinden.
Kleine Grafik-Revolution
Die zweckmäßige Grafik der
Trackmania-Serie hat Nadeo ein Stück weit verbessert. Vor allem in Sachen Beleuchtung kann sich
TrackMania 2: Canyon sehen lassen. Im Ganzen wirkt die Technik ausgereifter und auf ein neues Level gehoben. Felsformationen wirken wie aus einem Guss, die Vehikel knackscharf und sogar ein Schadensmodell wurde eingefügt. Treibende Electro-Klänge sowie brachiale Motorensounds stimmen uns auch im Soundbereich zufrieden.