Rundenstrategie. Eng mit diesem Begriff verbunden ist die Videospielserie Heroes of Might and Magic. Seit ihrem Debut 1995 erfreut sich die Serie großer Beliebtheit. Noch in diesem Jahr geht es in die sechste Runde. Es wird sich einiges ändern, so viel hat der Entwickler Black Hole bereits erklärt. Fans stehen dieser Ankündigung skeptisch gegenüber. Sind die Neuerung sinnvoll? Bleibt Might & Magic: Heroes 6 seiner Tradition treu? Was wird uns erwarten? Wir haben bereits reingespielt.
Tradition gegen Fortschritt
Might & Magic: Heroes 6. Videospielveteranen wissen: Nur wenige Serien können sich damit brüsten, derart viele Titel unter einem Namen herausgebracht zu haben, und das sehr erfolgreich! Die grundlegenden Elemente, Rundenstrategie, Fantasywelt und Rollenspielelemente sind feste Bestandteile der Marke. Selbstredend wird auch der sechste Teil nicht von diesen Grundsätzen abweichen. Dennoch schauen viele Anhänger der Serie dem 8. September gespannt entgegen. Zahlreiche Neuerungen sind angekündigt worden. Bevor wir uns jedoch mit den spielerischen Veränderungen beschäftigen, gilt es zunächst, den geschichtlichen Hintergrund zu klären...
Völkermord
In den Augen der Menschen sind Orks nicht unbedingt hoch angesehen. Als waffenschwingende, stinkende und äußerst aggressive Rasse haben sich die Grünhäuter einen sehr zweifelhaften Ruf aufgebaut. Obwohl es sich dabei um keine sehr angenehmen Zeitgenossen handelt, stellt man sich berechtigte Frage: Haben sie den Genozid verdient? Ist ein barbarisches Abschlachten aller Orks gerechtfertigt? Nein! Zu dieser Antwort kommt Herzog Slava nach reiflicher Überlegung, als er das Massaker mit eigenen Augen zu sehen bekommt. Er beschließt, seinen orkischen Freunden zu Hilfe zu eilen. Damit stellt er sich gegen den Befehl des Kaisers selbst und hat fortan die Aufgabe, Gerhart und seine Ritter, die im Namen seiner Majestät die Messerarbeit in die Hand nehmen, zu beharken....Willkommen im Tutorial von
Might & Magic: Heroes 6.
… auf ins (Un)Bekannte!
Spielerisch ändert sich auf den ersten Blick in
Might & Magic: Heroes 6 nur wenig. Das ist gut so, denn die Dauermotivation ist somit immer noch gegeben. Wir haben uns mehrmals geschworen, dass wir nach diesem einem Zug das Spiel beenden, aber am Ende haben wir dennoch weitergespielt. Das liegt auch daran, dass es weiterhin sehr spannend ist, uns über die Karte fortzubewegen, um Gegner und Gegenstände zu finden. Dennoch haben die Herren von Black Hole einiges geändert. Das fängt beim Charaktersystem an und endet bei bzw. in den Schlachten.
So steigen nach einem Stufenaufstieg nicht nur unsere Werte, sondern wir landen in einem umfangreichen und sehr interessanten Talentebaum. Neben allgemeinen Talenten gibt es auch noch unzählige Zaubersprüche mit den unterschiedlichsten Wirkungen und Entfaltungsmöglichkeiten. Die Möglichkeiten der Talentezusammenstellung sind schier gewaltig, allerdings haperst es an der Balance. Schon früh stellt sich heraus, welche Fähigkeiten einem deutlich mehr bringen. Das führt das System ad absurdum, denn somit würden sich die meisten Helden nur in eine Richtung entwickeln. Die vielfältigen Entfaltungsmöglichkeiten wären nur Statisten. Hier müssen die Entwickler noch dringend nachbessern und möglichst viele, verschiedene Fähigkeiten interessant machen. Für die Zauber wird übrigens keine Magiergilde mehr benötigt.
Einflussbereiche ändern das Stadtleben
Die bessere Spielbalance bieten zurzeit die Städte und Außenposten. Statt wie in früheren Teilen nach der Eroberung einer Stadt noch die umliegenden Minen einzunehmen, machen die Städte das ab sofort automatisch, sofern die Minen im Einflussbereich liegen. Die Rohstoffe werden somit automatisch dem aktuellen Herrn gebracht, ohne, dass dieser zuvor die verstreuten Minen einnehmen muss und somit wertvolle Zeit verstreichen lässt. Die Minen-Eroberung ist aber weiterhin möglich, denn dadurch lassen sich auch Städte quasi aushungern, womit die Belagerung eventuell etwas weniger stressig ausfällt.
Apropos Minen: Schon im Vorfeld wurde bekannt, dass es ab sofort nur noch vier statt der sonstigen sieben Rohstoffe gibt. Allerdings ist dies nicht weiter schlimm, die Änderung fällt kaum auf. Nachteilhaft ist jedoch, dass die Städte sich zu einfach ausbauen lassen. Wir hatten innerhalb weniger Runden die gesamte Stadt ausgebaut und konnten somit recht einfach den Gegner fertig machen. Auch hier sollte Black Hole nachlegen. Eine Generalüberholung verdient auch der Startbildschirm. Das jetzige Stadt-Fenster ist extrem spartanisch und vermittelt nicht einmal annähernd das Gefühl, eine große Stadt im Besitz zu haben. Auch erstellte Gebäude finden wir weder hier, noch auf der Karte. Wir klicken uns lediglich durch langweilige Fenster, die nicht wirklich gelungen sind.
Die Schlacht bleibt unangetastet
Nach so vielen Änderungen mag man nun denken, dass die Entwickler auch die Schlachten runderneuert haben. So ist es aber zum Glück nicht gekommen. Die Kämpfe bleiben weiterhin sehr taktisch und ermöglichen viele Strategien. Hier greift sogar endlich eine ordentliche Balance: Kreaturen, die im Vorgänger noch zu mächtig waren, wurden ordentlich angepasst, also entweder abgeschwächt oder leicht verstärkt. Auch bei den Belagerungen hat Black Hole nur wenig geändert. Eine Belagerung dauert nun deutlich länger und soll somit auch das Gefühl verstärken, dass man es tatsächlich mit einem großen Gegner zu tun hat.
Allerdings wollen wir uns nicht allzu früh darauf festlegen, dass nur die wenigen Punkte geändert bzw. angepasst wurden. Wir konnten in der Beta nicht allzu weit spielen, wodurch es natürlich möglich ist, dass es im späteren Spiel doch kleinere oder größere Balance-Probleme geben wird. Wir hoffen aber das Beste, denn bislang macht
Might & Magic: Heroes 6 einen guten Schlachten-Eindruck.