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TINY TOKEN EMPIRES
 Vorschau von Mario Zollitsch (16.04.2011) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Strategie Publisher:BiP Media
Termin:19. Mai 2011 Entwickler:Headup Games

"Eine neuartige Mischung von zwei Genres - Strategie und Puzzle" - so hört es sich an, wenn man die ein oder andere Info zum neuesten Spiel von Headup Games Tiny Token Empires liest. Die Kombination aus rundenbasiertem Strategiespiel und vielen Puzzles macht natürlich neugierig. Wir durften uns das Spiel als Preview-Version ansehen und haben uns einen ersten Eindruck davon gemacht. Für euch sind wir in die Antike gereist und und haben uns durch den Mittelmeerraum gepuzzelt. Warum Tiny Token Empires ein netter Zeitvertreib, aber sicherlich kein Meilenstein der Videopielgeschichte ist, verraten wir euch in unserer Vorschau.


Puzzlekrieg


In Tiny Token Empires versuchen die Entwickler, rundenbasiertes Strategiespiel und Puzzlegame miteinander zu verknüpfen. Ihr schlüpft in dir Rolle des Herrschers von Rom, Ägypten, Persien, Griechenland oder Karthago und müsst euch mit den anderen Kulturen messen. Hierbei gilt es, die ein oder andere Mission zu erfüllen – oder eben die Weltkarte unter eure Kontrolle zu bringen.

Der Spielablauf erinnert ein wenig an »Civilization V: Städte können „upgegradet“ werden und wachsen dadurch. Größere Städte bringen natürlich mehr Gold. Mit diesem erwirtschafteten Geld könnt ihr Gebäude in den Städten errichten oder Einheiten ausbilden lassen. Mit euren kleinen Armeen – bestehend aus höchstens fünf Einheiten – könnt ihr neue Gebiete annektieren und euer Reich vergrößern.

Wo wird hier nun gepuzzelt? Kleine Puzzles erscheinen immer dann, wenn ihr auf Barbaren oder gegnerische Einheiten trefft. Zwischendrin dürft ihr auch eure Puzzlelust befriedigen, wenn ihr auf Schätze stoßt.


5-Mann-Armeen, Puzzle und antike Hochkultur?

Eigentlich sind diese Punkte nicht sonderlich erfolgsversprechend. Doch wie sehen die Puzzles überhaupt aus? Insgesamt gibt es drei verschiedene Puzzle-Herausforderungen, die euch in Tiny Token Empires begegnen. Eine Variante ist, dass ihr ein Brett mit Steinen verschiedener Farben vor euch findet. Mit der Maus könnt ihr ein Quadrat über das Feld bewegen, welches insgesamt vier Steine umfasst. Mit einem Mausklick rotieren die Steine im Uhrzeigersinn. Sobald drei oder mehr Spielsteine der gleichen Farbe in einer Reihe liegen, verschwinden diese und alle darüber liegenden Steine rutschen nach unten nach. Leere Plätze ganz oben werden wieder aufgefüllt. Das Ziel ist es, in einer vorgegebenen Zeit eine bestimmte Anzahl von Steinen jeder Farbe zu eliminieren. Dieses Spiel tritt auf, wenn besondere Ereignisse anstehen, die den Spielverlauf verändern.

Eine andere Variante begegnet euch bei den Kämpfen gegen andere Truppen. Hier ist das Spielfeld deutlich größer – die Steine sind allerdings identisch. Sie haben jeweils unterschiedliche Farben – und jede Farbe ist mit einem Symbol versehen. Ihr könnt nun mit eurer Maus zwei nebeneinander liegende Steine miteinander vertauschen. Euer Ziel ist es natürlich wieder, drei oder mehr Steine derselben Farbe (bzw. mit dem gleichen Symbol) in eine Reihe aus mindestens drei Steinen zu bringen. Wenn ihr eine Reihe vervollständigt habt, gewinnen eure Einheiten, die diesem Symbol zugeordnet sind, eine Art Aktionspunkt. Wenn ihr keinen größeren Kombo oder besonders große Reihen auflöst, folgt anschließend der Zug des Gegners, der ebenso verfährt. Wenn ihr genügend Steine einer bestimmten Farbe eliminiert habt, kann die entsprechende Einheit den Gegner angreifen und diesem Schadenspunkte zufügen (bzw. bei Priestern und ähnlichem werden die Lebenspunkte eurer Einheiten wieder aufgefüllt). Dieses Spielchen geht nun so lange hin und her, bis entweder der Gegner oder aber ihr selbst keine Einheiten mehr übrig habt. Dann ist der Kampf entweder gewonnen und ihr habt ein neues Gebiet erlangt (oder ein altes verteidigt) oder euer Gegner vernichtet eure Einheit und krallt sich eine eurer Provinzen (bzw behält die Seine).

Eine besondere Variante dieser Kämpfe findet auf See statt. Zusätzlich zu den Einheiten und den zugehörigen Steinen in Tiny Token Empires gibt es noch „Schiffsteine“. Wenn von diesen eine Reihe gebildet wird, greift das jeweilige Schiff direkt das gegnerische an. Auch wenn der Gegner noch alle Einheiten hat: Ist das Schiff gesunken, ist der Kampf verloren. Ein Schiff kann allerdings nur von einem gegnerischen Schiff angegriffen werden und nur dieses angreifen.

Eine letzte Variante ist dem „Viereck-Rotier-Puzzle“ sehr ähnlich. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass auf dem Spielbrett Schlösser verteilt sind. Ihr müsst in einer vorgegebenen Zeit eine bestimmte Anzahl von Schlössern aus dem Spielbrett entfernen. Gelingt euch dies, findet ihr den „Schatz“, der sich in der neuen Provinz befindet.

Wie schon eingangs erwähnt, könnt ihr euch in Tiny Token Empires für eine von fünf antiken Hochkulturen entscheiden. Zumindest bei individuellen Missionen (in der Kampagne müsst ihr eine vorgegebene Kultur spielen, dazu später mehr). Jede Kultur hat ihre Hauptstadt und beginnt dort mit dem Spiel. Der Ausgangspunkt ist immer der gleiche. Die Kulturen haben zwar ihre eigenen Stärken und Schwächen, insgesamt sind aber alle nahezu identisch. Die Ägypter beispielsweise haben etwas schwächere Kämpfer, die Karthager dagegen verzichten auf Mauern um ihre Städte. So hat jeder seine Eigenheiten – allerdings hat dies nur Auswirkungen auf euer Spiel, wenn ihr Schlachten überspringt und nicht selbst puzzlet (und auch hier sind die Vorteile minimal).


Du hast einen Auftrag

Der Einzelspielermodus birgt natürlich auch eine Kampagne, die mit einer knappen Handlung verbunden ist. Es wird allerdings nicht viel Wert auf große Hintergrundstory gelegt. Im Vordergrund steht bei Tiny Token Empires eher der Witz und die Unterhaltung. Dies wird nicht nur bei den Teaser-Videos klar, sondern zieht sich auch durch die gesamte Kampagne. Die Dialoge zwischen den einzelnen Staatsoberhäuptern und deren Beratern (bzw. dem Text, den ihr als Dialog zu lesen bekommt) zaubern den ein oder anderen Schmunzler auf euer Gesicht. Wirkliche Lacher sind allerdings nicht vertreten. Auch ist die englische Übersetzung in der gespielten Preview-Version noch nicht ganz sauber. Beim Start des Spiels beispielweise erscheinen manche Meldungen noch auf Französisch – allerdings sind das Fehler, die in der späteren fertigen Version ausgelöscht sein werden (so die Entwickler).

Die Kampagne von Tiny Token Empires ist insgesamt allerdings etwas knapp bemessen. Ihr spielt mit jeder Kultur einige Missionen. Dir Römer sind beispielsweise lediglich als Tutorial gedacht. Hier werden euch die wichtigsten Kniffe im Spiel gezeigt. Nach knapp 30 Minuten sollten die vier Missionen mit den Römern schon erledigt sein. Im Folgenden habt ihr dann noch mit jeder Kultur vier weitere Missionen, die ihr angehen könnt. Hierbei müsst ihr allerdings die vorgegebene Reihenfolge einhalten (da sich die Schwierigkeit natürlich kontinuierlich steigert): Den Römern folgen die Grichen, anschließend die Ägypter und Perser und zu guter Letzt die Karthager. Die Missionen sind natürlich etwas länger bemessen als im Tutorial – allerdings ist eigentlich jede Mission in einer halben Stunde gut schaffbar. Das Zurechtfinden in den Missionen ist kein Problem – ihr spielt nämlich immer auf derselben Karte. Schön ist natürlich, dass hier sehr realitätsnah gearbeitet wurde und die Provinzen, in die die Spielkarte eingeteilt ist, wirklich existiert haben. Allerdings habt ihr ständig die gleiche Map vor euch liegen und diese erinnert optisch ein klein wenig an ein Risiko-Spielbrett.

Die Missionen in Tiny Token Empires variieren allerdings doch recht stark: Einmal müsst ihr innerhalb einer bestimmen Zeit fünf Schätze finden, die in fünf verschiedenen Regionen versteckt sind. Ein anderes mal genügt es, wenn ihr insgesamt 3 Städte über mehrere Runden haltet. Oder aber ihr sollt eine Kultur auslöschen – oder sogar die Weltherrschaft mit all ihren 60 Gebieten an euch reißen.


Nicht ganz ernst gemeint

Bei Tiny Token Empires dürft ihr nicht mit einem Strategie-Knüller rechnen. Taktisch habt ihr nicht allzu viele Möglichkeiten. Lediglich das Zusammenstellen der 5-Mann Armeen, der Ausbau der Städte und die Bewegungen der Einheiten fordern euer Nachdenken. In erster Linie geht es um den Spielspaß, der größtenteils durch die Puzzles entstehen soll. Wer mehr Wert auf die „taktische“ Komponente legt, kann allerdings die Puzzle-Sequenzen auch überspringen und die Kämpfe und das Suchen dem Computer überlassen. Allerdings kann es passieren, dass ihr häufiger verliert, als wenn ihr euch selbst der geistigen Herausforderung stellen würdet.

Der wenig ernsthafte Ansatz wird auch durch die Comic-Grafik und die mit Witz angehauchten Dialoge und Meldungen unterstrichen. Aus diesem Grund wurden wohl auch die grafischen Elemente sehr vereinfacht gehalten: Eine Armee wird durch eine Spielfigur dargestellt – die Größe der Armee wird durch goldene Ringe, die sich am Sockel der Figur befinden, symbolisiert. Falls ihr einen General in euren Reihen habt, macht sich dies durch einen Stern an der Figur bemerkbar. Die Herrscher der fünf Kulturen sind sogar als 3D-Männlein auf einem Sockel vertreten. Auch diesen könnt ihr vier weitere Einheiten zuteilen. Sollte euer Herrscher einmal besiegt werden, erscheint dieser zu Beginn der nächsten Runde wieder bei eurer Hauptstadt. Eine Niederalge tritt erst dann ein, wenn eure Städte verschwunden sind oder euer Missionsziel verfehlt wurde.





Vor Herausforderungen stellt mich Tiny Token Empires leider nicht. Die taktischen Möglichkeiten sind recht begrenzt und auch die Vielfalt an Gebäuden, Einheiten und Missionen lässt leider zu wünschen übrig. Die Puzzles wiederholen sich leider sehr schnell und werden demnach auch bald einseitig. Auch finde ich es etwas verstörend, dass die Einheiten erst durch das Zusammenführen von Spielsteinen angreifen können. Trotz dieser Mäkel macht das Game zwischendurch Spaß. Eine kurze Runde mit Puzzles und ein wenig Rundenstrategie ist sehr unterhaltsam. Wie der Multiplayer später werden wird, ist noch offen, da die Server noch leer sind. Kein Dauerbrenner, aber solide.
 
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Pro:
witzige Figürchen aus der Antike
abwechslungsreiche Missionen
fünf Kulturen mit unterschiedlichen Stärken
humorvolle Dialoge und Ereignisse
angenehmer Sound

Contra:
nur eine einzige Karte
sehr knappe Kampagne
einfache Puzzles und wenig Abwechslung
sehr geringe Auswahl an Einheiten + Gebäuden


Offizielle Website:
 Tiny Token Empires



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