Es sind nicht einmal zwei Jahre seit der Veröffentlichung von »Dragon Age: Origins vergangen und schon steht der Nachfolger vor der Tür. Im Vorfeld war Dragon Age 2 vielen negativen Reaktionen ausgesetzt – veränderter Grafikstil, eine Abkehr von den Origin-Geschichten und ein festgelegter Hauptcharakter. Nun ist die Demoversion da und wir treffen vor Release ein Urteil: Wird Dragon Age 2 ein guter Nachfolger oder wird es der erste richtige Flop von Bioware?
Sein Name sei Hawke!
Durften wir in
Dragon Age: Origins noch aus drei verschiedenen Rassen wählen, werden wir im zweiten Teil auf die menschliche Gattung beschränkt. Auch der Nachname und die Herkunft unseres Helden sind vorgegeben – Hawke, ein Flüchtling von Lothering, nach dem die Dunkle Brut über Ferelden eingefallen und König Cailan gestorben ist. Mit seiner Familie flieht der spätere Champion in die Stadt Kirkwall.
In der Demoversion dürfen wir den Prolog, sowie eine spätere Mission spielen. Nachdem wir uns für eine der drei bekannten Klassen (Magier, Krieger und Schurke) entschieden haben, startet
Dragon Age 2 mit einem Intro. Hier wird die Rahmenhandlung gesponnen: Eine Magierin der Kirche verlangt von Varric, dass er ihr die Geschichte von Hawke, dem Champion von Kirkwall, in allen Einzelheiten erzählt. Warum sie das möchte? Das möchten wir hier an der Stelle nicht verraten, aber so viel sei gewiss: Auch aus der Demo geht das nicht zu einhundert Prozent hervor. Nichtsdestotrotz fängt Varric an zu erzählen und ab diesem Moment steigen wir ein.
Die Kämpfe – flüssiger, schneller, direkter
Nach einer kurzen Zwischensequenz, in der wir Hawke und eine Magierin zu Gesicht bekommen, kommt es auch direkt zum Kampf gegen einen Trupp der Dunklen Brut. Intuitiv drücken wir als Kenner des PC-Vorgängers auf die Leertaste und das Spiel pausiert. Dieses Versprechen hat Bioware zumindest gehalten, das trifft allerdings nicht generell zu. Die komplette taktische Ansicht fehlt, man darf lediglich etwas hinaus scrollen und die Kamera etwas weiter nach oben positionieren. Die Übersicht aus
Origins erreichen wir so allerdings nicht.
Dafür schafft es
Dragon Age 2, dass sich die Kämpfe wesentlich flüssiger und direkter spielen. Anstatt des Schemas Attacke - Pause -Attacke, wird nun in Echtzeit angegriffen. Auch die verschiedenen Fähigkeiten unserer Mitstreiter werden sofort und ohne Verzögerung ausgeführt. Das führt zu mehr Dynamik und dennoch müssen wir das Spiel mehrmals pausieren, um unseren Angriff auch durchzuplanen. Dank recht gelungener Animationen stimmt auch die Choreographie: Bei einem Sprungschlag springt unser Charakter auch direkt in die Luft und hämmert sein Schwert in den gegnerischen Körper. Auch das Zaubern eines Feuerballs sieht beim Magier elegant aus. Bei den Blutmassen hat sich fast nichts geändert: Noch immer spritzt der rote Saft nur so aus den Gegnern. Bei einigen Fähigkeiten werden bestimmte Gegnertypen sogar regelrecht zerschnitten. Die Leichen bleiben bei dieser Todesart allerdings nicht dauerhaft sichtbar, wogegen die anderen Kadaver weiterhin auf dem Boden liegen.
Wie aus einem Guss
Einer der größten Kritikpunkte an
Dragon Age 2 im Vorfeld war die Änderung des grafischen Stils. Der so genannte „Negative Space“-Stil reduziert die Grafik auf die Charaktere und Effekte. Die Umgebung wirkt trist und detailarm. Das ist auch so in der Demo zu erkennen, aber das Rollenspiel bekommt dadurch auch seinen eigenen Look. Wir wollen die Grafik nicht über den grünen Klee loben, aber man muss anerkennen, dass das Spiel mitsamt der grafischen Leistung wie aus einem Guss wirkt und stilsicher ist. Allerdings täuscht der neue Look über die schwachen Texturen und wenigen Details hinweg. Hier merkt man der Engine ihr Alter deutlich an.
Für die Synchronstimmen kann man Bioware nur loben: Die deutschen Sprecher machen ihren Job in der Demoversion recht gut. Wahrscheinlich wird die englische Sprachausgabe erneut besser sein, aber vor der deutschen Synchronisation muss man definitiv nicht fliehen. Auch die Effekte sind durchweg gelungen und sorgen somit für Atmosphäre. Zusätzlich darf Hawke sprechen. Seine Antworten wählen wir im Ringmenü alá
»Mass Effect aus. Auch hier gibt es die Unterscheidung in positive, neutrale und negative Antworten. Insgesamt steht
Dragon Age 2 seinem mehr als erfolgreichen Vorgänger bislang in nichts nach.