Was sich in den kommenden Jahrhunderten in der hiesigen Welt abspielen könnte, ist ein beliebtes Thema in den Medien, vornehmlich in Büchern, Fernsehen, Filmen oder eben in Spielen. Auch Front Mission Evolved nimmt sich einem zukunftsträchtigen Szenario an, welches sich um einen Konflikt zwischen hochtechnisierten Kriegsmaschinen - den Mechs - dreht. Wir hatten die Möglichkeit, den futuristischen Third-Person-Shooter in einer Preview-Fassung anzuspielen und geben euch einen ersten Eindruck, ob und wie der Titel funktioniert.
0815 & 2171
Front Mission Evolved erzählt eine Geschichte, die im Jahre 2171 stattfindet. Die großen Weltmächte USA oder China versuchen, den noch recht dünn besiedelten Weltraum zu kolonisieren und rüsten fleissig um die Wette. Schließlich folgt ein Angriff auf das immer amerikanische New York, das nach wie vor gut als Hauptangriffstziel taugt. Die vorherrschende Bedrohung, die ihm Jahre 2171 den Big Apple heimsucht, ist allerdings nicht mit Kriegseinsätzen der heutigen Zeit zu vergleichen. So genannte "Wanzer" haben sich auf dem Markt durchgesetzt und machen den Krieg noch technisierter. Jene hochmodernen Mechs werden von (jeweils einem) Menschen bemannt und beherrschen allerlei Fähigkeiten.
Eine aufwändige Render-Sequenz zeigt uns den spektakulären Angriff auf Amerikas Vorzeigemetropole, welche schnell mehr oder weniger in Schutt und Asche liegt. In der Rolle des jungen "Wanzer"-Ingenieurs Dylan Ramsey erleben wir nun eine austauschbare, aber recht solide in vielen Zweischensequenzen präsentierte Rachestory um den zu Beginn verstorbenen Vater von Dylan. Mehr Details kann man sich sparen, denn auf solch einen 0815-Plot wie in
Front Mission Evolved ist man mit Sicherheit bereits etliche Male in ähnlicher Form gestoßen.
Wanzer gegen Wanzer
Interessanter gestaltet sich dagegen der Spielablauf von
Front Mission Evolved, in dem wir mit unserem eigenen Mech durch New York stapfen und schnell gewillt sind, uns trotz wenig Kriegserfahrung gegen die Bedrohung zur Wehr zu setzen. Insbesondere, weil wir den Tod unseres Vater rächen wollen. Schade, dass wir uns mit diesem gar nicht erst identifizieren können, beziehungsweise ihn zumindest kennen lernen können, da er gleich nach einer kurzen Szene verstirbt.
Nichtsdestotrotz begeben wir uns zusammen mit ein paar Begleitern des US-Militärs in den Kampf gegen die gegnerischen Wanzer, deren eigentliche Herkunft vorerst ungeklärt bleibt, was aber eigentlich auch völlig schnuppe ist, immerhin sind die Amerikaner meist die großen Helden und die Herkunft der Gegenseite eher vernachlässigbar.
Modifikationen der Zukunft
Geballert wird in den Duellen von
Front Mission Evolved aus allen Rohren, was auch zwingend notwendig ist. Grund hierfür sind die Gegnermassen, die nach und nach auf euch einstürmen. Neben konventionellen Feindtypen wie Geschützstellungen, Hubschraubern oder Panzern, stellen sich natürlich etliche Varianten von Wanzern in den Weg von Dylan. Dank des Skate-Modus weicht ihr schnell feindlichen Raketen aus, springt oder schwebt über Hindernisse und feuert Salven aus euren Bordgeschützen ab. Letztere unterteilen sich in Hand- sowie Schulterwaffen, sprich Maschinengewehr oder Raketenwerfer. Während die Sprengköpfe ihren Weg selber suchen, müsst ihr die MG von Hand abfeuern. Nur mit dem Maschinengewehr ist es möglich, einzelne Teile der gegnerischen Wanzer zu zerstören, etwa Beine, Arme oder den Torso. Damit lassen sie sich gezielt schwächen und später leichter ausschalten. Einen Nahkampfangriff beherrscht Dylans Mech genauso wie einen kurzfristig zuschaltbaren Zeitlupenmodus, in dem er mehr Schaden austeilt.
An sich bringen die vielen Gefechte gegen die feindlichen "Wanzer" Spaß, nur bleibt der Spielverlauf von
Front Mission Evolved recht repetitiv. Nach einer Zwischensequenz steht so im Normalfall eine große Schießerei an, dann folgt die nächste Zwischensequenz und es geht von vorne los. Double Helix Games versucht, diesen monotonen Ablauf jedoch mit einigen netten Features aufzuwerten, in dem es neben besonders starken Zwischengegnern und zeitweisen Abschnitten zu Fuß, auch ein umfangreiches Tuning am Ende und kurz vor der nächsten Mission anbietet. Mit massig Einzelteilen lassen sich alle Facetten eures Mechs aufwerten. Etwa durch neue Rüstungsteile, neue Bordwaffen oder individuelle Anstriche mitsamt schicker Logo-Auswahl. So wird jeder Wanzer auf seine Art einzigartig.
Konsolenherkunft
Oftmals hat eine simultane Entwicklung für Konsolen und PC einen Haken: die deutlich bessere Grafikleistung des Heimcomputers wird bei der Portierung nicht ausgenutzt. So auch bei
Front Mission Evolved. An allen Ecken und Enden muten die Straßenschluchten ziemlich leer und detailarm an. Die Effekte könnten im Jahre 2010 genau wie die Texturen deutlich besser aussehen.
Besser gelöst wurde die Maus- und Tastatursteuerung in
Front Mission Evolved, die intuitiv von der Hand geht und ohne komplizierte Tastenbelegungen auskommt. Leider raubt neben dem Fadenkreuz das viel zu große Visier die Übersicht. Satt klingt schon jetzt der Sound, der mit kräftigen Waffeneffekten und sehr guter Sprachausgabe überzeugent. Ob es noch eine deutsche Lokalisierung gibt, bleibt abzuwarten. In der Preview-Mission mussten wir mit Untertiteln Vorlieb nehmen.