Swords & Soldiers hatte bereits als WiiWare-Titel positiv von sich reden gemacht. Ein klassisches Genre wird hier in einer originellen grafischen Aufmachung und mit einem humorvollen Gameplay auf den Kopf gestellt. Das ungewöhnliche Echtzeit-Strategiespiel erscheint nun auch auf dem PC - mit schicker HD-Grafik und Online-Mulitplayer-Modus. Auf horizontal scrollenden 2D-Schlachtfeldern treten einstige Kulturen nun also noch formvollendeter und vielseitiger gegeneinander an. Am letzten Augusttag rüstet sich der Titel für den PC - wir haben uns jetzt bereits in die Schlacht gestürzt.
Kulturschock
Man kennt die typischen Echzeitstrategie-Spielelemente: Ressourcen sammeln, Basisbau, Einheiten produzieren und sie aussenden, um die gegnerische Macht zu zerstören - das ist eine viel erzählte Geschichte.
Swords & Soldiers, das erste große Projekt von Entwickler Ronimo Games, bricht jedoch mit den Genre-Konventionen: Sowohl Design als auch Gameplay heben sich augenfällig - und, so viel sei vorweggenommen, höchst angenehm - von der Masse ab. Mit einem cartoonhaften Grafikstil verziert, bietet das Spiel drei alte Kulturen in den von ihnen besiedelten Ländern. Ob Wikinger, Azteken oder Chinesen - sie alle nutzen individuelle, auch übernatürliche Fähigkeiten zur Bezwingung des Gegners.
Kampf der Kulturen
Das Spielprinzip von
Swords & Soldiers ist einfach: Es geht schlicht darum, genug Einheiten zu erschaffen, um seinen Feind zu überschwemmen und in einer vorbestimmten Zeit seine Festung zu zerstören, bzw. die eigene vor Gegneranstürmen zu beschützen. Echtzeit-Strategiespiel-Veteranen werden jedoch vom originell gewendeten Gameplay überrascht sein: So ist das Spiel völlig in 2D gehalten und ein klassischer Sidescroller, d.h., das Gameplay verläuft nur auf horizontaler Ebene. Daneben muss man sich damit begnügen, Einheiten zu produzieren, sie aber nicht direkt kontrollieren zu können. Man schickt dem anderen Volk seine Soldaten von einem zum anderen Ende des horizontalen Spielfelds, wobei sie von selbst auf alles einprügeln, was sich ihnen in den Weg stellt. Alles ist vorrangig eine Sache des Timings von Einheitenproduktion und Zaubereinsatz.
Die drei Feldzüge (Kampagnen) müssen durchgespielt werden, um Herausforderungen freizuschalten. Bei ihnen gilt es, mit einer einzigen Figur eine möglichst weite Distanz auf dem Spielfeld zurückzulegen. Dabei verteidigt man sich neben dem automatischen Gekloppe mit Zaubern wie Blitzen und Frost. Außerdem gibt es das Geplänkel als Sandbox-Spielmodus, bei dem Volk, Karte und Ressorcenvorkommen variiert werden können. Der neue Online-Mdous war in unserer Version von
Swords & Soldiers leider noch nicht anwählbar.
Barbarische Methoden
Ein herrliches Chaos herrscht auf dem Bildschirm, wenn sich viele Figuren gleichzeitig auf die Zwölf geben. Der Übersicht zwar nicht all zu zuträglich, ist es doch genau dies, was
Swords & Soldiers so reizend macht. Dickbusige Goldgräberinnen (wirklich eine reine Frauendomäne im Spiel), Axt werfende Wikinger, finster zaubernde Azteken, Raketen abfeuernde Chinesen - ein Gewusel, wie es das bisher nur bei
Die Siedler zu sehen gab. Dazu kommt viel Geblitze und Gequalme von Heilungszaubern, tatsächlichen Blitzen, Giftgeschossen usw. Was tut man nicht alles, um seinen Heiligen Grill und seine Grillsoße zu verteidigen? Denn genau solchen und anderen (Wikinger-)Missionen müsst ihr euch stellen.
Das wird uns nicht zu bunt!
Der Humor ist köstlich und typisch Daedalic (
»Edna bricht aus), die die Portierung der Wii-Version auf den PC in die Hand genommen haben. Man darf dem Gegner nicht nur zeigen, wer den längsten Grillspieß hat, oh nein! Da verlangt Donnergott Thor auch gern mal, als
Herr Thor angesprochen zu werden, bevor er einen Blitz vom Himmel schleudert. Die Kampagnen der drei Kulturen sind urkomisch erzählt und voller abstruser Ideen.
Über die Grafik wurden bereits ein paar Worte verloren. Es gibt einen Tag- und Nachtwechsel und noch nicht erobertes Gebiet versinkt im
Fog of War. Auch ältere Rechner wird
Swords & Soldiers nicht überfordern, zumal sogar noch zwischen zwei Texturauflösungen gewählt werden darf. Die Spielmusik ist wirklich klasse: Jede Umwelt besitzt ihre eigene Untermalung und die Geräuschkulisse (Klingengewetz, Brüllen, Jingles usw.) unterstreicht vorzüglich den Cartoon-Charakter des gesamten Spiels.