Am 8. Oktober diesen Jahres geht die Welt unter. Zumindest wenn es nach dem neuen Adventure der Schöpfer von »The Whispered World geht. In A New Beginning sprechen die Entwickler ein besonders unbequemes Thema an: Die Umweltverschmutzung und deren Folgen. Wir haben uns eine aktuelle Preview-Version angesehen und verraten euch alle wichtigen Details zum Spiel.
Am Ende
Wir haben es total vermasselt! Nachdem wir mit der Erde umgesprungen sind wie ein Elefant im Porzellanladen, ist die Atmosphäre unseres Planeten soweit geschwächt, das eine einzelne große Sonneneruption ausreicht, um das Ende der Menscheit einzuläuten. Aber noch ist nicht alles verloren. Findigen Wissenschaftlern ist jüngst die Entwicklung einer Zeitmaschine gelungen. Daher machen sich nun kleine Teams auf den Weg zurück in die Vergangenheit…
Zerbrochene Träume
Bent Svensson ist ein Wissenschaftler durch und durch. Seit Jahren schon untersucht er verschiedenste Algentypen auf ihre Eigenschaften. Seine Absicht: Die umweltfreundliche Gewinnung von Energie. Vor einiger Zeit jedoch scheint er jedoch ein einschneidendes Ereignis erlebt zu haben. Denn nun ist er, noch jung an Jahren, in den Vorruhestand getreten, hat für die Belange der Welt lediglich einen sarkastischen Kommentar übrig und übt sich in Selbstmitleid. In einer kleinen Hütte abseits der Welt geht er seinem neusten Hobby nach: Dem Nichtstun. Das ihm das sichtlich schwer fällt, wird uns schon nach wenigen Minuten in
A New Beginning klar. In seinem Domizil stapeln sich Bücher zum Thema Stressbewältigung, eine Angel lehnt vor dem Hauseingang, ein kleines Ruderboot befindet sich am See, der direkt vor dem Haus ruhig vor sich hin plätschert. Offensichtlich versucht er, den Problemen der Welt aus dem Weg zu gehen. Leider gestaltet sich das schwieriger als erwartet. Fey, eine junge Frau und Teil eines der Teams, die in die Vergangenheit entsandt worden war, um der Erde eine neue Chance zu geben, steht eines schönen Tages unvermittelt vor seinem Haus. Das Mädchen scheint mehr als verstört zu sein. Bereits das Ableben eines kleinen Vogels bringt sie an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Als Bent sie zur Beruhigung auf ein Glas Wasser in sein Haus einlädt, spricht sie über ihren Auftrag.
Zeitreisen
Erleichtert, dass sich Svensson entschieden hat, ihr Gehör zu schenken, erzählt die junge Fay von ihrem Leben in der Zukunft. Eine besonders einladende Vorstellung ist es nicht, die sich im Kopf des verbitterten Wissenschaftlers zusammenbraut. Die letzten noch verbliebenen Menschen leben in Kolonien unter der Erde. Ein Leben über Tage ist schon lange nicht mehr möglich. Die starke Sonneneinstrahlung, Tornados, Überschwemmungen und Schneestürme haben auch die letzten Lebewesen an der Oberfläche zum Aufgeben gezwungen. Den Tränen nahe versichert Fay, dass die Welt sich ihrem Ende nähert, sollte er keine Lösung für Rettung der Menschheit ersinnen. Von der Wahrheit wenig überzeugt, aber dennoch gebannt ob der interessanten Geschichte, hört Bent weiter zu. Das Jahr 2010 war nicht das erste „Ziel“ von Fays Reise. Die erste Zeitreise der Menschheit führte in das Jahr 2050. Bedauerlicherweise ist es zu diesem Zeitpunkt bereits zu spät. Die großen Metropolen der Welt liegen bereits in Schutt und Asche. So auch San Francisco, das erste Ziel ihrer Odyssee in
A New Beginning…
Was tun wenn man nicht schwimmen kann?
Ganz einfach: Man nehme sich ein Boot und paddle zum gewünschten Ziel. Doch das ist einfacher als gesagt. Im Jahre 2050 angekommen, sieht Fay mit Schrecken die Ruinen der Metropole San Francisco vor sich liegen. Ihr Teammitglied hat bereits ein unsanftes Ableben, bedingt durch einen maroden Balkon erleiden müssen. Was also bleibt der Zeitreisenden übrig als nach dem zweiten Team zu suchen? Das Notrufsignal ihrer Kameraden ist klar zu empfangen. Nicht weit von ihr harren sie ihrer Rettung. Dummerweise blockiert ein überschwemmter Straßenzug den Weg. Da Fay nicht schwimmen kann, muss das besagte Boot samt Paddel her. In einer Ruinenstadt ist so etwas freilich schwer zu bekommen. Also wird improvisiert. Die Plastikschale einer alten Leuchtreklame, die wir in den Trümmern finden können, gibt ein passables Wassergefährt ab. Schade nur, dass eben jenes an einem ziemlich stabilen Scharnier befestigt ist. Mit roher Gewalt kommen wir nicht weiter. Zum Glück haben wir kurz zuvor mittels unseres Taschenmessers einen Schreibtisch aufgebrochen, der einen funktionstüchtigen Schraubenzieher enthielt. Ein paar Augenblicke später halten wir unser „Boot“ in Händen. Fehlt nur noch ein geeignetes Paddel. Eine alte Besenkammer liefert uns Ersatz. Mit einem Metallbolzen, etwas Nylonschnur und einem Kehrblech bauen wir uns das gewünschte Objekt zusammen.
Wie ihr an diesem Beispiel sehen könnt, sind die Rätsel von
A New Beginning durchweg logisch und übersichtlich aufgebaut. Solltet ihr dennoch einmal nicht weiter wissen, könnt ihr euch per Tastendruck alle interaktiven Gegenstände anzeigen lassen. Wem das noch immer zu anspruchsvoll erscheint, dem wird mit der Sprungfunktion eine weitere Spielhilfe geboten. Ein Klick genügt und das Rätsel wird kurzerhand übersprungen. Auch wenn Adventure Veteranen nun die Hände über den Kopf zusammen schlagen werden, ist diese Funktion für Einsteiger genau das Richtige. In den meisten Fällen jedoch werdet ihr diese Hilfe dank durchweg nachvollziehbarer Kopfnüsse eher selten gebrauchen müssen.
Wie im Comic
Neben dem, in der Videospielszene selten angesprochenen Thema Umweltschutz, zieht
A New Beginning seinen Reiz aus der gelungenen Präsentation. Als erstes springt die im Comic Stil gehaltene Grafik ins Auge. Sowohl Hintergrund als auch Zwischensequenzen sind wunderbar gezeichnet und nachanimiert worden. Auch wenn das Spiel nicht dem aktuellen Stand der Technik entspricht, einen Blick ist es dennoch allemal wert. Vor allem die Sequenzen, erzählt in kleinen Comicstrips, werden gekonnt und spannend in Szene gesetzt. Die durchweg gut geratene Vertonung rundet das Gesamtbild ab. In unserer Preview-Versionen fielen uns noch zwar noch einige mäßig synchronisierte Dialoge auf, der Entwickler versicherte uns aber, dass an den Aufnahmen noch gefeilt wird. Gleiches gilt für die Hintergrundgeräusche und die Musik. Wollen wir hoffen, dass Deadalic Wort hält, denn gerade die Hintergrundkulisse lässt bisher stark zu wünschen übrig. In Anbetracht ihrer bisherigen Werke wie
»Edna bricht aus, können wir dem aber positiv entgegen sehen.