Inzwischen ist es fast zehn Jahre her, das Blizzard mit seinem Action-Rollenspiel Diablo 2 die Spielerherzen höher schlagen ließ. Besonders innovativ war es nicht. Als Amazone, Barbar, Totenbeschwörer, Paladin oder Zauberer musstet ihr dem dunklen Herrscher persönlich entgegentreten. Das Spiel setzte weder in Sachen Grafik, noch bei der Storyline neue Maßstäbe. Die Faszination ging vor allem vom perfekten Gameplay und dem Sammeltrieb aus. Die - zu damaliger Zeit – sehr gelungene Online-Plattform Battlenet tat ihr übriges dazu. Noch lange nach Release brachte Blizzard Patches heraus, die das Spiel weiter optimieren sollten. Im Jahr 2011 soll nun endlich Diablo 3 in den Läden stehen. Wir haben uns den Titel genauer angesehen und alle relevanten Daten zum Spiel für euch zusammen getragen.
Zum Helden geboren
Wie auch im zweiten Teil werden in
Diablo 3 insgesamt fünf verschiedene Charakterklassen vertreten sein. Der Barbar teilt, wie könnte es anders sein, mit allerlei Waffen ordentlich aus. Egal ob mit Zweihandschwert oder zwei einzelnen Klingen richtet er im Nahkampf verheerenden Schaden an. Dank verschiedener Fähigkeiten wie Sprung oder Seismischer Welle ist er auch auf Entfernung ein ernst zu nehmender Gegner. Als Zauberer hingegen solltet ihr vornehmlich Distanz bewahren. Im Nahkampf ist der Stoffträger sehr anfällig. Daher nehmen Zauber wie Teleport oder Zeit verlangsamen eine zentrale Rolle ein. Ersteres ermöglicht einen Sprung auf kurze Distanz, während zweiteres eine magische Kugel erschafft, in der ihr euch zwar frei bewegen, Feinde hingegen nur sehr langsam von der Stelle kommen. Natürlich hat der Magier auch Zugriff auf eine breite Palette an Angriffszaubern. Vor allem Desintegration, ein flammend roter Strahl, der aus seinen Händen schießt, sieht sehr beeindruckend aus. Klassische Fähigkeiten wie Blitzschlag und Feuerball sind ebenfalls wieder dabei.
Obwohl er sehr effektreich agiert, greift der Mönch nicht auf Magie zurück. Er setzt vor allem auf Geschick und Schnelligkeit. Behände weicht er Angriffen aus und kann gar Feuerkugeln, Pfeile und ähnliche Projektile auf den Feind zurückwerfen. Selbst größere Monsteransammlungen stellen kein Problem für den geistigen Meister dar. Per Lähmungswelle oder Schlag der sieben Ebenen schlägt er Bösewichte gleich im Dutzend nieder. Letzteres sieht besonders eindrucksvoll aus: In atemberaubender Geschwindigkeit schlägt und tritt er nach allem was sich in seiner Nähe bewegt. Den Abschluss bildet ein mächtiger Schlag, der gleich mehrere Gegner auf einmal durch die Gegend katapultieren kann.
Weniger schnell, aber nicht minder grandios in Szene gesetzt agiert der Hexendoktor. Dieser greift vor allem auf dunkle Magie zurück. Entsetzen lässt die Monster gleich reihenweise die Flucht ergreifen – ideal, um selbst den Rückzug anzutreten. Per Massenverwirrung kann der dunkle Zauberer zudem seine Kontrahenten gegeneinander kämpfen lassen. Selbstverständlich gehören auch direkte Angriffszauber in sein Repertoire. Die Brandbombe explodiert am Ziel in einem effektvollen Flammenregen und reißt so gleich mehrere Monster ins Nirvana. Weniger direkt aber umso effektiver ist der Heuschreckenschwarm. Die kleinen Biester klammern sich an den Opfern fest und verbreiten sich in rasender Geschwindigkeit. Ein nahender Monsterpulk wird in nur wenigen Sekunden aufgefressen.
Zur fünften und letzten Charakterklasse hüllt sich Blizzard bislang beharrlich in Schweigen. In Foren werden bereits wilde Diskussionen zu diesem Thema abgehalten. Denkbar wäre ein Äquivalent zur Amazone. Per Armbrust oder Bogen streckt die flinke Kriegerin ihre Gegner aus sicherer Distanz zu Boden. Ein Assassine, wie bereits im Addon von
Diablo 2 enthalten, ist aufgrund der großen Ähnlichkeit mit dem Mönch eher unwahrscheinlich.
Kriegsschauplatz
Der Krieg gegen die dunklen Herrscharen wird in der Welt Sanktuario stattfinden. Auf drei spielbare Gebiete dieser Welt durften Fans bereits einen Blick werfen. Die Grenzlande in
Diablo 3 gelten als ein äußerst gefahrvoller Ort. Die Wüste selbst treibt unvorbereitete Abenteurer bereits nach wenigen Tagen in den Hitzetod. Doch auch die örtliche Fauna birgt eine große Bedrohung. Die kriegerischen Lacuni haben schon in der Vergangenheit gezeigt, dass sie ein ernst zu nehmendes Volk sind. Aus diesem Grund errichteten mutige Glücksritter die große Militärgarnison von Lut Bahadur. Dennoch machen neuerdings Gerüchte über einen mysteriösen Kult die Runde, der darauf aus ist, eine dämonische Armee zu erschaffen…
Weit beschaulicher gehts da im Dorf Neu Tristram zu. Nachdem das alte Dorf durch Monsterhorden verwüstet wurde, haben sich in den Ruinen findige Kaufleute sesshaft gemacht, die herbeieilenden Schaulustigen allerlei Tand zu verkaufen versuchen. Nach und nach entstand so das kleine Dorf.
Die Kathedrale in
Diablo 3 hingegen bleibt – geplündert durch grauenerregende Kreaturen – weiterhin Tabu. Nur die mutigsten, oder verrücktesten wagen sich dort hinein. Legenden zufolge, sollen in den Katakomben noch heute bedeutende Artefakte zu finden sein… Die Handelsmetropole Caldeum hat sich in den letzten Jahren zum größten Handelszentrum Sanktuarios entwickelt. Unter der weisen Herrschaft von Kehjistan erblühte die Stadt. Heute ist Caldeum ein gefährlicher Ort. Auslöser war eine schreckliche Krankheit, die den noch jungen Herrscher innerhalb weniger Monde dahin raffte. Nach seinem Tod ringen nun verschiedene, feindlich gesinnte Vereinigungen, allen voran die intoleranten Zakarum, um die Vorherrschaft.
Bekannte Details…
Diablo 2 setzte in Sachen Grafik keine neuen Maßstäbe.
Diablo 3 wird dies ebenso wenig schaffen. Dennoch sind vor allem die Animationen der Monster und Helden sehr gelungen. Flüssig bewegen sie sich durch die glaubhafte und stimmige Welt Sanktuario. Für eine abwechslungsreiche Umgebung wird gesorgt: Tristram gleicht einem trostlosen Bauerndorf, während Caldeum einer florierender, fernöstlicher Handelsmetropole entspricht. Auch die staubige Wüste in den Grenzlanden bietet ausreichend Details. Büsche, karge Bäume, ausgetrocknete Flüsse und Seen, Ruinen, die als letztes Mahnmal vergangener Zivilisationen dem heißen Wüstenwind trotzen, und himmelhohe Berge lassen in Sachen Optik keine Langeweile aufkommen. Zwar sind bisher nur die drei Gebiete offiziell bestätigt worden, ein Wiedersehen mit bekannten Orten hat Blizzard aber bereits zugegeben. So ist es sehr wahrscheinlich, dass ihr den Berg Arreat, der durch die Zerstörung des Weltensteins stark verwüstet wurde, wiedersehen werdet. Deckard Cain wird im dritten Teil ebenfalls wieder zugegen sein. Welche Rolle er spielen wird, ist hingegen ungewiss.
…und unbekanntes Terrain
Offene Fragen gibt es zu genüge. Blizzard kündigte weitreichende Änderungen des Questsystems an. In
Diablo 3 soll eine Vielzahl an Nebenmissionen geboten werden. In kleinen Gesprächen mit NPCs – ähnlich wie in
»Gothic 3 – werden kurze Storyschnipsel präsentiert. Wer nun belanglose Aufträge und Sammelaufgaben befürchtet, kann sich beruhigt auf die Versprechungen des Entwicklers verlassen. Man lege größten Wert auf die Storyline und deren Präsentation. Mit großer Sicherheit wird es wieder großartig inszenierte Zwischensequenzen geben. Blizzard bewies in der Vergangenheit schon mehrfach sein Können in dieser Disziplin. Unbekannt hingegen ist der Verbleib des Helden aus
Diablo 2. Im Abspann öffnet Erzengel Tyrael dem namenlosen Weltenretter ein Portal und zerstört nach dessen Flucht das verfluchte Artefakt. Gerüchte zu diesem Thema gibt es viele, die meisten scheinen allerdings an den Haaren herbei gezogen. Ähnlich verhält es sich mit dem Verbleib von Tyrael. Eben so viele Mutmaßungen gibt es zum Thema Geheimlevel. Wir erinnern uns:
Diablo 2 und der legendäre „Kuh-Level“. Mit Hilfe eines magischen Würfels, einer Portalrolle und Wirrets Bein konnten Spieler ein Portal zum wohl verrücktesten Geheimlevel der Spielgeschichte öffnen. Als sicher gilt: Es wird wieder eine Vielzahl an magischen Gegenständen und mächtigen Sets geben – der Sammeltrieb wird abermals voll ausgelebt werden können.