Auf der Gamescom haben wir uns in die kaum enden wollende Schlange am Blizzard-Stand eingereiht, um das sehnlichst erwartete Diablo 3 anspielen zu können. Mit drei Freunden stürzten wir uns in eine 20 Minuten andauernde Multiplayer-Monsterjagd. Lest in unserem Hands-On, wieso die Zeit wie im Flug verging.
Lange Schlange des ungeduldigen Wartens
Bis zu drei Stunden Wartezeit! Trotz der Warnung des Ordners wollten wir die Gelegenheit nicht ungenutzt lassen, das Action-Rollenspiel
Diablo 3 vermutlich weit vor Release anspielen zu können. Wir schreiben „vermutlich“, weil niemand weiß, wann der potenzielle Megahit erscheinen wird. Blizzard-typisch heißt es „When it's done.“. Hoffen wir, dass sich die Veröffentlichung des Spiels nicht all zu lange hinauszieht, denn – soviel sei vorab verraten – die Gamescom-Demo machte Lust auf mehr. Während wir auf den Einlass in den 50 Spielstationen umfassenden Rechnerpool warteten und vom freundlichen Standpersonal mit Mineralwasser (ohne Kohlensäure) versorgt wurden, machten wir uns bereits mit der Steuerung vertraut. Auf etwa DIN A4-großen Tafeln wurden Mausfunktionen und Tastaturkommandos erläutert sowie auf einige wenige Gameplay-Mechaniken hingewiesen. Kurzum: Es bleibt nahezu alles beim Alten – zumindest was die Kategorien Steuerung und Gameplay betrifft.
Comichafte Grafik der stilvollen Farbgebung
Eine ganz offensichtliche Änderung hat Blizzard bei der Optik vorgenommen.
Diablo 3 hat im Gegensatz zu seinen Vorgängern einen leicht comichaften Look. Die knallig-bunte, detailarme Grafik von
World of Warcraft müssen Diablo-Jünger allerdings nicht befürchten. Das Spiel sieht in Bewegung fantastisch aus. Besonders die farbenfrohen Effekte machen Einiges her. Bewaffnet mit zwei Streitkolben – einer mit Eis-, der andere mit Feuerschaden ausgestattet – wirbelt unser Barbar durch die Gegnerhorden und zieht Farbschweife nach sich. Flächenzauber erleuchten den kompletten Bildschirm. Kein Vergleich zum grafisch biederen Vorgänger. Eine weitere Neuerung ist die freie Geschlechterwahl. Wenn ihr euch für eine Klasse entscheidet, ist es euch überlassen, ob ihr
Diablo 3 als Männlein oder Weiblein angeht. Auf der Gamescom konnte man zwischen Barbar, Magier, Hexendoktor und Mönch wählen. Wie bereits angedeutet haben wir uns für den ruppigen Barbar entschieden.
Vierköpfige Heldengruppe der martialischen Verwüstung
Blizzard wählte für die
Diablo 3-Demo einen eigens für die Messe angelegten Level im zweiten Akt, der wie beim Vorgänger in einer Wüste angesiedelt ist. Unsere vierköpfige Party, die aus jeweils einem Vertreter der aktuell spielbaren Klassen besteht, durchstreift eine karge Wüstenlandschaft, durch die sich vereinzelte Gesteinsgruppen ziehen. Unsere Gegner sind uns zahlenmäßig stark überlegen. Dennoch haben die Kauderwelsch brabbelnden Kobolde und grotesken Hybriden aus Rieseninsekt und Mensch keine Chance. An der Seite des Mönches pflügen wir durch Gegnerhorden, während uns der Hexendoktor mit beschworenen Monstern und der Magier mit Blitzzaubern unterstützen. Feinde und Items gehen im Sekundentakt zu Boden. Das Diablo-Feeling stellt sich nach kürzester Zeit ein. Hastig klauben wir die Gegenstände auf, um den Anschluss an unsere Gruppe nicht zu verlieren, die über einen Teleporter Katakomben erreicht, in denen Schlangenmenschen und Skelettkrieger darauf warten, uns mit weiteren Erfahrungspunkten zu beliefern.
Kurze Spielzeit der ausgiebigen Freude
Zwar verfügte die Preview-Version von
Diablo 3 über keine Sammelfunktion, bietet aber dennoch ein wenig mehr Komfort als Teil 2. Statt mehrere nah beieinander liegende Goldhaufen einzeln aufheben zu müssen, krallt sich unser Charakter alles Gold im näheren Umkreis mit einem Mausklick. Eine entscheidende, aber begrüßenswerte Änderung wurde beim Looten vorgenommen. Es fallen nur Gegenstände für euren Charakter. Ihr müsst euch also nicht mit anderen um die Beute streiten. Nachdem ihr die Items aufgepickt habt, könnt ihr sie natürlich mit anderen tauschen. Die Menüs machten einen übersichtlichen Eindruck. Optik und Struktur erinnern an
World of Warcraft. Zugegebenermaßen haben wir uns beim Testspiel wenig mit dem Item- und Charakter-Management beschäftigt. Schließlich wollten wir möglichst viel von der Spielwelt sehen, die in der vorliegenden Version noch etwas detailarm wirkt. Wir sind aber zuversichtig, dass Blizzard den Umgebungen noch mehr Leben einhauchen wird.