Als Anfang Mai die PC-Umsetzung von Resident Evil 5 offiziell angekündigt wurde, war die Freude groß - bald würden wir PC-Spieler nicht mehr länger argwöhnisch auf die Konsolenfassungen von Capcoms Zombiehit schielen müssen. Als Spezialeinheit gegen den Bioterrorismus treibt es Chris Redfield im fünften Serienteil nach Afrika und zur Brutstätte des sog. Las Plagas-Virus. Mit Kollegin Sheva Alomar muss er sich dort gegen wütende Zombie- und Monsterhorden zur Wehr setzen. Bereits die Konsolenverkäufe von Resident Evil 5 haben Capcom einen gehörigen wirtschaftlichen Erfolg beschert. Das Spiel hatte sich bereits Ende April 2009 weltweit an die fünf Millionen Mal verkauft. Wird die Zielgruppe der PC-Spieler den Absatz der Marke noch einmal in die Höhe schnellen lassen? Wir haben für euch auf der Gamescom die PC-Version von Capcoms Zombiehatz angespielt und präsentieren euch in diesem Hands-on unsere Eindrücke sowie die Neuerungen der kommenden Fassung.
Am Intel-Asus-Stand in Halle 9 nutzte ich die Gelegenheit, mir die PC-Fassung von
Resident Evil 5 einmal vorzuknöpfen. Zocker bekommen den Actionhit dort nicht nur vorgeführt, sondern können ihn auch erstmals anspielen. Etwa eine Viertelstunde schlug ich mich mit Chris unter Begleitung von Sheva durch den Demoabschnitt im sandigen und verseuchten Afrika, und gleich vorweg: Es hat zombiemäßig Spaß gemacht!
Anspieleindruck
Auch wenn die Maus-Abfrage am Demorechner etwas zu sensibel eingestellt wirkte, funktionierte die Steuerung mit Maus und Tastatur hervorragend. Nach dem
Resident Evil 4-Debakel bei der PC-Umsetzung scheint Capcom wirklich aus seinen Fehlern gelernt zu haben. Durch dynamisches Einblenden der Tasten für mögliche Aktionen kann man auch auf der Tatstatur schnell angemessen reagieren. Lediglich die Navigation durch das Ausrüstungsmenü vor Spielstart habe ich in der kurzen Spielzeit nicht genügend durchblicken können - eine intuitive Bedienung sieht anders aus! Ein direkter Vergleich mit Pad-Steuerung wäre schön gewesen, leider lag jedoch kein Controller bereit. Ich vermute jedoch, dass der PC der Konsole in der Hinsicht in Nichts nachstehen wird, gehen wir doch von einer voll implementierten Xbox 360-Pad-Steueroption aus.
Die alten angeprangerten Bedienungsschwächen der Konsolenfassungen wie eine CPU-Mitspielerin, die einen beim schnellen Zurückweichen desöfteren behindert sowie altmodisches Feuern nur bei Stillstand der Spielfigur, sind geblieben. Das gleiche gilt für das fummelige Inventarmenü, das während des Gameplays bedient werden muss, was sich in manch brenzliger Situation als ziemlich nervenzerrend erweisen kann.
Grafisch sind erhebliche Unterschiede zwischen der PC- und den Konsolenversion von
Resident Evil 5 nicht zu erkennen gewesen. Mit der
DirectX10-Unterstützung ist jedoch davon auszugehen, dass bessere grafische Effekte auf dem PC möglich sind. Dank feinerem Anti-Aliasing und den höheren Auflösungen habe ich schon jetzt ein etwas schärferes Bild feststellen können. Leider gibt es die Tearing-Probleme der Xbox 360 auch noch auf dem PC, welche mit Aktivierung der vertikalen Synchronisation, die zum Glück möglich ist, aber leicht behoben werden können. Ein eindeutiger Vorteil der PC-Fassung.
Inhalt der PC-Fassung
Bisher wissen wir, dass die PC-Version von
Resident Evil 5 Zusatzkostüme beinhalten wird. Unter anderem gibt es ein Business-Outfit für Sheva und ein Gladiator-Kostüm für Chris (s. Screenshot). Im
Mercenaries-Modus sollen wir es mit drei Mal so vielen Gegnern wie Konsolenzocker zu tun bekommen. Außerdem unterstützt das PC-Spiel Nvidias
GeForce 3D Vision. Diese neue Technik ermöglicht die Wiedergabe von Bildern mit einer realistischen Tiefenwahrnehmung - kompatibler Monitor, passende 3D-Brille und GeForce-Grafikkarte vorausgesetzt. Das
3D Vision Kit kostet rund 150 Euro. Daneben gibt es auch auf dem PC Online-Mehrspielermodi, die - wie schon bei
»Street Fighter 4 - über
Games for Windows LIVE funktionieren sollen. Wie auf der Xbox 360 bietet der
LIVE-Dienst freispielbare Erfolge, Voicechat, Freundeslisten und automatische Updates.
Das Spiel soll ungeschnitten und ausschließlich als
Steelbook-Edition mit Making-of-DVD für den PC erscheinen. Aber keine Sorge: Diese soll mit einem sehr fairen Preis von rund 40 EUR ab 18. September im Handel stehen.