Might & Magic. Mehr als diese zwei Worte braucht es in der Regel nicht, um gestandene Rollenspieler zu wehmütigen Erinnerungen hinzureißen. Unzählige Fortsetzungen und Ableger folgtem dem 1986 erstmals erschienenen Rollenspiel-Urgestein. Nun bringt Ubisoft einmal frischen Wind in die Reihe - und selbige auf den DS. Warum Might & Magic auch im Anime-Look überzeugen wird, verraten wir euch anhand einer spielbaren Vorabversion.
Die Sage der Helden
Der neueste Ableger von
Might & Magic spielt 40 Jahre vor den Geschehnissen der
Heroes V-Saga und behandelt die Jugend der fünf größten Helden dieser Geschichte: Anwen, Godric, Fiona, Aidan und Nadia. Ihr erkundet dabei das Land Ashan, bestehend aus vier Teilen: Die grünen Wälder Irollans, bewohnt von den Elfen, und das Greifenimperium mächtiger Ritter im Norden, sowie den von Zauberern bewohnten Wüsten der Silberstädte und den von Nekromanten besiedelten Einöden von Heresh. Dazu gibt es noch eine Parallelwelt, Sheogh. Dies ist eine Gefängniswelt für Dämonen, die jedoch bei "Blutmond" genannten Mondfinsternissen ausbrechen können und Ashan terrorisieren. Nach einem dieser Angriffe, dem letzten großen Dämonenkrieg, wurde ein Artefakt geschaffen, dass die Macht besitzt, Dämonen zu beherrschen: Die Klinge des Bindens. Elfen, Menschen und Zauberer schworen, nachdem diese nur mit viel Leid den Krallen eines Dämonenfürstes entrissen werden konnte, diese auf ewig zu beschützen und zu bewachen. Dabei haben sie jedoch nicht nur mit Dämonen zu kämpfen, sondern auch mit machtgierigen Leuten aus ihren eigenen Reihen.
Soweit die Vorgeschichte zu
Might & Magic: Clash of Heroes. Zum Einstieg seid ihr mit Anwen in Irollan unterwegs, um Gäste aus dem Greifenimperium zu empfangen. Dabei kommt es zu einem Angriff von Dämonen, welche ein geheimnisvolles Artefakt stehlen und planen, die Menschen und Elfen gegeneinander auszuspielen.
Neuer Look, neuer Genre-Mix
Das erste, was auffällt, ist natürlich der neue Look: Die gesamte Welt und die Charaktere sind in einem Anime-Look gehalten, recht untypisch für die Reihe. Insgesamt erweist es sich jedoch für den DS als eine gute Wahl - realistische Optik wäre hier wohl zuviel erwartet, da wirkt der stimmige Anime-Look um einiges passender. Aber auch das Gameplay entfernt sich ein ganzes Stück von seinen bisherigen Rollenspiel-Wurzeln: Euch erwartet ein etwas merkwürdig klingender Genre-Mix aus Strategie-, Puzzle- und Rollenspiel-Elementen, der uns beim Anspielen jedoch durchaus überzeugen konnte. So seid ihr mit eurem jeweilige Charakter auf einer Weltkarte unterwegs und könnt, vorgegebenen Pfaden folgend, die Welt von Ashan erkunden. An manchen Feldern werden Aktionen von euch gefordert - Kisten öffnen, Unterhaltungen führen - welche ihr durch einfachen Tastendruck auslöst. Symbole über den Köpfen der Leute verraten euch etwa, was euch dieser mitzuteilen hat. Ihr erkennt so leicht, ob jemand Story-Relevanz besitzt oder Nebenaufträge für euch bereithält. Bei Gegnern könnt ihr so auch erkennen, ob dieser Kampf für eure jeweilige Mission erforderlich ist.
Das alles wird euch auf dem unteren Screen dargestellt, während der obere Bildschirm vor allem dazu dient, die Karte der Umgebung darzustellen. Praktischerweise wird euch hier auch euer nächstes Ziel eingeblendet.
Ich puzzle mich zum Sieg!
Kommt es mit einem Gegner auf der Karte zur Konfrontation, wird in den Kampfmodus gewechselt. Hier steht eure Armee der des Feindes gegenüber. Richtig: Eure Armee. Zwar seht ihr auf der Karte nur euren jeweiligen Charakter, ihr verfügt jedoch im Hintergrund über eine ganze Armee, welche ihr euch sogar selbst zusammenstellen könnt. Allerdings recht eingeschränkt - ihr bestimmt, welche Mitstreiter-Typen zu eurer Armee gehören sollen. Jede dieser unterschiedlichen Arten hat eigene Fähigkeiten - so kann ein Elch eine Barrikade des Feindes überwinden, um dahinterliegende Ziele zu attackieren. Bären rennen gnadenlos alles auf ihrem Weg nieder, während andere mit Pfeil und Bogen oder Magie angreifen. Es ist also strategisch schon sehr entscheidend, wie ihr eure Armee aufstellt.
Auf die Positionierung auf dem Schlachtfeld habt ihr zunächst jedoch keinerlei Einfluß. Auf dem unteren Bildschirm bezieht eure Armee zufällig Position, während sich die des Feindes am oberen Bildschirm sammelt. Seid ihr am Zug, müsst ihr schauen, dass ihr eure Mitstreiter so positioniert, dass drei gleiche Einheiten eine Kette bilden - ähnlich wie in einem Puzzle-Spiel. Statt sich dadurch aber aufzulösen und zu verschwinden, aktiviert ihr damit deren Fähigkeiten. Bildet ihr eine horizontale Reihe, baut ihr eine Barriere; eine vertikale Reihe führt zu einem Angriff. Diese Attacke erfolgt jedoch nicht umgehend, sondern erst nach Ablauf einiger Züge; die Anzahl wird euch bei der Einheit angezeigt. Zudem füllt ihr mit der Zeit auch immer eine Spezialfähigkeit auf, die ihr später einsetzen könnt.
Rollenspiel-Kleinigkeit
Ganz vom Rollenspiel-Genre hat sich
Might & Magic auch mit
Clash of Heroes nicht verabschiedet. Allerdings kommt dieses Element nur am Rande zum Tragen und nicht in der Komplexität "richtiger" Rollenspiele. So leveln eure Einheiten immer mal weiter auf und werden dadurch stärker und effektiver im Kampf. Auch könnt ihr euch mit immer neuen Items, die ihr in der Welt findet oder kauft, ausrüsten.
Einen Zwei-Spieler-Modus gibt es übrigens auch - dort kämpft ihr dann mit eurer Armee gegen die eures Freundes. Aus zehn Helden könnt ihr hierbei euren Favoriten wählen und ihn mit einer frei festlegbaren Kombination aus Einheiten und angelegten Artefakten in den Kampf schicken.
Was uns beim Anspielen schon sehr gut gefallen hat:
Might & Magic: Clash of Heroes wirkt sehr stimmig! Das Charakter- und Monsterdesign überzeugt, die Welt scheint voll von Gefahren und Möglichkeiten - inwieweit das im weiteren Verlauf des Spieles genutzt wird, muss sich allerdings erst noch zeigen. So dürfte sich unserer Einschätzung nach das Kampfsystem recht schnell abnutzen, sollte es da nicht ein wenig Abwechslung reinschaffen. Dass auch interessante Ansätze möglich sind, bewies unsere Preview-Fassung schon sehr früh: So müsst ihr in einem Kampf nicht nur die Gegner-Reihen aufs Korn nehmen, sondern auch zwei Soldaten, die im Hintergrund an einem Baum sägen. Hier gilt es dann, euren Angriff präzise zu timen, um genau diese Soldaten bei eurer Attacke zu treffen.
Die Steuerung mit dem Stylus geht bereits jetzt gut von der Hand, könnte allerdings noch ein wenig Feinschliff vertragen. Insgesamt jedoch könnte
Might & Magic: Clash of Heroes ein echter Leckerbissen für Fans interessanter Genre-Vermischungen im Stil von
»Puzzle Quest werden. Mit einem Release dürfte zum Ende des dritten Quartals 2009 gerechnet werden...