Die beiden bisher erschienenen Teile aus Tom Clancy`s Splinter Cell-Reihe gehören wohl zu den beliebtesten Games aus dem Stealth-Genre. Bisher wurden weltweit mehr als 6 Millionen Exemplare verkauft. Weniger als ein Jahr nach dem Release von Splinter Cell Pandora Tomorrow, erwartet uns Ende diesen Jahres bereits Teil drei: Splinter Cell - Chaos Theorie. Schon auf der E3 sorgte die Präsentation des Montrealer Entwicklerstudios für Aufsehen und auf der diesjährigen Games Convention kamen auch wir in den Genuss dieser Vorführung der PC-Version, was wir dabei geboten bekamen, erfahrt ihr in unserem exklusiven Preview.
Die Bedrohung
Wir schreiben das Jahr 2008. Die informationsbasierte Kriegsführung hat sich zur größten Bedrohung der globalen Stabilität gemausert. Wieder einmal schlüpft der Spieler in die Rolle von Third Echelon Lieblings Sam Fisher. Eine japanische Spionageabwehreinheit wurde gebildet, um modernen Bedrohungen zu begegnen. Diese Aktion stellt, basierend auf der japanischen Nachkriegsverfassung, einen gesetzeswidrigen Missbrauch internationaler Rechte dar. Korea und China reagieren darauf mit Entsetzen. Heimlich startet die Leitung der Spionageabwehr eine datenbasierte Kriegsführung gegen ihr eigenes Land und beschuldigt Nordkorea dieser Angriffe. Als die USA intervenieren, wozu sie nach Artikel 9 der japanischen Nachkriegsverfassung verpflichtet sind, werden auch sie attackiert.
Die Situation eskaliert und Nordkorea wird zu einer präventiven Invasion Südkoreas getrieben. Als der Krieg auf der koreanischen Halbinsel ausbricht, soll Sam Fisher die Allianz zwischen dem japanischen Admiral, einem neurotischen Computer-Hacker und dem Kopf einer internationalen paramilitärischen Einheit aufbrechen, um zu verhindern, dass ein massiver Weltkrieg in der Pazifik-Region aufflammt.
Many ways to kill!
In Teil drei der Splinter Cell Reihe haben sich die Entwickler nun für ein noch offeneres, nicht lineares Level-Design entschieden. Dabei wird es verschiedene Lösungswege und optionale Sekundär-Ziele geben. Hinzu kommen flüssige und nahezu grenzenlose Bewegungsmöglichkeiten, wie „Athletic-Moves“, „Stealth-Moves“ und „Stealth-Kills“, sprich der Gegnerneutralisation aus dem Verborgenen. Dies kann Sam zum Beispiel, indem er sich kopfüber von der Decke hängen lässt, bis ihm sein Opfer buchstäblich in die Arme läuft. Ist der Gegner direkt unter Sam, wird er von ihm gepackt, nach oben gezogen, um innerhalb von Sekunden tot wieder zu Boden zu fallen. Ein neues Feature aus Pandora Tomorrow war beispielsweise die überaus nützliche SWAT-Rolle, mit deren Hilfe sich Sam unbemerkt an offen stehenden Türen vorbeirollen konnte. Ein ähnlich vorteilhafter Stealth-Move wird auch in Chaos Theory geboten. Mit Hilfe des „Bash-Door“ Moves kann Sam Türen auftreten und dahinter platzierte Wachen gleich eliminieren.
Während der letzten beiden Splinter Cell Games haben die Entwickler festgestellt, dass die meisten Spieler gern Gegner töten, auch wenn dies nicht unbedingt notwendig ist. Aus diesem Grund wurden auch einige Gameplay-Verbesserungen vorgenommen, so kann sich Sam nun noch näher an Gegner heranwagen, wobei er dicht hinter dem Gegner in Kampfhaltung geht und die Entscheidung über Leben und Tod des Gegners nur noch in den Händen des Spielers liegt. Die KI der Gegner wurde ebenfalls merklich verbessert. Sie wurde mit persönlichen Attributen und natürlichen Verhaltensmustern ausgestattet, so dass sich die Gegner ihrer Umgebung bewusst sind und sich an vergangene Ereignisse erinnern. Nun reicht es teilweise auch nicht mehr aus, diese nur mit einem geworfenen Gegenstand abzulenken, denn es stehen wesentlich kreativere Möglichkeiten zur Verfügung. Sitzt eine Wach beispielsweise vor dem Fernseher, kann Sam den Empfang stören und während sich der genervte Wachposten noch um die Behebung dieses Problems kümmert, unbemerkt vorbei schleichen.
Neben Sam´s Moves wurde auch sein Arsenal an Gadgets und Waffen erweitert. Neu hinzugekommen ist beispielsweise das Messer, welches als Waffe und Tool fungiert. So kann man entweder den Gegner damit lautlos die Kehle durchschneiden oder auch Vorhänge damit durchtrennen, um unbemerkt einzudringen. Zudem kann Sam unerwünschten Wachposten nun auch das Genick brechen, was besonders oft bei den „Stealth-Kills“ zum Einsatz kommt.
Wie schön sich Regen anhören kann
Um das Game auch ins richtige Licht zu rücken, wurde eine neue Grafik-Technologie verwendet, so dass Splinter Cell Chaos Theorie bereits jetzt auf dem neuesten Stand der Technik ist. Ein besonderer Leckerbissen ist hierbei das dynamische Wettersystem. Bisher gab es zwar Regen-Effekte, doch wirkten sich diese nicht wesentlich auf Gegenstände im Spiel aus, dank der neuen Technologie kann man diesen Effekt nun im ganzen Level bewundern. Denn bei Regen wirken alle Gegenstände und auch Sam selbst, dank diverser Spiegeleffekte, nass. Man sieht sogar Tropfen auf Gegenstände wie Mauervorsprünge auftreffen, was die Optik des Spiels noch um einiges realistischer erscheinen lässt. Auch die Physik-Engine wurde erweitert. So gibt es nun ein „Rag-Doll“-Verhalten, wenn Gegner zu Boden fallen und eine bessere Interaktion mit der Umgebung. Die Texturen im Spiel sind ebenfalls noch einmal überarbeitet worden, was man besonders an den fotorealistischen Wandtexturen erkennen kann.
Auch soundtechnisch liegt Splinter Cell 3 wieder einmal ganz vorn. Für die richtige musikalische Untermalung sorgte Komponist Amon Tobin, aber auch die Soundeffekte brauchen sich nicht zu verstecken. So gibt es natürlich wieder authentische Waffensounds und räumlich veränderlichen Klang. Ist beispielsweise Musik hinter einer Tür zu hören und Sam benutzt seine Cam, um unter der Tür hindurchzuschauen, so verändert sich mit der Räumlichkeit auch der Sound und wird lauter, wenn man in die Cam-Ansicht wechselt. Weiterhin lassen sich diegetische Soundquellen, wie Stereoanlagen oder Tonbandgeräte ausschießen und die Musik stoppt. In großen Räumen wirkt sich der Sound ebenfalls realistisch aus, so hört man zum Beispiel die Schritte der Gegner oder deren Pfeifen als Hall.
Zusammen mit dem besten Freund
Wie bereits im zweiten Teil versprochen, wird der Koop-Multiplayer-Modus nun in Teil drei realisiert. In zweier Gruppen schlüpfen Freunde nun in die Rolle von Agenten und können Gebäude gemeinsam infiltrieren und Aufgaben lösen. Dies funktioniert online sowie offline. Dass sich dieser Multiplayer nicht wie ein Teamplay-Game a la Raven Shield spielt, merkt man schon an der Zielsetzung: Beide müssen überleben. Und falls es doch einmal euch oder euren Freund erwischt, kann dieser bis zu zwei Mal mittels Adrenalin Boost zurück ins Leben gerufen werden. Die Kommunikation zwischen den beiden Spielern erfolgt über Head-Set. Ein besonderer Gag: Die Gegner nehmen Gespräche über Head-Set auch wahr, denn falls diese zu laut sind, bemerken sie den Spieler. Auch die Blickfelder der beiden Spieler können geteilt werden, so dass beide Spieler dasselbe sehen. Des Weiteren bietet der Multiplayer-Modus ein sehr hohes Maß an Interaktion zwischen den Spielern, denn diese müssen ihre Fähigkeiten kombinieren. So gelangt ein Spieler beispielsweise mittels Räuberleiter aufs Dach, um die Lage zu überprüfen, während der andere Spieler dann mit einem Seil nach oben gezogen wird.