Nach Arx Fatalis und Dark Messiah of Might & Magic wollen es Arkane Studios nochmal wissen. Unter der Flagge von Bethesda präsentieren die Kreativköpfe ihr Meisterwerk. Wir waren für euch auf der gamescom und haben uns Dishonored in aller Ausführlichkeit zeigen lassen. Worum es darin geht und warum das Spiel tatsächlich das Potenzial zum Hit hat, verrät unsere Vorschau.
Bislang haben Arkane Studios und Bethesda Softworks
Dishonored weitgehend unter Verschluss gehalten. Erst jetzt tröpfeln nach und nach handfeste Informationen zum Spiel ein. Auf der Messe konnte das Spiel bereits einen guten Eindruck hinterlassen und wartete mit einigen tollen Ideen auf.
Action – Stealth – Rollenspiel – Aventure
Worum handelt es sich bei
Dishonored eigentlich? Mit einem Wort lässt sich das kaum beschreiben. Vielmehr springt es zwischen den Genres hin und her und kann kaum in eine passende Schublade einsortiert werden. Die Mischung aus Action- und Stealthpassagen, die Adventure-Anteile und die Rollenspielanleihen, gepaart mit einer Darstellung aus der Ego-Perspektive, deutet die Vielseitigkeit des Titels schon an.
Angesiedelt ist das Setting von
Dishonored in einer fiktiven Welt mit insgesamt vier Inseln: Tyvia, Morley, Gristol und Serkonos. Schauplatz ist jedoch allein die größte der vier Inseln, Gristol. Es ist anzunehmen, dass die anderen Inseln – bei guten Verkaufszahlen des Spiels – im Nachfolger oder in herunterladbaren Zusatzepisoden eine Rolle spielen werden. Die Welt von
Dishonored lässt sich ganz gut mit der Epoche des 17. Jahrhunderts vergleichen. Eine große Rolle spielt die schwarze Pest, die das ganze Land überzieht und tausende von Menschen das Leben kostete. Einer der Hauptüberträger sind die Ratten, die in den Kanälen der Stadt zu Hause sind, aber auch an der Oberfläche ihr Unwesen treiben. Die Ratten spielen in der Geschichte des Spiels eine tragende Rolle. Doch dazu später mehr.
Entehrt, entlassen und gejagt
Hauptfigur bei
Dishonored ist Corvo, ein ziemlich unheimlicher Typ, der als Meuchelmörder sein Geld verdiente und jetzt als Leibwächter für die Kaiserin fungiert. Als diese jedoch Opfer eines Attentats wird, sieht sich Corvo plötzlich dem Vorwurf des Mordes und des Verrats ausgesetzt. Ein harter Hund wie unser Meuchelmörder lässt sich aber natürlich nicht so ohne Weiteres gefangen nehmen, sondern entflieht den Streitkräften der verstorbenen Kaiserin. Fortan muss sich der unschuldige Corvo in den Schatten der Stadt Dunwall verstecken. Um seine Unschuld zu beweisen, versucht er nun seinerseits den wahren Täter zur Strecke zu bringen. Klingt ein wenig nach "Kimble auf der Flucht". Auch wenn die Story sicher keinen Originalitätspreis gewinnt, trägt der Druck, auf der Flucht zu sein mit Verfolgern im Nacken, doch einiges zur Atmosphäre des Spiels bei.
Das Highlight von
Dishonored ist aber der Hauptcharakter an sich, beziehungsweise dessen einzigartigen Fertigkeiten. Diese ermöglichen dem Spieler stets mehrere Möglichkeiten, an sein Ziel zu gelangen. Kleine Auswahl gefällig? Corvo kann etwa die Kontrolle über andere Lebewesen erlangen, sich teleportieren, die Zeit manipulieren, Ratten aus dem Nichts erscheinen lassen oder riesige Sprünge aus dem Stand vollführen. Ziemlich stylisch, dieser Corvo. Neben den erwähnten Fähigkeiten ist der Kerl natürlich auch noch bis an die Zähne bewaffnet. Mit Armbrust, Schwert und kleinen Feuerwaffen weiß sich der ehemalige Leibwächter schon gut zu wehren.
Viele Wege führen zum Ziel
Die außergewöhnlichen Eigenschaften des Protagonisten sorgen dafür, dass sich der Spieler kreativ ausleben kann. Wenn ihr etwa die Kontrolle über eine Ratte übernehmt, dieser eine hochexplosive Mine auf den Rücken spannt und den Suizidanten durch die Innenstadt düsen lasst, sorgt dies schon für ein mittleres Chaos und für eine willkommene Ablenkung für den Assassinen. Auch etwa das Einfrieren der Zeit verschafft euch viele Möglichkeiten. So lassen sich Gegner während des Zeitstillstands verschieben, was nicht minder für Verwirrung sorgt.
Beim Einsatz der Fertigkeiten solltet ihr aber auch eine gewisse Sorgfalt und Vorsicht walten lassen. Denn die Umwelt von
Dishonored reagiert in hohem Maße auf euer Verhalten. Wenn in der Innenstadt von Dunnwall regelmäßig Bürger aus dem Nichts tot umkippen oder an allen Ecken eine Mine explodiert, gerät das Geschehen zusehends außer Kontrolle. Panik macht sich unter den Bürgern brei... und die Wachsamkeit steigt. Die Macht von Corvo ist immens, allerdings sollte diese auch mit Bedacht eingesetzt werden. Je nachdem wie offensiv oder defensiv ihr eure Strategie auslegt, verändert sich nicht nur das Setting. Insgesamt verfügt
Dishonored nämlich über vier unterschiedliche Möglichkeiten, wie das Spiel endet. Welches Ende ihr zu sehen bekommt, hängt also ganz von eurem Verhalten im Spielverlauf ab.
Die Magie der Wale
Doch woher kommen eigentlich diese Wunderfähigkeiten von Corvo? So ganz geklärt ist dies noch nicht. Es hängt jedoch mit den magischen Walen zusammen, die sich rund um die vier Inseln tummeln. Die Kraft der Wale haben auch die Menschen schon für sich entdeckt und machen Jagd auf die Meeressäuger. Das Öl, welches aus den Walen gewonnen wird, ist die wichtigste Energiequelle der Inseln. Es dient als Antrieb für Maschinen und Waffen und betreibt zudem die sagenhafte "Wall Of Light", die der Armee als Schutzwall gegen Eindringlinge dient. Man darf schon gespannt darauf sein, wie Corvo die Lichterwand zu umgehen versucht.
Schnelles Gameplay aus der Ego-Perspektive
Interessant ist, dass die Darstellung von
Dishonored aus der ersten Person geschieht. Ungewöhnlich für einen Titel mit einem hohen Anteil von Kletterpartien. Da werden Erinnerungen an EAs
»Mirror's Edge wach. Das Gameplay dürfte aber kaum so rasant ausfallen, heimliches Vorgehen mit Corvo ringt dem Spieler aber auch nicht viel unnötige Geduld ab. Ein schnelles und beherztes Vorgehen ist in
Dishonored allemal erfolgversprechender als ewiges Studieren der Laufwege. Diese ändern sich im Spiel ohnehin immer wieder. Jede Figur trifft immer wieder eigene (und eigenwillige) Entscheidungen, die sich nicht zwangsweise wiederholen müssen. Das macht
Dishonored noch ein ganzes Stück unberechenbarer.