2011… man stelle sich vor: der Masterchief rennt im Stechschritt durch ein finstres Gewölbe. Vor ihm tut sich eine ganze Armee feindlicher Söldner auf, die er kurzerhand hinwegmäht. Das Unheil droht allerdings von der anderen Seite. Oberschurke Kratos schnellt von hinten heran, holt mit seiner mächtigen Axt zum finalen Schlag aus… und frisst Dreck nachdem ihm ein gezielter Schuss genau zwischen die Augen das Lebenslicht aushaucht. Irritiert fährt der Masterchief herum und blickt in die Augen seines grinsenden Partners Nathan Drake, der dem Spartaner vor dem Angriff des griechischen Gottes bewahrt hat. *Reality Check* Dieses Szenario werden wir wohl niemals erleben. Oder vielleicht doch?
1991… Das Stadion ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Atmosphäre ist einzigartig. Voller Vorfreude erwarten die Zuschauer den Startschuss in der Königsdisziplin des 100 Meter Sprints. Das Teilnehmerfeld im prominent besetzt. Die besten Athleten haben sich heute hier versammelt, um die Vergabe der Goldmedaille unter sich auszumachen. 3…2…1…Go! Die Sprinter schnellen aus ihren Startblöcken empor und nehmen beachtlich Geschwindigkeit auf. Superstar Sonic ist am besten vom Start weggekommen und nimmt die Spitzenposition ein. Dicht hinter ihm hat der afrikanische Vertreter Donkey Kong die Verfolgung aufgenommen. 100 Meter können lang werden, denn im Verlauf des Rennens hat sich ein dritter Topstar nach vorne geschoben. Es kommt zu einem Fotofinish. Sieger des Laufs: der italienische Superstar Mario! Das Pilzkönigreich tobt und feiert seinen Helden!
Auch dieses fiktive Rennen erscheint unmöglich. Zumindest im Jahr 1991. Rund 20 Jahre später laufen die beliebtesten Figuren aus den Universen von Nintendo und SEGA schon zum dritten Mal gegen einander auf. Knapp 20 Millionen Einheiten konnten
»Mario & Sonic bei den Olypmpischen Spielen und
»Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen bislang absetzen. Der dritte Teil ist ebenso logisch wie konsequent.
Mit dem offiziellen Segen des Olympischen Komitees
Weder
Mario- noch
Sonic-Spiele hatten bislang den Ruf, einen besonderen Anspruch an die Realitätsnähe zu richten. Dies wird auch bei dem kommenden Spiel sicherlich nicht der Fall sein. Dennoch hat SEGA die offizielle Lizenz der Olympischen Spiele und wird diese selbstverständlich auch zur Geltung bringen. Die Entwickler haben sich ganz genau in London umgeschaut und werden die Austragungsplätze originalgetreu – wenn auch comichaft verändert – im Spiel nachbilden.
Selbstredend kommen aber natürlich auch Freunde der
Mario und
Sonic Jump & Runs auf ihre Kosten. So hat SEGA neben dem Olympischen Spielen einen weiteren Modus eingebaut, der sich „Traumspiele“ nennt. In diesen treten Mario & Co. in bekannten Settings an. Auch die Disziplinen heben sich hier deutlich von den originalen Vorbildern ab. Beim Dream Discus etwa müsst ihr während eines schnellen (!) Fluges möglichst viele Ringe aufsammeln, während euch die Mitspieler durch aktives Rempeln daran hindern. Überhaupt liegt bei den „Traumspielen“ der Fokus deutlich auf dem launigen Mehrspielermodus. Noch ist allerdings nicht bekannt, über wie viele Disziplinen die „Traumspiele“ verfügen werden.
Höher, schneller, weiter
Was muss ein Spieleentwickler machen, um einen Nachfolger zu einem erfolgreichen Spiel zu verkaufen? Richtig! Er muss noch einen draufsetzen. Flüssigeres Gameplay, längere Spieldauer, mehr Abwechslung… In Sachen Anzahl der Wettkampfdisziplinen hat SEGA bereits angekündigt, dass
Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen London 2012 deutlich mehr zu bieten haben wird als die beiden Vorläufer. Zum einen wird sich SEGA an den Erfahrungen bedienen, die man bereits mit
»Beijing 2008 gemacht hat. Viele der dort spielbaren Disziplinen wird man auch bei
Mario & Sonic wiedersehen, mit überarbeiteter Steuerung versteht sich. Allerdings werden auch völlig neue Sportarten ihren Weg ins fertige Spiel schaffen. SEGA hat bereits über Springreiten, Badminton, Trampolin, Turnen, Fußball und Kricket gesprochen.
Interessant dürfte wohl auch wieder sein, wie sich die einzelnen Spiele steuern lassen. Mit der Art der Steuerung steht und fällt die Qualität der einzelnen Sportarten, gerade auf der Wii. Da SEGA aber mit
Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen London 2012 nun schon den dritten Anlauf nimmt, dürfte sich schon etwas Routine eingestellt haben. Hoffentlich kommen die innovativen Ideen dabei nicht zu kurz. Erste Anzeichen auf witzige Einfälle verdeutlicht etwa das Springreiten, bei dem man die Wii-Fernbedienung wie Zügel in den Händen hält. Wir dürfen gespannt sein, was sich SEGA noch alles bezüglich der Steuerung einfallen lässt.
Make It 3D
Erschienen die beiden Vorgänger noch auf dem Nintendo Wii und dem Nintendo DS, kommt nun ein neuer Player mit ins Spiel: der Nintendo 3DS. Die neue Hardware möchte natürlich auch ihren Möglichkeiten entsprechend genutzt werden. Nach dem bislang gezeigten Material sieht es ganz so aus, als hätte sich SEGA im Vorfeld so einige Gedanken gemacht. Das Spiel macht dabei von den vielfältigen Eingabemöglichkeiten des neuen Handhelds offenbar regen Gebrauch. Nehmen wir etwa den Neigungssensor. Dieser kommt beispielsweise am Schwebebalken gut zum Tragen. Der Spieler überträgt seine eigenen Bewegungen auf das Gerät und lässt die Figur über den Schwebebalken gleiten. Während eines U-Bahn Trips wird diese Disziplin aber wohl nur von echten Experten zu meistern sein. Der 3D Bildschirm kommt bei Sportarten, die vom Bewegungssensor Gebrauch machen, übrigens nicht zum Einsatz. Da der 3D-Effekt ohnehin kaum zur Geltung kommen würde, werden Spiele dieser Art stets auf dem unteren Screen absolviert.
Intensiv genutzt wird natürlich auch der Touchscreen, der bereits bei den Vorgängern ein Herzstück des Spiels war. Für viele Bewegungen greift SEGA auf den berührungsempfindlichen Bildschirm zurück. Zu sehen war etwa das 20 Kilometer Gehen. Zum Rhythmus der Musik muss der Spieler hier den Stylus schwingen. Schlechtes Taktgefühl wird vom Spiel direkt bestraft und akustisch deutlich gemacht.
Vielfalt der Steuerungsmöglichkeiten
Vernachlässigt wird häufig das Mikrofon, das schon beim Original DS nur selten zum Einsatz kam. Bei
Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen London 2012 wird das Mikro zum Beispiel beim Brustschwimmen eingesetzt. Durch das Pusten in Mikrofon bewegt sich der Schwimmer im Becken nach vorne. Natürlich wird es auch etwas komplexere Steuerungsarten geben, die auf den Analogstick des 3DS zurückgreifen. Erwähnt wurde hier etwa das Kanufahren, bei dem gut getimte Drehbewegungen vom Spieler verlangt werden.
Als letzte Eingabemöglichkeit bleiben die klassischen Buttons, die den 3DS etwa von der Smartphone Konkurrenz abheben. Noch immer lassen sich viele Spiele am besten mit den altbewährten Knöpfen steuern. Das haptische Feedback ist eben durch keinen Touchscreen zu ersetzen. So ließen sich die Quick Time Events, die es zum Beispiel im Judosport gibt, nicht gleichwertig auf einem Handy umsetzen. Durch die Vielfalt der Eingabeoptionen hebt sich der Nintendo 3DS eben doch von den modernen Smartphones ab, zumindest wenn die Entwickler davon Gebrauch machen. Bei
Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen London 2012 scheint dies wohl der Fall zu sein.