Der Mythos lebt! Was kaum noch jemand für möglich gehalten hätte, wird in diesem Jahr noch Realität. Duke Nukem Forever kommt! Sicher, diese oder ähnliche Versprechen haben wir schon unzählige Male gehört. Doch nach der Übernahme der Rechte durch die »Borderlands-Entwickler Gearbox, stehen die Chancen für einen baldigen Release diesmal ziemlich gut. Die Zeit ist reif für einen Videospielhelden, den viele schon auf seinem Weg vom Altenheim auf den Friedhof gesehen haben. Wir haben uns den harten und beschwerlichen Weg der Egoshooter Ikone angesehen und wagen einen Ausblick auf das hoffentlich glorreiche Comeback des Veteranen. Hail to the king, baby!
Die Geschichte des Dukes beginnt verhätlnismäßig unspektakulär. Ohne großen Hype und ohne die bombastische Medienwirksamkeit einer Lara Croft oder anderer Videospielprominter, erfüllte der Duke ein Nischendasein. Als
Duke Nukem im Jahre 1991 erstmals auf der Bildschirmfläche auftauchte, war er noch ein echte Geheimtipp. Entwickler Apogee verfügte nicht über ein großes Werbebudget, sondern musste auf die Mundprogapanda der Fans setzen. Die erste Episode des Helden zog als reines Sharewareprogramm seine Kreise über die heimischen Rechenknechte. An eine Darstellung in 3D war damals noch nicht zu denken. In plattem 2D und mit einer gehörigen Portion Jump’n’Run feierte Duke Nukem sein Debüt. Als bis an die Zähne bewaffnete Ein-Mann Armee ballerte sich der Blondschopf als Sidescroller durch ganze Wellen feindlicher Aliens.
Zwei Jahre später wurde
Duke Nukem 2 released. Trotz einige Verbesserungen im Detail, blieb das Grundgerüst des Vorgängers erhalten. Auch
Duke Nukem 2 erinnert mehr an Genregrößen wie
Turrican oder
Probotector als an ein reinrassiges Ballerspiel.
Der Beginn einer traumhaften Karriere
Der große Karriereschub kam jedoch erst weitere drei Jahre später, als Apogee und 3D Realms 1996 das hierzulande indizierte
Duke Nukem 3D auf den Markt brachten. Mit seinen markigen und politisch inkorrekten Sprüchen eroberte der Duke die Egoshooter-Szene im Sturm. Offenbar trafen die Entwickler genau den Nerv der Zeit und kombinierten ihren überzogen proletenhaften Antihelden mit einem rasanten Gameplay und einem gut funktionierenden Mulitplayermodus, der Videospieler auf Jahre unterhalten sollte. Nicht zuletzt sorgte auch die Indizierung durch die BPjS bei den pubertierenden Jugendlichen für einen zusätzlichen Kultfaktor des Duke.
Der kometenhafte Aufstieg des Duke ließ keine Zweifel daran aufkommen, dass ein Nachfolger sicher nicht lang auf sich warten lassen würde. Zunächst wollte 3D Realms jedoch die Engine von
Duke Nukem 3D ausnutzen, um einen weiteren 3D-Titel zu veröffentlichen. Nur ein Jahr dem Release durften sich die Videospieler über
Shadow Warrior freuen, welches das Setting in den fernen Osten verlagerte und den Spieler in die Rolle des Ninjas Lo Wang beförderte.
Shadow Warrior ereilte jedoch schon bald das gleiche Schicksal wie den Duke und das Spiel landete auf dem deutschen Index.
14 years in the making
Shadow Warrior war gleichzeitig auch das letzte Lebenszeichen von 3D Realms, zumindest als Entwickler. In der Folgezeit trat der Duke-Erfinder noch einige Male als Publisher auf und veröffentlichte zahlreiche Ableger der
Duke-Serie, die jedoch allesamt nicht den Status von
Duke Nukem 3D erreichen konnten. Der spektakulärste Deal gelang 3D Realms als Publisher von Remedys
Max Payne und
»Max Payne 2. Nach dem Release von
»Prey von Entwickler Human Head Studios gingen bei 3D Realms endgültig die Lichter aus.
Auch um den Duke wurde es seinerzeit verdächtig ruhig, auch wenn die Verantwortlichen regelmäßig beteuerten, dass immer noch fleißig an
Duke Nukem Forever gearbeitet werde. Die Hoffnung auf ein Comeback des Duke schwand bei den Fans jedoch immer mehr. Im Mai 2009 kam schließlich das Ende für 3D Realms. Publisher 2k Games zog die Notbremse und wollte kein weiteres Geld mehr für die Entwicklung von
Duke Nukem Forever bereitstellen. 3D Realms war pleite!
Die Wiederauferstehung des Duke
Die Neverending Story um den Duke schien vorbei... und doch sollte es eine Forsetzung geben, diesmal hoffentlich mit einem Happy End. Gearbox Chef Randy Pitchford – einstmals selbst Angestellter bei 3D Realms – sicherte sich die Rechte an
Duke Nukem Forever und holte somit auch Publisher 2k Games wieder ins Boot. Im Zuge dieses spektakulären Deals kündigte Pitchford an, dass
Duke Nukem Forever 2011 endlich veröffentlicht werde. Neben neuen Screenshots und einigen Spielszenen, durften mittlerweile auch erste Journalisten selbst Hand an eine spielbare Demoversion anlegen. Es sieht gut aus für den Duke, zumindest was den Release selbst angeht. Doch wird das Spiel auch die Qualitäten erreichen, die sich Fans seit mehr als einem Jahrzehnt davon versprechen?
Duke Nukem Forever wird das Rad sicherlich nicht neu erfinden, sondern vielmehr auf klassisches Gameplay setzen. Wer auf eine große Innovation gehofft hat, wird wohl enttäuscht. Gearbox setzt hingegen voll auf den Kultfaktor des Duke. Fans der Serie dürfen sich auch im neuen Teil auf bohlenesque Sprüche freuen. Großspurig, frauenfeundlich, ungehobelt und draufgängerisch... der Duke wie wir in kennen und lieben. Er selbst ist es wohl auch, der den Großteil des Reizes von
Duke Nukem Forever ausmacht. Ein gleichwertiges Spiel ohne das Duke-Etikett würde wohl kaum eine derartige Aufmerksamkeit verdienen.
Auch wenn das Spiel in Sachen Gameplay nicht an die Qualitäten eines
»Halo: Reach oder
»Call of Duty heranreichen sollte, trumpft es dafür mit seinem männlich charmanten Humor auf. Dabei nimmt sich
Duke Nukem Forever selbst nicht sonderlich ernst und veralbert sich und seine ewiglange Entwicklungszeit ein ums andere mal selbst.
Down The Drain
“This is taking forever. Time to get this bog boy back into action.” Dies sind die ersten Worte des Duke, nachdem er die letzen Biere auf der Toilette weggebracht hat. Eine erste Anspielung auf die lange Auszeit des Superhelden. Die erste Mission ist also schon einmal erfüllt. Weiter geht es in der Umkleidekabine eines Stadions, wo sich der Duke mit einigen (extrem männlichen) Spacemarines trifft, um einen Schlachtplan zur Rettung der Welt zu erarbeiten. Doch wozu braucht der Duke einen Plan, wenn er doch einen monströsen Doppel-Raketenwerfer hat? Mit ein paar saftigen Schüssen aus der übergroßen Wumme ist das erste Bossmonster bezwungen. Das Viech ist erledigt! Noch bevor sich der Duke eine dicke Zigarre anzünden kann, bemerkt er das riesiege Monsterauge, das über den Rasen hoppelt. Kurzer Anlauf... und kick! Mit einem gewaltigen Tritt befördert der Duke das Auge über die Torstange und sichert seinem Team den Sieg. Was für ein Auftakt für den Duke!
Szenenwechsel! Leider haben sich eben gezeigte Bilder nur auf der Mattscheibe in Dukes Behausung abgespielt. Lässig hockt der Duke vor seiner Videospielkonsole. An seine Seite scmiegen sich zwei vollbusige Damen, die den blonden Muskelmann anhimmeln. Glücklicherweise hat auch der echte Duke alle Hände voll zu tun... auch mit seinen Gegnern. An jeder Ecke kracht und explodiert etwas. Mit einem ganzen Arsenal voller ausgefallener Waffen hat es unser sympathischer Held mit allerlei Aliens und Bestien zu tun. Egal ob klassische Schrotflinte, Railgun oder Raketenwerfer, der Duke weiß mit jeder Knarre umzugehen. Auch die Schrumpfpistole ist wieder mit an Bord. Mit dieser verkleinert der Duke seine Gegner, um sie schließlich mit einem gezielten Fußtritt zu zermalmen. Wem das noch nicht genug ist, darf sich über eine kleine Auswahl an Fahrzeugen freuen, mit denen wir die Monster im Vorbeifahren aufmischen können.
Ebenfalls sehr abwechselungsreich erwies sich die bisher gezeigte Auswahl an Gegnern. Neben den Schweine-Monstern aus den alten Teilen, gibt es aber auch ein paar neue Aliens, natürlich auch mit einer stattlichen Zahl an exotischen Bossgegnern. Grund zur Freude haben auch Freunde von Mehrspielerschlachten. Diese machten schon 1996 einen großen Teil der Langzeitmotivation aus. Gearbox ist sich dieser Tradition offenbar bewusst und hat versprochen, auch in
Duke Nukem Forever auf einen Mulitplayerpart nicht zu verzichten.