Bei THQ konnten wir einen Blick auf den Action-Shooter Homefront werfen. Wir bekamen Storydetails und spannungsgeladene Spielszenen zu sehen. Klar, dass wir euch nicht vorenthalten wollen, was euch mit dem Titel im Februar 2011 erwartet.
Der Krieg vor der Haustür
Der noch recht frische Entwickler KAOS Studios (
Frontlines: Fuel of War) schickt euch in ein von koreanischen Truppen besetztes Amerika der (nicht allzu fernen) Zukunft. Wie es dazu kommen konnte? Nach dem Tod von Nordkoreas Führer Kim Jong-il im Jahre 2012 übernimmt dessen Sohn Kim Jong-un die Macht. Ihm gelingt es nur ein Jahr später, Nord- und Südkorea zu vereinen und er schafft damit Unified Korea, die Große Koreanische Republik. Nicht unglaubwürdig: Kim Jong-un gilt tatsächlich als wahrscheinlichster Nachfolger Kim Jong-ils und auch Pläne zur Vereinigung Koreas existieren.
Homefront allerdings geht nun einen Schritt weiter: Korea annektiert zunächst Japan, weitere Staaten folgen. In den USA herrscht derweil Chaos: Die Börsenkurse sinken, die Wirtschaft befindet sich im Sturzflug, Menschen hungern, es kommt zu Protesten und Ausschreitungen.
Im Jahr 2024 startet Korea einen Kommunikationssatelliten, der "die Friedensbotschaft an die ganze Welt übermitteln" soll - in Wahrheit ist dies ein EMP, der die USA komplett lahmlegt. Derart geschwächt bieten die Streitkräfte der Amerikaner kaum Widerstand, als die Koreaner erst Hawaii einnehmen und dann San Francisco. Doch die Bürger wollen sich nicht mit der koreanischen Herrschaft abfinden und bilden Widerstandsgruppen gegen die Invasoren. Und einer dieser Gruppen werdet ihr euch nun, in der Haut des Ex-Militärpiloten Jacobs, anschließen.
CIA-Agenten wurden zur Entwicklung von
Homefront hinzugezogen, um ein möglichst glaubwürdiges Szenario zu schaffen. Erzählerisch wird sich stark an
»Half-Life 2 orientiert, statt an aktuellen Genre-Größen wie
»Call of Duty: Modern Warfare 2. Drehbuch-Autor John Milius (u.a.
Apocalypse Now) ist dafür verantwortlich,
Homefront zu einem interaktiven cineastischen Erlebnis zu machen. Das merkt man dem Spiel besonders in seinen ruhigen Momenten an, wenn ihr etwa durch die Basis der Widerständler geführt werdet. Die Versorgung funktioniert autark, Solarenergie liefert Strom, Regenwasser wird gesammelt, Nahrung wird angebaut. Alles notdürftig zusammengezimmert und getarnt, um nicht direkt vom Feind entdeckt zu werden. Ein Kind spielt auf einer rostigen alten Schaukel - ein Stück Idylle im vom Krieg gezeichneten Land. Durch Dialoge mit euren Mitstreitern sorgen die Macher in diesen Momenten für emotionale Bindung und verleihen den Charakteren Tiefe.
Dramatische Flucht
Mit euren Verbündeten seid ihr einerseits bemüht zu überleben, andererseits aber vor allem auch, den Nachschub an Sprit zu sichern, um so eine Rückeroberung des besetzten San Francisco zu ermöglichen. Hierbei gibt sich
Homefront dann auch als ein typischer Shooter zu erkennen. Aufgrund eurer technischen und zahlenmäßigen Unterlegenheit bleibt euch aber oft nur, auf Guerrilla-Taktiken zurückzugreifen oder die Flucht anzutreten. Bei der Präsentation zeigte sich die Widerstandsgruppe meist als Getriebene des Feindes. Durch ein gigantisches Feuer rennend, gelang ihnen die dramatisch inszenierte Flucht in ein umstehendes Gebäude, wo sie nun von feindlicher Infanterie und Helis unter Beschuss genommen werden.
Ihr müsst euch um die nahenden Gegner kümmern, während euer Mitstreiter eine verwundete Kameradin versorgt, ihr Mut zuspricht. Kugeln schlagen ein, Explosionen zehren an euren Nerven und Scheinwerfer der Helis nehmen euch immer wieder ins Visier. So erzeugt man Druck! Ein wenig gewöhnungsbedürftig sind die Soundeffekte: Während Explosionen recht krachend daherkommen, gaben die Waffen fast ausnahmslos ein dumpfes Klack-Geräusch von sich, wenn sie abgeschossen wurden. Überzeugend wirkte es dennoch. Das Waffenarsenal ist mit Sturm-, Schrot und Scharfschützengewehren, Maschinenpistolen, Pistolen, Raketenwerfern und Granaten dem Szenario entsprechend realistisch bis glaubwürdig. Ob ihr auch selber mal einen Helikopter steuern dürft ist nicht bekannt, Presse-Mitteilungen lassen dies jedoch vermuten.
Bei der Präsentation nicht gezeigt wurden Drohnen, die auch in
Homefront zum Einsatz kommen sollen. Das hat bei den KAOS Studios durchaus Geschichte, gab es ähnliche Geräte ja bereits schon in
Frontlines: Fuel of War. Welche Arten es geben wird, ist bislang nicht bekannt, allerdings ist sehr stark mit Überwachungsdrohnen zum Ausspähen feindlicher Positionen zu rechnen. Ob auch bewaffnete Drohnen zum Einsatz kommen, ist fraglich.
Spannende Gefechte erwartet
Kaum ein Shooter kommt heute noch ohne einen Multiplayer-Modus aus, da macht auch
Homefront keine Ausnahme. Nur: Es ließ sich bei der Präsentation nichts darüber erfahren. Von 08/15-Shooter-Multiplayer bis hin zu gigantischen Territorialkämpfen ist hier also einiges denkbar. Allerdings spielt auch das Balancing eine entscheidende Rolle - wie soll im Multiplayer ein Gefecht zwischen den Koreanern und den Rebellen, die technisch und zahlenmäßig unterlegen sind, ausgewogen sein? Wir sind jedenfalls gespannt, was die KAOS Studios daraus machen werden.
Letzter offene Punkt: Die Spielzeit. Auch hierzu konnten wir den Entwicklern keine verlässlichen Infos entlocken, einzig die Aussage, dass man sich an der Spielzeit aktueller Genrevertreter orientiert und sechs Stunden und mehr anpeilt, gibt ein wenig Auskunft. Stellt sich die Frage, wieviel ruhige Momente man bei einer Spielzeit von vielleicht acht Stunden unterbringen kann. Ob die Atmosphäre letztlich dann doch der straffen Inszenierung geopfert wird? Vieles ist bei
Homefront noch offen.