Am 18. August startete die gamescom zum zweiten mal in Köln. Wir waren auch dieses Jahr wieder vor Ort und haben uns die wichtigsten Spiele angesehen. Natürlich gehört da ein Besuch beim Publisher 2K zum Pflichtprogramm. Neben dem heiß erwarteten Action-Shooter »BioShock 3 haben wir auch einen Blick auf Spec Ops: The Line werfen können. Anbei findet ihr alle relevanten Informationen zum in Deutschland entwickelten Shooter.
Eine Stadt versinkt im Sand
Die Berliner Spieleschmiede Yager arbeitet aktuell an einem besonders ambitionierten Projekt. Unter dem Namen
Spec Ops: The Line wird das Entwicklerteam 2011 einen neuen 3rd-Person-Taktik-Shooter veröffentlichen. Das dem Spiel zugrunde liegende Szenario ist erfrischend unverbraucht: In einer nicht allzu fernen Zukunft wird die glamouröse Metropole Dubai von heftigen Sandstürmen heimgesucht. Große Teile der Stadt sind bereits an die sich vor kämpfende Wüste verloren gegangen. Die noch unberührten Abschnitte werden notdürftig mit meterhohen Betonwänden vom Sand abgeschirmt. Um die Lage in Nahost besser einschätzen zu können, hat die US-Regierung ein Aufklärungsteam entsandt. Der Einsatzleiter des Teams, Colonel Conrad, scheint jedoch den Verstand verloren zu haben. Die Befehle des Oberkommandos werden von ihm ignoriert. Um dem Ganzen Einhalt zu gebieten, wird abermals ein Trupp Soldaten nach Dubai geschickt.
Augenscheinlich ist die Lage schlimmer als befürchtet. Das wird Captain Walker, Befehlshaber des zweiten Soldatentrupps, schmerzhaft deutlich, als unvermittelt der Kontakt zu den übrigen
Teammitgliedern abreißt. Was also bleibt dem pflichtbewussten Recken anderes übrig, als mit seinen zwei verbliebenen Kumpanen eine Suchaktion zu starten....
Zu Befehl
Spec Ops: The Line ist ein 3rd-Person-Military-Shooter. In der Rolle von Captain Walker übernehmt ihr das Kommando des drei Mann starken Teams. Anders als bei den meisten Taktik-Shootern agieren eure Untergebenen nahezu selbstständig. Yager verzichtet bewusst auf ein Mikromanagement der Truppen und beschränkt eure Befehlsgewalt auf einfache Aktionen wie Angriff, Rückzug oder flankieren. Der Grund dahinter: Der Spieler soll nicht durch komplexe Befehlsketten und Tastaturbefehle aus dem Spielfluss gerissen werden. Tatsächlich ist es den Berlinern gelungen, eben dies sehr gut umzusetzen.
Geben wir beispielsweise den Befehl zum Angriff, stürmen unsere Kameraden nicht blindlings drauf los, sondern versuchen, den Gegner aus der Verteidigung zu locken, damit wir sie aus der Ferne unter Beschuss nehmen können. Ist der Feind zu stark, verschanzen sie sich automatisch hinter dem nächstbesten Objekt und feuern aus der Deckung heraus. Trotz der sehr schlau handelnden KI-Kollegen kommt der taktische Anspruch nicht zu kurz. Stets müssen wir die Augen nach passenden Deckungen offen halten. Wer übereifrig ins feindliche Sperrfeuer läuft, dem ist ein frühzeitiges Ableben sicher. Je nachdem wie wir dem Feind begegnen, kann es sinnvoll sein, ihn zu flankieren oder gar zu umgehen, um dann aus dem Hinterhalt zuzuschlagen.
Entscheidungen und Konsequenten
Ein weiterer Punkt, dem die Entwickler besondere Bedeutung schenken wollen, ist die Story. Grundsätzlich ist
Spec Ops: The Line ein geradliniger Shooter. An einigen Schlüsselstellen jedoch möchte man euch die Wahl lassen. So müssen wir beispielsweise entscheiden, ob wir bei einer Folterung der hiesigen Bevölkerung tatenlos zuschauen möchten oder ob wir helfend eingreifen. Unternehmen wir nichts, müssen wir fortan nicht nur mit dem schlechten Gewissen leben, auch die Moral der Truppe wird dadurch geschädigt. Wollen wir die Bürger retten, müssen wir es allerdings mit einem Trupp schwer bewaffneter Soldaten aufnehmen. Je nachdem wie wir uns entscheiden, ändert sich der weitere Spielverlauf entsprechend. Auch wenn uns Entwickler Yager noch keine konkreten Einzelheiten über die Konsequenzen verraten möchte, wissen wir dennoch, dass es verschiedene Storyenden geben wird.
Luxus im Sand
Bereits im aktuellen Stadium sieht
Spec Ops: The Line hervorragend aus. Vor allem in Sachen Leveldesign hat man, nach unseren bisherigen Eindrücken aus den gezeigten Szenen, sehr viel Liebe zum Detail bewiesen. In einem bislang vom Sand noch verschonten Luxushotel durchstreifen wir die Flure auf der Suche nach unseren Kameraden. Kostbare Kristallkronleuchter hängen von der Decke, teure Gemälde zieren die Wände und exotisch aussehende Pflanzen säumen den Gang. In der Eingangshalle stockt uns erneut der Atem: Langsam laufen wir die reich verzierten Marmortreppen hinab zum Erdgeschoss. Unter unseren Füßen sehen wir durch eine gigantische Glasscheibe ein kleines, in sich geschlossenes Biotop, in dem Fischschwärme durch ein schillerndes Korallenriff streifen. Das Hotel stellt einen krassen Gegensatz zum Szenario außerhalb des Gebäudes dar. Hier dominieren versandete und teils völlig zerstörte Bauten das Straßenbild. Ausgebrannte Luxusautos und geplünderte Nobelboutiquen zeugen vom einstigen Wohlstand der Metropole.