»Dragon Age: Origins gehört zweifellos zu den Topspielen des Jahres 2009. Mit einer spannenden Story, packender Inszenierung und einem unkomplizierten aber dennoch taktisch anspruchsvollen Charaktersystem hat Entwickler BioWare wieder einmal bewiesen, dass sie ihr durchweg positives Image zu Recht tragen. Mit einem rund 100 Mann starken Team arbeiten die Kanadier bereits seit Ende letzten Jahres der Fortsetzung des Erwachsenen-Rollenspiels. Auf der gamescom in Köln haben wir uns das vielversprechende Machwerk angesehen und erzählen euch von den Veränderungen in der Welt Ferelden.
Lebenswerk
Im Vorgänger
Dragon Age: Origins habt ihr ein Abenteuer erlebt, dessen Handlungsereignisse stets unmittelbar aneinandergereiht eintraten. Es wurde also eine durchgehende Geschichte erzählt. Das wird im Nachfolger nicht so sein. Im Fokus steht das Leben des Helden von Kirkwall, das von mehreren seiner früheren Begleiter vorgetragen wird. In
Dragon Age 2 werdet ihr in die Rolle des Champions Hawke schlüpfen und seine größten Momente nacherleben. Insgesamt wird die der Handlungsrahmen über 10 Jahre erstrecken.
Wer bin ich?
Bislang ist nur wenig über den Protagonisten bekannt: Sein Nachname lautet Hawke, er ist ein Mensch und floh während der Invasion der Dunklen Brut aus dem Dorf Lothering, bevor es von den Angreifern endgültig vernichtet wurde. Die Tatsache, dass ihr die Lebensgeschichte von Hawke durchspielen werdet, schränkt logischerweise zunächst eure Entscheidungsfreiheit ein. Anders als noch im ersten Teil habt ihr nun keine Möglichkeit mehr, euch Rasse und Herkunft selbst auszusuchen. Trotzdem hat wird euch das Team von BioWare große Freiheiten bei der Charakterentwicklung einräumen. Männlich oder weiblich? Groß oder klein? Dick oder dünn? Narbenzerfressenes Gesicht oder schöner Jüngling. Die Generierung eures Alter Ego gestaltet sich mit den eben genannten Ausnahmen wie gewohnt. Abermals wird es verschiedene Klassen wie Krieger, Magier oder Schurke geben. Im weiteren Spielverlauf soll es in den höheren Leveln außerdem sehr spezialisierte Unterklassen geben.
Den kenn ich doch?
Obwohl das Kennenlernen neuer Charakter ein sehr interessantes Tätigkeitsfeld ist, werden viele mit Wehmut an ihre liebgewonnenen Helden aus dem ersten Teil denken. Diese werden im Leben des Hawke keine tragende Rolle spielen. Einen Trost gibt es dennoch: Die Champions aus dem ersten Krieg gegen die Verderbnis werden - so verspricht es der Entwickler - mehrere Gastauftritte bekommen. In welche altbekannte Gesichter ihr schauen dürft, ist bislang nicht bekannt. Auch über die ihnen zugedachten Rollen hüllt man sich in noch in Schweigen. Ein besonderes Schmankerl:
Dragon Age 2 wird euch die Möglichkeit bieten, euren alten Spielstand zu importieren. Zwar wird Hawke dadurch selbst nicht beeinflusst, bei einem Wiedersehen mit bekannten Helden jedoch werden sich diese entsprechend eurer Entscheidungen aus dem ersten Teil verhalten.
Schwächen werden zu Stärken
Dragon Age: Origins war ein großartiges Spiel! Dennoch ist es irrwitzig anzunehmen, dass kein Potential für Verbesserungen vorhanden ist. Selbst ein so ambitionierter Entwickler wie BioWare hat es bislang nicht geschafft, dass „perfekte Spiel“ zu kreieren. Dennoch kann man natürlich davon ausgehen, dass sie es weiterhin versuchen. Die Macher haben sich die Kritik am vorigen Teil zu Herzen genommen und möchten nun weitere Schwächen des Spiels ausschalten. Einer der Hauptkritikpunkte waren die teils langen Laufwege zwischen den Aufgaben, bedingt durch die großen Dungeons und Stadtabschnitte. Diese sind nun passé, durch ein kompakteres Leveldesign möchte man künftig das Spielerlebnis intensivieren. Gleichzeitig soll darunter die Glaubwürdigkeit der Welt Ferelden nicht leiden. Die Kehrseite der Medaille: Teil 2 wird etwas kürzer werden als der Vorgänger.
»Dragon Age Origins: Awakening gibt darauf bereits einen Vorgeschmack.
Mit Schwung in den Kampf
Alistair, Morrigan und Co. schwangen ihre Waffen und Magierhände noch sehr behäbig. Klar, in den meisten anderen Spielen sieht das nicht unbedingt besser aus, trotzdem ein klarer Punkt, bei dem ein wenig Feintuning nicht schaden könnte. Das haben sich auch die Kanadier gedacht. Hawke und seine Gefährten greifen schwungvoll in die Kämpfe ein. Der Krieger prescht mit einem Sturmangriff zu seinem Kontrahenten und auch die Stoffträger verballern ihr Pulver nun weit schneller. Ein Aufladen oder Beschwören der Zauber ist nicht mehr nötig – ihr gebt den Befehl und nur einen Lidschlag darauf wird die Magie ausgeführt. Die Kämpfe werden dadurch nicht nur dynamischer, auch die Glaubwürdigkeit des Kampfgeschehens profitiert davon. Trotz des erhöhten Tempos wird
Dragon Age 2 nicht unbedingt schwerer werden als der Vorgänger. Wie gewohnt könnt ihr die Prügelei jederzeit per Tastendruck stoppen, euch einen Überblick verschaffen und dann zuschauen, welche Effekte eure Entscheidungen mit sich bringen.
Ausbaufähig
In
Dargon Age: Origins gab es mehr als 100 Fähigkeiten und Zauber. Selbstredend konnten nicht alle in einem Charakter vereinigt werden. Lediglich zwischen 25 und 30 davon durften Spieler am Ende ihrer Kampagne wählen - weit mehr als eigentlich sinnvoll gewesen wäre. In den meisten Fällen benutzte man lediglich seine 10-15 Favoriten, der Rest verblieb ungenutzt im Zauberbuch. Auch an diesem Punkt möchte BioWare nun arbeiten. Die Auswahl an magischen und technischen Spielereien wird in der Fortsetzung etwas eingeschränkt. Dafür könnt ihr eure liebsten Talente und Zauber weiter ausbauen und verstärken. Ob dadurch einfach nur der Effekt gestärkt wird, oder ob es optische und physische Unterschiede zwischen ausgebauten und nicht ausgebauten Talenten geben wird, ist bislang nicht bekannt.