Fast fünf Jahre ist es her, dass der zweite Ableger der Open World-Action-Reihe True Crime veröffentlicht wurde und aufgrund der halbherzigen Entwicklung schnell wieder in der Versenkung verschwand. Viel Zeit also, um mit dem dritten Teil einen Neustart der Serie zu wagen. Und die Sterne stehen gut, nachdem »True Crime: Streets of L.A. und der Totalausfall »True Crime: New York City noch bei Luxoflux in der Mache waren, wurde dieses Mal Entwickler-Neuling United Front Games (»ModNation Racers) mit dem Titel beauftragt. Was euch in True Crime: Hong Kong erwartet, erfahrt ihr in unserer Vorschau.
Neues Team = frischer Wind?
Im Jahr 2004 feierte die
True Crime-Serie mit
Streets of L.A. ihr Debüt in Europa, knapp zwei Jahre später folgte dann die Veröffentlichung des Nachfolgers
New York City. Der von Luxoflux entwickelte und über Publisher Activision Blizzard veröffentlichte Titel bietet ähnlich wie die
Grand Theft Auto-Serie eine völlig frei-begehbare Spielwelt mit verschiedenen Interaktionsmöglichkeiten und Aufgaben. Während
True Crime: Streets of L.A. noch durchgehend gute Bewertungen von der Fachpresse und Spielergemeinde erhielt, schaffte es der zweite Teil aufgrund von zahlreichen Programmierfehlern und einer dürftigen Geschichte nicht an den Erfolg des Erstlings anzuknüpfen, sodass die Serie bereits nach kurzer Zeit wieder von der Bildfläche verschwand.
Nachdem es mittlerweile sehr still um das
True Crime-Franchise geworden war, kam im vergangenen Jahr erstaunlicherweise die Meldung auf, Publisher Activision Blizzard habe eine Spieleschmiede mit der Entwicklungen an
True Crime 3 beauftragt. Dieses Mal darf nicht Luxoflux sondern das noch recht unbekannte Studio United Front Games Hand anlegen. Einige Zeit später veröffentlichte man dann erste handfeste Informationen sowie Bildmaterial und konkretisierte den Titel, der den Beinamen
Hong Kong erhielt.
Die 200 Mann starke und noch recht junge Entwicklerschmiede United Front Games mit Sitz im kanadischen Vancouver zeichnete bislang nur für das PlayStation 3-Rennspiel
Mod Nation Racers verantwortlich. Unter anderem arbeiten bei dem Studio ehemalige Mitarbeiter von EA Black Box, Radical Entertainment und Rockstar Games, sodass dem Erfolg von
True Crime: Hong Kong (theoretisch) nichts im Wege steht.
Im Land der aufgehenden Sonne
Wie der Titel bereits erahnen lässt, spielt
True Crime 3 in der chinesischen Metropole Hong Kong, wobei die Entwickler betonen, sich nicht wie bei den Vorgängern zu 100 Prozent an die reale Vorlage zu halten, sondern auch ihre künstlerische Freiheit in der Stadt ausleben, dennoch aber das typische Flair einfangen wollen. Insgesamt unterteilt sich die riesige Spielwelt Hong Kongs in sechs große Areale – Docks, Central, North Point, Kennedy, Lamma und Aberdeen.
Um euch neben den Storymissionen in
True Crime: Hong Kong bei Laune zu halten, stehen verschiedene Minispiele zur Auswahl, wie beispielsweise Dates, Taximissionen, Wettrennen oder kleine Triaden-Aufgaben, um euren Ruf zu verbessern. Dabei entscheidend ist das so genannte „Face Meter“, das eurem Ansehen in der Stadt entspricht und entscheidet, welche Aufgaben zum jeweiligen Zeitpunkt anwählbar sind.
Wie im
»Grand Theft Auto IV, wo es als zusätzlichen Anreiz unzählige Tauben in der Umgebung zu sammeln gilt, erwartet euch in
True Crime: Hong Kong ähnliches, jedoch sind es hier Überwachungskameras wodurch ihr zusätzliche Einblicke in die kriminellen Machenschaften der Stadt erhaltet und sich so sogar die eine oder andere Nebenmission entwickelt.
Undercover Cop auf Abwegen
In
True Crime: Hong Kong schlüpft ihr erneut in die Haut eines Polizeibeamten, in diesem Fall in die des Undercover-Cops Wei Shen, der verdeckt inmitten der chinesischen Metropole für Recht und Ordnung sorgt. Mit der Aufgabe, die gefährlichste Vereinigung der Stadt – die Triaden – zu infiltrieren, begibt sich der Held auf eine abenteuerliche Reise. Doch bevor er selbst der Organisation beitreten kann, um an die Obersten des Klans zu gelangen, muss er sich für die Position eines Triaden-Mitglieds beweisen.
Anders als in
Grand Theft Auto IV liegt der Schwerpunkt der
True Crime-Serie nicht im Umgang mit Schusswaffen, sondern vielmehr auf den Nahkampf-Fertigkeiten des Cops. Ausgestattet mit verschiedensten Martal-Arts-Moves prügelt ihr euch hauptsächlich durch die Straßen der Stadt. Dabei konzentriert sich Wei Shen nicht nur auf die eigenen Künste, sondern bezieht auch in der näheren Umgebung befindliche Gegenstände wie beispielsweise Mülltonen, Kühlschränke oder Tische mit ein. Nichts desto trotz kann Wei Shen natürlich auch auf eine Vielzahl an verschiedenen Waffen zurückgreifen, um die angreifenden Gegner auszuschalten, vom Messer bis hin zum Raketenwerfer sind alle gängigen Waffen mit von der Partie. Mit einer automatischen Zielfunktion ausgestattet, könnt ihr entweder wie wild die Gegner mit Blei durchlöchern oder gezielt auf beliebige Körperteile der Feinde schießen, um diese bewegungsunfähig zu machen.
Wie man es bereits aus früheren Ablegern der
True Crime-Serie kennt, spielt das Ansehen des Helden auch in
True Crime: Hong Kong eine große Rolle. Egal was Wei Shen in der riesigen Umgebung anstellt, es wirkt sich auf sein Ansehen in Hong Kong aus. So werden nach jeder abgeschlossenen Mission neben Geld auch Ehrenpunkte verteilt. Dabei werden ehrenvolle Spieler mit zusätzlichen Nebenmissionen, verbesserten Fahrzeugen bzw. Waffen, neuen Moves oder stylischen Klamotten versorgt.
Folgt ihr stetig dem Verlauf der Geschichte, wird Wei Shen zudem mit verschiedenen neuen Aktionsmöglichkeiten belohnt. So könnt ihr im späteren Verlauf auch herumlaufende Passanten auf der Straße einschüchtern, um so an wichtige Informationen für Missionen zu gelangen. Insgesamt ist das agieren mit in der Stadt platzierten NPCs von großem Vorteil, da sie neben hilfreichen Tipps oder anderweitige Informationen auch Nebenmissionen aktivieren, die auch widerum neue Features freischalten. Anders als beispielsweise im ersten Ableger der
Assassin’s Creed-Serie sollen die Zusatzmissionen nicht so langweilig und öde daher kommen, bestätigte der Produzent des Spiels.
Neonlicht so weit das Auge reicht
Während der Genre-König
Grand Theft Auto IV eher auf eine dezentere Farbwahl setzt, bevorzugt man in
True Crime: Hong Kong das typische und farbenfrohe Strahlen der Umgebung, wie es charakteristisch für verschiedene Hong Kong-Filme ist. Das Spiel verspricht also nicht nur spielerisch, sondern auch optisch zu überzeugen.