Massenkompatibilität statt Horroreinlagen? Dead Space wurde von Horrorfans und Fachpresse gleichermaßen hoch gelobt. Doch während Gruselfans mit Begeisterung die Abenteuer des Isaac Clarke auf der Ishimura erlebten, verpönten ambitionierte Shooter-Liebhaber das Weltraumspektakel. Zugegeben, das Spiel verkaufte sich nicht schlecht, lag aber weit hinter den Zahlen anderer Shooter ähnlicher Qualitätsklasse zurück. Woran liegt das? Für das Entwicklerteam Visceral Games liegt die Antwort auf der Hand: Dead Space ist einfach zu gruselig. Der Spielerschaft scheint das Horrorszenario zu stressig zu sein. Daher möchte man nun mehr Wert auf Action legen und dem Spieler so Gelegenheit geben, sich von den aufreibenden Gruseleinlagen zu erholen. Wir haben alle relevanten Daten zu Dead Space 2 zusammengetragen…
Vorgeschichte
Auf Aegis 7, einem kleinen Kolonieplaneten, haben die hiesigen Siedler einen bemerkenswerten Fund gemacht. Ein Artefakt, der so genannte Marker, strahlt eine eigenartige Aura aus. Grund genug, das säulenartige Objekt auf einem nahen Bergungsschiff, der Ishimura, zu untersuchen. Doch bereits kurz nachdem das Artefakt abtransportiert wurde, bricht auf Aegis 7 das Chaos aus. Menschliche Leichen erwachen zum Leben und erheben sich, grotesk mutiert, aus ihren Gräbern. Die verbliebenen Siedler werden abgeschlachtet und mutieren ihrerseits. Die Necromorph genannten Kreaturen greifen schon bald auch das Bergungsschiff an. Zwar gelingt es der Besatzung nach Hilfe zu schicken, sie überlebt jedoch nicht bis diese eintrifft.
Was bisher geschah…
Die Vorgeschichte zu
»Dead Space wird im gleichnamigen Zeichentrickfilm, sowie in der zugehörigen Comic-Serie erzählt. Im ersten Teil des Horrorspiels schlüpft ihr in die Rolle von Isaac Clarke, einem technischen Offizier der nichts Böses ahnend zur Ishimura entsandt wurde. Aufgrund des stark verstümmelten Hilferufs kam die Warnung über die Necromoprh nicht beim Rettungsteam an. Entsprechend schockiert müsst ihr bereits zu Beginn des Spiels mit ansehen, wie die Hälfte eures Teams von den Mutanten zerfleischt werden. Mit Hilfe eines Plasmaschneiders kämpft ihr euch in einer ca. 15 stündigen Odyssee durch das riesige Raumschiff, deckt eine Verschwörung der Regierung sowie religiöser Fanatiker auf und bringt das geborgene Artefakt schließlich zurück auf den Planeten. Ende gut, alles gut?
Weitreichende Folgen
Denkste! Die Necromorph haben sich in
Dead Space 2 inzwischen bis zur Raumstation „The Sprawl“ ausgebreitet. Ein guter Teil der Besatzung wurde bereits infiziert und mutiert nun ebenfalls. Abermals müsst ihr euch in der Rolle von Isaac Clarke, inzwischen anerkannter Necromorph-Experte, auf eine Auseinandersetzung mit den Mutanten vorbereiten. Diesmal allerdings steht euch eine schlagkräftige Eingreiftruppe zur Seite. Isaac selbst soll im zweiten Teil der Serie weit aggressiver und agiler steuerbar sein. Auch die Ansicht hat sich verändert. Der schlagkräftige Techniker wird nun aus der klassischen 3rd Person Shooter-Perspektive gesteuert. Dadurch soll das Anvisieren der Gegner einfacher von Statten gehen. Auch das Waffenarsenal hat sich vergrößert. Neben dem Plasmaschneider aus dem ersten Teil habt ihr nun Zugriff auf einen Energiespeer, der nahe Feinde kurzerhand an die nächste Bordwand tackert. Ebenfalls neu ist der Flammenwerfer der vor allem gegen Monstergruppen äußerst effektiv ist.
Vom Horror zum Shooter
Dead Space ist ein Horrorspiel durch und durch. Auch wenn die Ishimura von Mutanten verseucht wurde, kam es doch verhältnismäßig selten zu weitreichenden Schießereien. Das Team von Visceral Games versteht es vorzüglich Musik, Soundeffekte, Licht und Schattenspiele so zu gestalten, dass selbst den hartgesottenen Spielern der Angstschweiß ausbricht. Die Grundstimmung von
Dead Space 2 wird mit der vom Vorgänger identisch sein - mit einem Unterschied: Von Zeit zu Zeit sollen actiongeladene Passagen eingebaut werden, um den Stresspegel des Spielers wieder zu normalisieren. Das soll nicht heißen, dass wir einen geradlinigen Weltraum Shooter zu erwarten haben. Nach wie vor werden Gruseleffekte im Mittelpunkt stehen, wenngleich durch Schießeinlagen mehr Massenkompatibilität und damit mehr Kundengruppen erreicht werden sollen.
Gleichzeitig habt ihr fortan mehrere Möglichkeiten mit den Necromorph fertig zu werden. Der bereits beschriebene Energiespeer beispielsweise soll gleich mehrere Feinde auf einmal umpusten. Eine sehr innovative Variante ist die folgende: Mit Hilfe des Plasmacutters könnt ihr die Sicherheitsscheiben mit Blick auf den offenen Weltraum zertrümmern. Durch den dadurch entstehenden Unterdruck werden Mensch, Mutant und nicht befestigtes Material ins All gesaugt. Um nicht selbst eines unschönen Erfrierungstodes in
Dead Space 2 zu sterben, müsst ihr rechtzeitig die Metallschleuse vor dem Fenster betätigen. Beste Option hierbei ist ein gut gezielter Schuss auf den nun aufblinkenden Notschalter.
Neue Bedrohung und neue Mittel
Neben neuen Waffen hat sich auch die Rüstung von Clarke verändert. Der neue Kampfanzug sitzt weit besser und soll, so verspricht es der Entwickler, aufrüstbar sein. Mit Hilfe von Steuerungsdüsen beispielsweise könnt ihr euch im schwerelosen Raum problemlos hin und her bewegen. Auch die aus
Dead Space bekannte Gravity-Funktion ist wieder mit von der Partie. Diese Fähigkeit wird in
Dead Space 2 nicht nur weit einfacher zu bedienen, sondern auch vielfältig einsetzbar sein. So werdet ihr es auf der Sprawl des Öfteren mit kleineren Physikrätseln zu tun bekommen – zumal die verschiedenen Stationen durchaus brauchbares Material für Knobeleien bieten. Im Gegensatz zur Ishimura habt ihr auf der Raumstation mehrere grundverschiedene Architekturen. Arbeitsdeck, die Bahnlinie, Erholungs- und Wohndecks unterscheiden sich optisch stark von einander. Natürlich werdet ihr dort auch auf entsprechend aggressive Mutanten treffen. Ein neuer Gegnertyp ist bereits bekannt: Mutierte Kinder stellen für sich allein keine ernst zu nehmende Bedrohung dar, sind im Rudel aber umso gefährlicher. Erstmals also werdet ihr euch unterschiedliche Taktiken für die einzelnen Feindtypen zurecht legen müssen.