Auf der Gamescom konnten wir uns bereits eine frühe Fassung von Rockstars neuestem Teil der noch jungen Red Dead-Reihe reinsehen. Allerdings waren das noch sehr wenige Informationen - mit neuen Screenshots, dem ersten richtigen Trailer und neuen Details ist also jetzt der richtige Zeitpunkt, um euch schonmal auf den Release des Western-Epos einzustimmen.
Grand Theft... Horse?
Wie auch der Vorgänger,
»Red Dead Revolver, überträgt der jüngste Teil der Serie das Spielprinzip der erfolgreichen
Grand Theft Auto-Reihe in den Wilden Westen. Und das nicht nur spielerisch: Unter der Haube werkelt hier die gleiche Engine, die schon Liberty City zu Leben erweckte: die Rockstar Advanced Game Engine (RAGE). Diese wurde natürlich nochmal um einiges aufgemotzt und für die Darstellung von weiten, offenen Landschaften optimiert. Und so zaubert die Engine hier einiges an Western-Atmosphäre auf den Bildschirm! Die staubige Wüste, durch die Steppenläufer rollen, das Hitzeflirren am Horizont, wo sich die Silhouette einer kleinen Geisterstadt abzeichnet... das ist Western pur.
In
Red Dead Redemption übernehmt ihr die Rolle des ehemaligen Outlaws John Marston in einem Amerika am Ende des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit muss die Gesetzlosigkeit mehr und mehr der Industrialisierung weichen, der Westen wird Teil um Teil weiter erschlossen - wieviel Platz gibt es da noch für jemanden wie Marston? Um das rauszufinden, seid ihr entweder zu Fuß oder per Pferd unterwegs, um ähnlich wie in der
GTA-Reihe Aufträge anzunehmen, die die Story vorantreiben. Mehr war bislang nicht zur Hintergrund-Geschichte zu erfahren, allerdings ist davon auszugehen, dass diese ähnlich ausgedehnt sein wird wie in den großen
GTA-Episoden.
Lebendige Welt
Während unserer Präsentation bekamen wir zunächst mal einen Eindruck davon vermittelt, wie gross die Welt von
Red Dead Redemption sein wird. In der endlos wirkenden Steppe reicht ein kurzer Pfiff, und unser treues Pferd kommt - woher auch immer - zu uns getrabt. Also draufgeschwungen und auf einen Berg in der Nähe geritten. Dabei entdecken wir auch viele kleine Details, die Welt wurde sehr lebendig gestaltet. So könnt ihr allerlei Tiere ausmachen, die Teil des glaubwürdig nachgebildeten Ökosystems sind. Lasst ihr beispielsweise einen toten Körper am Boden liegen, kreisen erst die Geier um den Ort, um sich dann ein Stück von dem Festschmaus zu holen. Oben auf dem Berg angekommen, bietet sich uns ein gigantischer Ausblick über die Ebene, auf der wir uns kurz zuvor noch befunden hatten. Die Tatsache, dass sich trotz gigantischer Weitsicht keine Häuser oder dergleichen in der Ferne abzeichnen, spricht für die Größe der Spielwelt. Ein langer Ritt wäre wohl nötig, um von hier zur nächsten Ansiedlung zu gelangen - die Vertreter von Rockstar sprechen vom größten bislang in einem Rockstar-Game gezeigtem Gebiet. Darum gibt es nicht nur Pferde zur Fortbewegung, sondern natürlich auch Züge und Kutschen, die euch schnell durch das Land bringen. Ein ausgedehnter Ritt dürfte sich dennoch lohnen: Durch einen Tastendruck wird bei der Präsentation die Zeit im Spiel beschleunigt und wir können im Zeitraffer zusehen, wie sich der Tag/Nachtwechsel vollzieht. Und es ist einfach atemberaubend mitzuerleben, wie sich die Stimmung der Landschaft immer wieder verändert.
Zudem bekamen wir eine typische Mission gezeigt. Hierbei fiel dann auch der frühe Entwicklungsstand auf: Die Zwischensequenzen waren noch nicht vertont. Das war allerdings angesichts des Gezeigten zu verschmerzen und der erste Trailer (den ihr euch
»hier ansehen könnt) zeigt ja bereits, dass man sich keine großen Sorgen um die Qualität machen muss. John muss hier bei einer Übergabe helfen, allerdings geht der Deal gründlich daneben und er muss sich letztlich den Weg freiballern. Dank umfangreichem Waffenarsenal eine leichte Übung. Dabei kommt ein ähnliches Deckungssystem wie in
GTA IV zum Einsatz. Um die Gesundheit muss sich der Ex-Outlaw ebenfalls keine sonderlich großen Sorgen machen, wie in vielen aktuellen Shootern regeneriert sich auch bei
Red Dead Redemption die Gesundheit, sobald ihr eine Weile in Deckung bleibt.
Ein totes Auge sieht besser?
Aus dem Vorgänger übernommen wurde das
Dead Eye-Feature. Ähnlich wie in der
Max Payne-Reihe verlangsamt ihr damit die Zeit, allerdings so stark, dass ihr gezielt bestimmte Körperpartien eurer Feinde anvisieren könnt. Sobald die Zeitbremse endet, wird ein wahrer Hagelsturm an Kugeln in Richtung der markierten Positionen abgefeuert. Damit sollten Gegner hinter Deckungen und auch größere Ansammlungen von Gesetzlosen kein Problem für euch darstellen.
Die große Spielwelt von
Red Dead Redemption ist übrigens nicht nur Kulisse: Ihr könnt in kleinen Ansiedlungen beispielsweise über Steckbriefe die Jagd nach Outlaws aufnehmen. Das ist nicht nur gut für euren Geldbeutel, sondern sorgt auch für einen Ruf in der Gegend. Der verbessert sich stärker, wenn ihr Banditen lebendig abliefert statt sie zu töten. Auch für die Rettung von braven Bürgern vor Räubern steigt euer guter Ruf. Umgekehrt habt ihr natürlich auch die Möglichkeit, ein richtiger Bad Guy zu sein, beispielsweise durch Hilfe für Banditen oder Pferdediebstahl. Euer Geld könnt ihr dann beim Händler ausgeben. Neben Ausrüstung bekommt ihr dort auch Schatzkarten, könnt euch also in der Welt auch als Schatzjäger betätigen.