Splash Damage lud zur Präsentation des neuen Shooters Brink. Natürlich haben wir uns die Gelegenheit nicht nehmen lassen, das ambitionierte Projekt der Enemy Territory-Macher in Augenschein zu nehmen. Nicht nur das Endzeit-Setting hebt das Spiel aus dem Weltkrieg-Einerlei heraus. Brink hält ein paar spannende Gameplay-Elemente parat, die wir euch in unserer Preview vorstellen möchten.
Auf der Arche wird es eng
Die Welt steht am Rand des Abgrunds, was treffenderweise die deutsche Übersetzung für
Brink ist. Es kam zur Klimakatastrophe. Überschwemmungen haben unseren Planeten nahezu vollständig verwüstet. Der Menschheit steht das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals. Allerdings wurden Vorkehrungen getroffen: Es wurde eine Stadt errichtet, die auf einem riesigen künstlichen Plateau überhalb des Meeresspiegels thront. In Anlehnung an die Bibel trägt diese Mega-Stadt den Namen Ark (engl.: Arche). Wie auf Noahs Rettungsboot herrschen Platzprobleme. Während die Reichen ein unbeschwertes Leben führen können, werden die Armen in Ghettos zusammengepfercht. Gesellschaftliche Spannungen sind vorprogrammiert und natürlich kommt es zum Knall: In Ark bricht ein Bürgerkrieg aus, auf den ihr in
Brink entscheidenden Einfluss haben werdet. Als Mitglied der Rebellen oder Staatspolizei kämpft ihr für die Rechte des kleinen Mannes bzw. versucht dem Aufstand ein Ende zu bereiten. Dafür greift ich natürlich nicht zum Demoplakat oder Gummiknüppel, sondern – wie für Ego-Shooter üblich – zum Schießeisen.
Fliegender Wechsel
Splash Damage bringt viel Erfahrung im Online-Shooter-Bereich mit. Diese wird man mit
Brink ausbauen. Die Endzeit-Ballerei orientiert sich am spielerischen Kern der
»Enemy Territory-Serie: Ihr entscheidet euch für eine Klasse und versucht mit einer Gruppe von Mitstreitern bestimmte Aufträge zu erfüllen. Bei
Brink müssen eure Mitspieler allerdings nicht aus Fleisch und Blut bestehen. Die KI übernimmt die Kontrolle über eure Team-Mitglieder, falls nicht genügend menschliche Spieler zur Verfügung stehen. Der Clou am Ganzen: Spieler können sich in ein laufendes Match einklinken. Eine Rückkehr in den Solo-Modus ist ebenfalls möglich. Die Verschmelzung aus Online- und Offline-Erfahrung hat sich bereits
The Crossing auf die Fahne geschrieben. Um diesen Titel ist es allerdings sehr ruhig geworden. Vermutlich wird
Brink der erste Ego-Shooter werden, der den „fliegenden Wechsel“ zwischen Single- und Multiplayer unterstützt. Bei der Präsentation gab es übrigens keinen Hinweis auf den Austausch zwischen menschlichen und KI-Einheiten. Eine kurze Benachrichtigung im finalen Produkt, beispielsweise als kurze Texteinblendung, ist natürlich denkbar.
Clever durchs Terrain
Eine weitere Besonderheit von
Brink ergibt sich bei der Steuerung eurer Spielfigur. Keine Sorge! Es werden keine Ego-Shooter-Konventionen gebrochen. Eine kleine Revolution stellt allerdings die S.M.A.R.T.-Funktion dar. Die ausgeschriebene Bezeichnung macht klar, worum es geht: Smooth Movement Across Random Terrain - sinngemäß das "flüssige Bewegen durch eine willkürlich gestaltete Umgebung". Splash Damage-CEO Paul Wedgewood demonstrierte das Analyse-Verfahren am Beispiel einer Laserbarriere. Steuert ihr auf die Barriere zu und blickt beim Drücken der S.M.A.R.T.-Taste leicht nach oben, zieht sich euer Alter Ego den Rahmen hoch, blickt ihr nach unten, rutscht die Spielfigur unter den Laserschranken hindurch. So könnt ihr das Terrain rasend schnell durchqueren, wovon uns Mister Wedgewood bei seinem „Speedrun“ durch den Tutorial-Level überzeugte. Diese Dynamik hat uns an
»Mirror's Edge erinnert, wobei das Ausnahmeprodukt der
»Battlefield-Macher diesen Aspekt spielerisch anspruchsvoller gestaltet.
Eine Prise RPG
Brink macht auch Anleihen bei Rollenspielen. Durch jeden Abschuss oder das Erfüllen von Aufgaben erhaltet ihr Erfahrungspunkte, die ihr zur Steigerung eurer Fähigkeiten nutzen könnt. Dabei gibt es einen allgemeinen Skilltree und vier klassenspezifische. Konkretes gab es bei der Präsentation noch nicht zu sehen. Dafür hat man uns die vier spielbaren Klassen gezeigt, die völlig genrekonform ausfallen. Der Soldier ist der Mann für Frontalangriffe, während der Operative lieber aus dem Hinterhalt agiert. Der Engineer führt technische Gimmicks wie Selbstschussanlagen ins Gefecht und der Medic jagt Adrenalinspritzen in kürzlich niedergeschossene Kameraden. Die große optische Anpassungsfähigkeit eurer Spielfigur entstammt ebenfalls dem Rollenspiel-Lager. Soll es lieber der aus Autoreifen zusammengeschusterte Brustschutz oder etwa ein stylisches Ganzkörper-Tattoo sein? Bandana in Tarnoptik oder ein bunt gefärbter Irokese? Auf Hochglanz polierte Springerstiefel oder ausgelatschte Sneaker? Die massig verfügbaren Accessoires dürften das Auflaufen von Klonkriegern nahezu ausschließen.