Auf der Kölner Gamescom zelebriert sich die Videospielindustrie selbst. Alles, was Rang und Namen in der Branche hat, versammelt sich derzeit in der Rheinmetropole. Auch der japanische Publisher Konami macht da keine Ausnahme und zeigt den Fans die kommenden Hits für das Weihnachtsgeschäft. Neben dem jährlichen Update von Pro Evolution Soccer bekamen die Messebesucher auch eine spielbare Version des Tanzmattenspiels Let’s Party zu sehen. Doch Konami hat auch Perlen im Programm, die nicht unbedingt auf den Massenmarkt abzielen und eher die Core-Gemeinde ansprechen dürfte. Die Rede ist von The Saw, das Spiel zum Film. Zwar genießen Filmumsetzungen nicht unbedingt den besten Ruf, aber dennoch hat Konami hier ein recht interessantes Spiel im Portfolio. Doch lest selbst, warum wir guter Hoffnung sind, dass The Saw das bessere Resident Evil werden könnte.
Wer an den Publisher Konami denkt, dem kommen vermutlich zunächst die etablierten Serien
Pro Evolution Socer,
Metal Gear Solid oder auch
Castlevania in den Sinn. Keine Sorge, auch Fans dieser Franchises werden bedient. Überrascht hat mich hingegen das Filmlizenzspiel
The Saw, das in einer spielbaren Version selbst angetestet werden konnte. Die Hintergrundgeschichte lehnt sich zwar sanft an die Filmvorlage an, soll sich jedoch nicht sklavisch an das Script halten. Dennoch dürften Fans der Filme vom Wiedererkennungswert profitieren.
Ob das Spiel allerdings schlussendlich überhaupt in Deutschland auf den Markt kommt, ist derweil noch gar nicht so sicher. Zwar sei man bei Konami guter Hoffnung, dass man auch für
The Saw eine 18er Freigabe erhalte, dieses werde im Moment jedoch noch geprüft. Es dürfte jedoch schwer fallen einen Kompromiss zu finden aus Nähe zur Filmvorlage und den Auflagen der Prüfstelle. Drücken wir trotzdem die Daumen, dass wir den Titel auch hierzulande in die Finger bekommen können.
The Saw steht ganz in der Tradition klassischer Survival Horror-Spiele. Einen starken Fokus auf den Actionanteil wie bei den jüngsten
Resident Evil Spielen ist wohl nicht zu erwarten. Zwar geht es auch bei
The Saw nicht gerade zimperlich zu, doch ist das Gegneraufkommen deutlich geringer.
Der Puls steigt
Es dauerte nicht lang, bis ich dieses angenehme Kribbeln im Bauch bekam, als ich die recht weit gediehene Version des Spiels zu spielen begann. Unser Protagonist befindet sich zu Beginn des Spiels in einer kleinen Zelle, bei der es sich scheinbar um eine öffentliche Toilette handelt. Auffällig ist ein kleines Puzzlestück auf dem beschmutzen Boden. Die Wände unseres Gefängnisses haben ihre besten Zeiten ebenfalls schon lange hinter sich. An der Frontseite befindet sich ein großer Spiegel mit ein paar Blutspuren darauf. Außer den drei offenstehenden Toiletten gibt es lediglich eine Tür, die durch ein Zahlencodeschloss verriegelt ist. Schließt man nun die Toilettentüren, erscheinen darauf einige wirre Striche und Symbole. Nichts, was mir in dieser Situation weiterhelfen würde. Der Trick hinter diesem Rätsel ist dabei einfach wie genial. Nach einigem Hin- und Herüberlegen trete ich auf das Puzzlestück auf dem Boden. Dabei spiegeln sich nun die eigenartigen Schriftzeichen von den Toilettentüren. In Kombination mit den Blutspuren auf dem Spiegel ergeben diese letztlich einen Sinn und spucken die gewünschte Zahlenkombination für das Türschloss aus. Wow! Wenn es Konami gelingt das Niveau der Rätsel auf einem ähnlich hohem Niveau zu halten, steht uns eine harte Nuss ins Haus.
Ebenso gut gelungen erscheint die atmosphärische Gestaltung des Spiels. Durch die reduzierte Anzahl der Gegner bleibt genügend Zeit, um die beklemmende Umgebung in den verwinkelten Gängen auch richtig zu genießen. Jeder kennt das Gefühl: Man pirscht sich sorgsam an die nächste Ecke heran… zückt die Waffe… ist bereit zum Schlag… lugt behutsam in den nächsten Gang… und es passiert…nichts! Deutlich merkt ihr, wie der Puls sich langsam wieder nach unten begibt. Die Phasen der Erholung währen aber nicht allzu lange. Die nächste prekäre Situation wartet schon wenige Meter vor euch. Unterbrochen wird das Spiel immer wieder von kurzen Videosequenzen. Diese dienen zur Weiterführung der Story, zu der noch kaum etwas bekannt ist. Es bleibt zu hoffen, dass die Unterbrechungen des Spiels nicht Überhand nehmen, da sie den Spieler doch immer etwas aus dem Spielfluss reißen.
Gruseln auf Xbox360, Playstation 3 und PC
Sicherlich lässt sich über die engültige Qualität von
The Saw noch kein Fazit ziehen. Dafür war die Anspielzeit auf der Gamescom einfach zu gering. Dennoch sind wir guter Hoffnung, dass uns mit
The Saw ein toller Schocker bevorsteht. Für sanfte Gemüter ist der Titel aber sicherlich keine Empfehlung.
The Saw erscheint Ende des Jahres und wird für Xbox360, Playstation 3 und den PC verfügbar sein.