Im November 2007 erschien mit Call of Duty 4: Modern Warfare einer der erfolgreichsten Ego-Shooter aller Zeiten. Bis heute hat sich der Titel insgesamt über 13 Millionen Mal verkauft. Die Wertungen der Presse waren durchgehend hoch und noch immer ist das Spiel einer der beliebtesten Shooter im Multiplayer-Bereich. 2008 erschien dann mit Call of Duty 5: World at War der Nachfolger, welcher jedoch nicht von Infinity Ward, sondern von Treyarch entwickelt wurde, die zuvor schon Teil 3 exklusiv für die Konsolen produziert hatten. Im Gegensatz zum modernen Szenario aus Modern Warfare setzte Teil 5 wieder auf den 2. Weltkrieg. Doch dieses Jahr soll nun der Nachfolger zu Call of Duty 4: Modern Warfare erscheinen. "Moment!" würde jetzt einer sagen, der die Serie nicht kennt: "Der Nachfolger ist doch schon längst erschienen. Call of Duty 5 kann man doch überall kaufen." Das stimmt, aber bekanntlich werkeln die Erfinder der Serie, Infinity Ward, schon seit einiger Zeit an Modern Warfare 2, welches ohne den Namenszusatz Call of Duty auskommen muss. Und das ist quasi der direkte Nachfolger zu Teil 4. Warum das so ist und was für Neuerungen der Serienspross mit sich bringen wird, erfahrt ihr in unserer Preview.
Modernes Setting
Modern Warfare 2 setzt die Geschichte des vierten Teils der
Call of Duty-Reihe konsequent fort: Der neue Superschurke heißt Makarov und ist ein ehemaliger Handlanger des vorigen Oberbösewichts Zakhaev. Dieser segnete bekanntlich am Ende von
Modern Warfare das Zeitliche. Makarov findet das überhaupt nicht gut und sinnt nun auf Rache. Natürlich verfolgt er aber auch seine eigenen Ziele, welche die Welt wohl erneut in höchste Gefahr bringen werden. Ihr spielt - unter anderem - Sergeant Gary "Roach" Sanderson, ein Mitglied der SAS und zugleich der neugegründeten Taskforce 141, einem Sondereinsatzkommando. Dieses wird geleitet von John "Soap" McTavish, einem der Protagonisten des Vorgängers (
Modern Warfare, nicht
World at War, versteht sich). In der Rolle von "Roach" werdet ihr wohl des Öfteren von McTavish begleitet werden. Zumindest ist er in dem auf der E3 gezeigten Demo-Level euer Begleiter. Wir vermuten nicht, dass dies sein einziger Auftritt sein wird.
Neben Sgt. Sanderson werdet ihr vermutlich, wie von der Serie gewohnt, auch noch andere Charaktere steuern, zu denen jedoch bisher noch nichts bekannt ist. Denn schließlich gibt es auch mehrere Orte im Spiel, welche es von Terroristen zu befreien gilt. Neben dem verschneiten Russland, das auf der E3 zu sehen war, werdet ihr euch auch noch nach Rio de Janeiro und Afghanistan begeben. Außerdem wird es wohl auch mindestens einen Einsatz unter Wasser geben.
Modernes Gameplay
Am Grundprinzip von
Call of Duty ändert sich auch in
Modern Warfare 2 nichts. Nach wie vor geht es darum, jede Menge Gegner abzuschießen und das Levelende lebend zu erreichen. Eventuell gilt es dann auch noch, Ziele in die Luft zu jagen oder Verbündete zu retten, aber seien wir mal ehrlich: Es ist eben ein linearer Shooter. Große Innovationen sind hier nicht zu erwarten. Wobei "linear" auf
Modern Warfare 2 nicht mehr ganz so stark zutreffen wird, wie auf die Vorgänger. So soll der neue Teil deutlich größere und weitläufigere Levels bieten, sodass ihr mehr Möglichkeiten haben werdet, diese zu durchqueren. Das heißt aber nicht, dass
Call of Duty sich zu einem Open-World-Spiel a lá
GTA oder
Far Cry 2 entwickelt. Im Grunde bleibt es ein lineares Spiel, nur wird es wohl nicht mehr so schlauchartig wirken, wie die bisherigen Teile.
Eine weitere Neuerung ist der Herzschlagsensor. In der E3-Demo trägt "Roach" ein Sturmgewehr, an dem dieses schicke, kleine Gerät befestigt ist. Mit dessen Hilfe erfahrt ihr schon im Voraus, wo sich Gegner aufhalten. Das ist ziemlich praktisch, besonders im direkten Gefecht. So wisst ihr immer genau, aus welcher Richtung ihr beschossen werdet. Allerdings vereinfacht der Sensor somit natülich auch das Spiel, manch ein "Hardcore"-Gamer hat dabei wahrscheinlich das Wort "Vercasualisierung" im Kopf. Wollen wir also hoffen, dass man das Gerät mit der Wahl eines höheren Schwierigkeitsgrades auch deaktivieren kann. Neben dem Herzschlagsensor wird es außerdem einen Schild geben, der euch vor gegnerischem Beschuss schützt. Zumindest bei Waffen kleineren Kalibers sollte dieser helfen. Der Wucht eines Raketenwerfers, sollte es einen solchen im Spiel geben, würdet ihr damit natürlich nicht widerstehen können. Ob ihr in
Modern Warfare 2 auch regen Gebrauch von Fahrzeugen machen werdet, ist hingegen noch nicht bekannt. In der E3-Demo hat man bereits eine Verfolgungsjagd auf Schneemobilen bestaunen dürfen. Ob es noch mehr Vehikel im Spiel geben wird, muss sich noch zeigen.
Und noch was Neues: Im Spiel wird es nun neben Soldaten und Terroristen auch einfache Zivilisten geben. Diese sollen in ruhigen Momenten ihren Tagesabläufen nachgehen. Jedoch wird es davon in
Modern Warfare 2 vermutlich nicht viele geben, schließlich handelt es sich hierbei um einen adrenalingeladenen Action-Titel. Während der Schießereien liegt die spielerische Herausforderung darin, keine Zivilisten zu töten. Das sollte die Ballereien wohl nochmal um einiges spannender gestalten, als sie es in den Vorgängern waren. Außerdem dürften die herumlaufenden und schreienden Menschen die Atmosphäre nochmal um einiges intensiver gestalten.
Moderne Präsentation
Und da wären wir auch schon beim nächsten Stichwort: Der Atmosphäre, dem absoluten Highlight eines jeden
Call of Duty-Teils. Schon seit dem ersten Spiel steht die Serie für atemberaubende Script-Sequenzen, die einem das Gefühl geben, man befände sich tatsächlich im Krieg.
Call of Duty 4 war in diesem Punkt der bisherige Höhepunkt der Reihe, auch wenn
World at War atmosphärisch auch nicht zu verachten ist. Aber wer erinnert sich nicht heute noch an die erste Mission, als man versuchte von einem sinkenden Schiff zu flüchten, als das Wasser durch die Fenster stieß und der Kahn sich in neigte? Oder an den Moment, als die Atombombe über einer arabischen Stadt abgeworfen wurde und man selbst mit dem Hubschrauber in die Tiefe stürzte? Solche Spielszenen bleiben einem Gamer immer in Erinnerung und schon der Gedanke an diese ruft Gänsehaut hervor. Mit
Modern Warfare 2 will Infinity Ward noch einen Schritt weitergehen und eine noch dichtere Atmosphäre erzeugen, was fast schon unmöglich scheint. Doch bereits die E3-Demo vermittelt einen guten Eindruck davon, was wir vom Spiel noch so alles erwarten können. Wenn man in der Ego-Perspektive einen steilen, komplett mit Eis bedeckten Berghang mit der Hilfe von Eispickeln hochkraxelt und John "Soap" McTavish über einem fast den Halt verliert oder wenn man eine drei Meter breite Schlucht per Sprung überwinden will, das Ziel jedoch knapp verfehlt, man sich gerade noch so mit den zwei Eispickeln festhalten kann, einer von den beiden aus dem Eis bricht und in die Tiefe fällt, man sich mit aller Kraft an dem übrig gebliebenen festhält und in letzter Sekunde von McTavish hochgezogen und gerettet wird, dann ist das einfach nur spektakulär.
Auch grafisch dürfte
Modern Warfare 2 wieder ganz oben mitspielen. Zwar kommt hier die gleiche Engine wie in
Call of Duty 4 zum Einsatz, jedoch haben die Entwickler einige Detailverbesserungen eingebaut, die sich in jedem Fall sehen lassen können. So wurden unter anderem die Partikeleffekte deutlich verschönert. Der Schneesturm in Russland sieht somit einfach nur fantastisch aus. Auch wirken die Animationen nochmal um einiges realistischer als im Vorgänger. Zudem werden die Charaktere deutlich detaillierter ausfallen. So soll jede Figur ihr eigenes, individuelles Aussehen haben. Dazu gesellen sich noch unzählige Objekte, die in den Levels herumliegen bzw. -stehen und diese noch "lebendiger" machen sollen. Die Waffenmodelle werden komplett überarbeitet und es sollen nun auch Schmutz und Fingerabdrücke auf den Zielferngläsern zu sehen sein. Dennoch kann man nicht von einer kompletten Überarbeitung der Optik sprechen, was den Vorteil haben dürfte, dass die Hardware-Anforderungen auf dem PC nicht viel höher sein werden als bei
Call of Duty 4. Auf diese Weise dürften auch Zocker mit betagteren Rechnern in den Genuß des Titels kommen. Das kommt auch der Aussage von Activisions Brand Manager Simon Wells entgegen,
Modern Warfare 2 werde das bestverkaufteste Spiel aller Zeiten, entgegen. Ob es hilft, wird sich noch zeigen müssen.
Moderner Multiplayer
Die
Call of Duty-Spiele haben, wie viele andere Ego-Shooter auch, bekanntlich immer einen eher kurz geratenen Singleplayer-Modus. Oft ist nach fünf bis sechs Spielstunden schon Schluss und der Abspann flimmert über den Bildschirm. Als Ausgleich dafür konnte die Reihe aber auch schon immer einen fantastischen Multiplayer-Modus bieten. Vor allem
Call of Duty 4 punktete durch diesen sehr stark und übertrumpfte sogar den ein oder anderen reinrassigen Mehrspieler-Shooter. Die Anzahl an Karten war mehr als ausreichend, das Design dieser sehr gelungen, die Anzahl an Spielmodi aller erste Sahne, der Netcode funktionierte wunderbar und das Level-System motivierte ungemein.
Bisher ist zum Online-Modus von
Modern Warfare 2 noch nicht viel bekannt. Wir gehen jedoch davon aus, dass er ähnlich aufgebaut sein wird, wie in Teil 4 und 5. Lediglich der sogenannte "Special-Ops-Modus" wurde angekündigt. Dieser ersetzt den Koop-Modus von "World at War", in welchem man sich mit bis zu vier Mitspielern durch die Singleplayer-Kampagnen ballern konnte. Im neuen Serienteil kann man nur noch zu zweit spielen und man wird nicht durch die Levels der Kampagne streifen, sondern es wird eigens erstellte Szenarien für diesen Modus geben, die mit der Story des Singleplayer-Teils nichts zu tun haben. Hier geht es darum, die gestellten Ziele so schnell wie möglich zu erreichen, die Ergebnisse werden online abgespreichert und in eine Rangliste eingetragen. Auf Xbox 360 und Playstation 3 wird das ganze sowohl online, als auch im Splitscreen mit einem Kumpel möglich sein. PC-Spielern wird letzteres höchstwahrscheinlich verwehrt bleiben, hier bleibt dann wohl nur der Weg über das Internet oder die LAN-Verbindung.
Erscheinen soll
Modern Warfare 2 am 10. November diesen Jahres für PC, Playstation 3 und Xbox 360. Wir sind uns sicher, dass Infinity Ward diesen Termin auch einhalten wird. Das bisher Gezeigte macht in jedem Fall schonmal einen bombastischen Eindruck. Wir sind gespannt.