Lara is back!
Nach dem großen Erfolg von Tomb Raider 1 ließ die Fortsetzung nicht lange auf sich warten. Mit Lara Croft war ein Phänomen geboren, es brach ein regelrechter Hype aus. CORE Design und Eidos Interactive versuchten, mit „Tomb Raider 2 – Starring Lara Croft“ den Erfolg des ersten Teils zu überbieten. Ob es ihnen gelungen ist und wie sich Lara entwickelt hat, erfahrt ihr hier.
Der Dolch von Xian
China, in einem unbekannten Jahr: Die Hunnen greifen an und wollen über die Chinesische Mauer. Doch warum scheinen sie so siegessicher? Die Antwort flimmert kaum drei Sekunden später über den Bildschirm: Sie haben einen Drachen im Schlepptau, der den Chinesen gnadenlos Feuer unter ihren Hintern macht. Gerade als der Drache vor einem verwundeten Chinesen stehen bleibt, fällt diesem ein helles Leuchten am Bauch des Drachen ins Auge. Mit allerletzter Kraft steht der Soldat auf und zieht daran. Es handelt sich um einen Dolch und seine Aktion soll große Auswirkungen haben. Denn auf einmal bäumt sich der Drache auf, um dann tot zu Boden zu fallen. Was war es, das ihn tötete? Was hat es mit diesem Dolch auf sich?
Jahre später: Ms. Croft, die Hobbyarchäologin, landet nahe der chinesischen Mauer mit einem Helikopter, um sich auf die Suche nach dem Dolch zu machen. Ab hier übernehmt ihr den hübschen Körper von Lara und durchsucht mit ihr zusammen 17 Level.
(Nicht) In das offene Messer laufen
Wie auch schon der Vorgänger setzt auch das Spielprinzip von Tomb Raider 2 auf die heile Überwindung von Fallen und Gegnern, um das Levelende lebendig zu erreichen. Durch diese lineare Handlung ist es leider nicht möglich, verschiedene Lösungswege zu praktizieren. Aber warum sollte man auch verschiedene Möglichkeiten haben, einen Level abzuschließen? Tomb Raider 2 ist ganz klar ein „Jump’n’Run“ und macht dem Namen alle Ehre: Hüpfen, Springen und Schießen sind elementare Dinge, die der Spieler zu beherrschen hat. Zusätzlich gehört noch eine gewisse Portion Grips dazu, da ihr euch merken müsst, mit welchem Schalter ihr welche Tür geöffnet habt und wo es möglich war, über den Lavastrom zu springen.
Unters Messer gelegt
Dass sich nach der Story nun auch grafik-technisch etwas änderte, war zu erwarten. Und die Entwickler haben nicht nur die eckige Ms. Croft einem „Face-Lifting“ unterzogen. Auch die Umgebung wurde aufpoliert. Zwar dürft ihr immer noch in einer mehr oder weniger viereckigen Welt herumhüpfen, bekommt nun aber detailliertere Texturen vorgesetzt. Und, wie schon erwähnt, auch Ms. Croft hat sich für euch operieren lassen: Sie ist nun runder und schöner geworden.
Lara meets Marco Polo
In der Standard-Version von Tomb Raider 2 dürft ihr euch durch insgesamt 18 Level ballern und dabei die Natur genießen. Dies ist vor allen Dingen in den Unterwasser-Levels zu empfehlen, da ihr durch die Fenster eines gesunkenen Schiffes nach draußen zu den Fischen schaut. Wunderschön! Die Orte sind immer sehr abwechslungsreich: Gerade noch seid ihr an der chinesischen Mauer beschäftigt, dann schon in Venedig bei Mr. Bartoli zu Gast. Auch schön gemacht: Am Ende des Spiels wird Lara noch einmal von der mysteriösen Organisation, die ebenfalls den Dolch von Xian sucht, in ihrem Haus angegriffen. Der Garten, in dem ihr übrigens jederzeit eure Moves trainieren könnt, liegt nun gespenstisch dunkel dar und beinhaltet eine Menge Gegner, die mit entsprechender Musik aus dem Dunkel hervorspringen und euch attackieren.
Weghören verboten
Jedes Mal, wenn ich das Spiel starte, kommt der Moment. Ich warte nicht nur auf ihn, ich fiebere ihm entgegen. Auch wenn ich die Titelmelodie von „Tomb Raider“ schon seit mehr als 3 Jahren kenne, bekomme ich immer wieder eine Gänsehaut. Wer in Tomb Raider 1 schon durch die schönen, aber leisen Gänge lief und leise die Gegner erledigte, wird im Sound eine große Neuerung entdecken: Zu jeder Situation, in der es passt, gehört nun auch ein Sound. Wenn ihr z. B. eine große Höhle betretet und die großartige Aussicht bestaunt, kommt der Chor gerade recht.
Schauer laufen den Rücken runter, Schweiß tropft von eurer Stirn. Ihr lauft durch einen großen, dunklen Gang und wisst: Gleich ist es soweit, der Endgegner erwartet mich schon. Genau in diesem Moment kommt eine Musik, die es vermag, all eure Gedanken zusammenzufassen. Gruselig auf der einen Seite, erfrischend auf der anderen. Schon alleine der Sound von Tomb Raider 2 ist den Kauf wert.
Freund und Feind
In den Gegnern liegt eine große Neuerung von Tomb Raider 2: Es gibt nicht nur Feinde, sondern auch „Freunde“. Diese „Freunde“ sind neutrale Charaktere des Spiels und greifen nicht zu den Waffen, so lange ihr sie in Ruhe lasst. Zu diesen Charakteren gehören z. B. die Mönche, die im Kloster umherlaufen. Solltet ihr allerdings einen Schuss auf sie abfeuern, so werden sie für den Rest des Spiels zu Feinden. Dass dieses nicht recht vorteilhaft ist, liegt unter anderem daran, dass sich damit die Zahl der Gegner verdoppelt.
Im Vergleich zu TR 1 beinhaltet TR 2 neue Charaktere, sowohl zu Land als auch zu Wasser. Da wären z.B. die Monster (T-Rex, Yeti). Oder auch die mystischen Wächter, denen Lara kurz vor Ende des Spiels begegnet. Die Gegner sind sehr unterschiedlich, nicht nur was das Aussehen anbelangt. Während die Gehilfen von Marco Bartoli noch verhältnismäßig einfach mit den Pistolen zu besiegen sind, müsst ihr bei den Söldnern schon mehrmals euer Glück versuchen, bis es dann endlich gelingt.
Die Gegner in Tomb Raider 1 liefen immer direkt in Laras Kugelhagel hinein. Intensiv ausgebessert wurde dies nicht, allerdings laufen sie nun nicht gegen Gegenstände oder bleiben an Ecken hängen. Von GegnerINTELLIGENZ kann hier aber nicht die Rede sein.
Ms. Croft rüstet auf
Natürlich wurde selbst denen unter euch, die nicht Heilpraktikanten sind, in TR 1 klar, dass Lara ein Problem mit ihrem Rücken haben muss: Soviel, wie sie dort an ihrem Rucksack baumeln hat, kann ein einzelner Mensch doch gar nicht tragen. Die Entwickler von TR 2 spielten aber anscheinend munter weiter „Ich packe meinen Rucksack und nehme mit…“, und so darf die Schönheit nun bei maximalem Erfolg mehr als 11 Sachen mit sich herumtragen, darunter 6 Waffen. Die englische Regierung wäre vermutlich erstaunt zu hören, was denn alles mit auf einen Ausgrabungsurlaub genommen wird. Lara bedient sich natürlich wieder ihrer zwei Pistolen, mit denen sich nicht nur schön viel Krach machen, sondern auch Munition sparen lässt. Des Weiteren mit an Bord: Automatik-Pistolen, Schrotflinte, Uzis, M16-Schnellfeuerwaffe, Harpune und Granatwerfer. Jede Waffe hat ihr ganz bestimmtes Einsatzgebiet. So eignen sich die Uzis gut für mehrere Gegner auf einmal (ein Magazin pro Kopf) und die M16-Schnellfeuerwaffe für schnelle Gegner. Doch zumeist lauft ihr mit gezückten Pistolen durch die Level, da es nie klar ist, welcher Typ Gegner als nächstes kommt.