Ein Wort sollte man im Bezug auf die Rennsimulation "GTR 2" definitiv nicht in den Mund nehmen: Arcade! Denn während Titel wie "Need for Speed" mit simpel zu bedienendem Fahrspaß punkten, fasziniert Simbin's neustes Machwerk durch unglaublichen Realismus. Der "GTR" Nachfolger ist nicht nur schöner, umfangreicher und Einsteigerfreundlicher geworden. Vielmehr bietet er auch Fans flotter Mehrspielerpartien durch stabileren Netcode und mehr Multiplayerkomfort endlich ein neues Zuhause. Wir haben für euch jede Schraube von "GTR 2" zweimal umgedreht und verraten euch, ob der Titel den Genrethron erklimmen kann.
Wo ist Schumi?
Neben der Formel 1 sowie der DTM hat auch die FIA GT Serie im Motorsport seit langem ihre Daseinsberechtigung. Seit ihrer Gründung im Jahre 1996 fahren seither Super-/ Sportwagen auf vielen vorallem wiederum aus der Formel 1 bekannten Rennstrecken (z.B. Monza oder Silverstone) um den Podiumsplatz. In unterschiedlichen Klassen treten die sportlichen PS - Monster von Porsche, BMW, Lotus und Co gegeneinander an. "GTR 2" bildet übrigens die FIA-GT-Meisterschaft des Jahres 2004 nach. Ebenfalls absolvieren könnt ihr die aus GTR bereits bekannte 2003'er Saison - eine nette Dreingabe.
Give me more
Vergleicht man "GTR 2" mit seinem Vorgänger, wirkt das damalige Umfangswunder sogar ein wenig schmal. Mit insgesamt 25 Fahrzeugtypen (rechnet man Lakierungen mit ein, knapp 140), darunter Highlights wie den BMW M3 GTR oder den Porsche 911 GT3-RS, sowie satten 34 pingelig per GPS nachgebauten Originalstrecken, gibt's viel Fahrspaß für's Geld . "GTR" war nicht einmal halb so umfangreich. Damit nicht genug: Um die recht steile Lernkurve des Vorgängers etwas zu entschärfen, machen die Entwickler das Spiel mithilfe der sogenannten "Fahrschule" deutlich einsteigerfreundlicher. Diese besteht aus drei Teilen, die wiederum zahlreiche kleine Unteraufgaben enthalten. So werdet ihr vom Spiel langsam an die komplexe Fahrphysik, zum Beispiel durch vorgezeichnete Hilfslinien, die ebenfalls anzeigen, wann gebremst und wann Gas gegeben werden solllte, eingeführt. Schade nur, dass unerfahrene Spieler mit den detaillierten Setupfunktionen alleine gelassen werden. Wie im Vorgänger kann nahezu jede Schraube umgedreht werden. Hier hilft schlichtweg ausprobieren.
Wie im Vorgänger könnt ihr aus drei skallierbaren Schwierigkeitsgraden wählen: Dem Anfängermodus, dem Semipro sowie dem Simulationsmodus. Unterscheiden tun sich die drei Modi allerdings nicht über die Fahrphysik ansich, sondern über die Anzahl der zu bzw. weggeschalteten Fahrhilfen. So erleichtern ABS und Traktionskontrolle Strecken und Kurvenlage natürlich ungemein.
Steuer(rungs)erklärung
Gegenüber dem Vorgänger wurde die Fahrphysik etwas entschärft. Dies wirkt sich für "GTR 2" allerdings zu keiner Zeit nachteilig aus. Das Fahrgefühl hat sich sogar nochmals verbessert, die Wagen steuern sich noch immer sehr anspruchsvoll, lassen sich in sonst frustigen Situationen allerdings deutlich besser kontrollieren. Wunderbar! Wo wir gerade bei der Steuerung sind: Den meisten Fahrspaß bietet natürlich ein Lenkrad samt Pedalen. Ordentlich bedienen lässt sich das Spiel allerdings auch mit einem Gamepad sowie der Maus. Maus? Richtig gehört, schließlich lassen sich die Wagen auf Wunsch mit selbiger angenehm dynamisch durch die Kurven manövrieren - nur Gaß gegeben und gebremst werden muss noch mit der Tastatur.
Frischzellenkur
Optisch hat sich gegenüber dem zwei Jahre alten "GTR" einiges getan. Die Wagen sowie die detaillierten Cockpits gehören zu den schönsten, die man bisher in einem Rennspiel begutachten kann. Ebenfalls imposant sind die neuen dynamischen Tag/ Nach sowie Wettereffekte. So gehen Tag und Nacht ohne etwaige Ladezeiten perfekt eineinander über - samt obligatorischem Sonnenauf - und Untergang. Ebenfalls sehenswert sind die Regenrennen: Der Streckenbelag sowie die Wagen schimmern nass durch die Regentropfen hindurch, die von unserer Windschutzscheibe sanft abperlen. Schade nur, dass die Entwickler die von der Communiy geforderte Scheibenwischerfunktion noch immer nicht eingebaut haben. Nicht ganz überzeugen kann hingegen die Streckenumgebung: Diese wirkt teils etwas steril und detailarm gestaltet - hier wäre mehr möglich gewesen. Akustisch braucht man kaum Worte zu verlieren: Der Großteil der Soundeffekte wurden 1:1 vom Vorgänger übernommen - klingen aber auch heute noch erstklassig!
Race against the Machine?
Deutlich gelungener als im Vorgänger ist der Mehrspieleteil. Wie aus Konkurrenztiteln bekannt, habt ihr zu Beginn entweder die Möglichkeit, euch in Partien einzuklinken, oder einen frischen Server zu starten. Angewählt werden können übrigens auch Strecken, die ihr im Singleplayermodus erst freischalten müsst. Insgesamt könnt ihr Rennen mit bis zu 27 Renngegnern bestreiten. Hin und wieder kam es bei unseren Testrunden übrigens zu kleineren Lags, im großen und Ganzen lief der Netcode allerdings erfreulich stabil. Ärgerlich: KI Mitfahrer fehlen im Multiplayermodus noch immer!
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
