Ascaron erobert den Weltraum. Mit „Darkstar One“ erwartet euch eine waschechte Weltraumsimulation im Stile von „Freelancer“. Ob „Darkstar One“ das Vorbild von Digital Anvil auf die Plätze verweisen kann, erfahrt ihr in unserem Review + »Video Review.
Krieg und Frieden
Seit dem großen galaktischen Krieg, in dem Terraner und Oc'to gegen die Mortok, Arrack und Raptoren kämpften, sind bereits mehrere hundert Jahre vergangen. Die Thul blieben zu dieser Zeit eher im Hintergrund, belieferten alle Parteien mit Waffen und nahmen sich die geschwächten Gegner vor. Letztlich haben sie so auch den größten Vorteil aus dem Krieg gezogen, da sie durch ihre zurückhaltende Strategie ihr Territorium fast verdoppeln konnten. Nach dem Krieg entscheiden sich die Völker für die Gründung der Galaktischen Union, damit solche Kriege in Zukunft verhindert werden können. Lediglich die Thul sehen keinen Sinn in einem Beitritt. Nach einigen Komplikationen isolieren sie sich vollständig und werden Jahrzente lang nicht mehr gesehen.
Soviel zur Vorgeschichte. Ihr übernehmt im Spiel die Rolle von Kayron Jarvis, dessen Vater gerade auf einer Geheimmission von den Thul getötet wurde. Nachdem er Hinweise auf Sabotage an Bord des Schiffes findet, will er den Schuldigen dafür ausfindig machen. Dafür steht ihm die Geheimwaffe seines Vaters zur Verfügung: Die Darkstar One, Teil einer uralten Legende um eine antike Rasse. Doch nicht nur der Tod seines Vaters beschäftigt ihn, auch die Thul werden wieder aktiver und greifen Stationen und Schiffe aller Völker an. Ein neuer Krieg droht auszubrechen.
Einmal quer durch die Galaxis
Die Suche nach dem Schuldigen für die Sabotage führt euch quer durch die halbe Galaxis. Insgesamt warten mehr als 300 Sternensysteme auf euren Besuch. Zwischen den Storymissionen habt ihr dabei immer wieder Zeit, euer Schiff zu verbessern indem ihr Aufträge erfüllt, Systeme befreit oder Handel treibt. Auf den in den meisten Systemen vorhandenen Handelsstationen lässt sich das Geld in der Werft in Waffen oder verbesserte Schiffssysteme investieren. Der Kauf von Waffen oder Geschütztürmen lohnt sich aber nur bedingt, denn in einigen Missionen oder durch das Erledigen von bestimmten Gangs erhaltet ihr eine Belohnung in Form einer Geheimdienstwaffe. Diese sind außerdem besser als die in der Werft erhältlichen Waffen des gleichen Levels, wodurch sich die Suche nach ihnen auf jeden Fall lohnt. Die dafür notwendigen Gangs findet ihr in unterschiedlichen Systemen in der Nähe eines Schiffswracks. Zur Überbrückung der teilweise großen Strecken haben die Entwickler eine Zeitbeschleunigung eingebaut, welche euch recht schnell ans Ziel bringt. Im Kampf und in der Nähe von größeren Objekten oder Polizeischiffen funktioniert diese allerdings nicht mehr.
Das Handelssystem des Spiels ist auf den ersten Blick gut durchdacht. Neben den Waren zeigen einige Balken an, ob die entsprechenden Güter hier günstig oder teuer sind. Zudem verfügt jedes System über Exportwaren, die dementsprechend weniger gebraucht werden. Noch lukrativer sind die Schmuggelwaren, für die ihr auf dem Schwarzmarkt natürlich mehr Geld bekommt. Aber Vorsicht, denn die Polizei, die gelegentlich euer Schiff scannt, kann diese entdecken. Das alles ist schön und gut, aber im Prinzip braucht man den Handel nicht wirklich, denn auch ohne ihn lässt sich genügend Geld für die teuren Ausrüstungsgegenstände verdienen.
In diesem Punkt hat Ascaron auch etwas Potential verschenkt, vor allem nach dem Ende der Story, wo leider nicht mehr viel zu tun bleibt. Eigene Raumstationen lassen sich nicht errichten, wodurch die Langzeitmotivation danach einfach fehlt. Ebenso gibt es keinen Multiplayer-Modus, in dem ihr euch mit anderen messen könnt. Wie auch in „Freelancer“ gleichen sich die Missionen an den Terminals immer und bieten demnach wenig Abwechslung. Die Abwechslung kommt hauptsächlich mit der spannenden Story, die auch mit einigen überraschenden Wendungen aufwarten kann. Diese Missionen erstrecken sich von einfachen Aufträgen bis hin zu Einsätzen auf Planetenoberflächen oder dem Zerstören von Kreuzern. Ebenfalls recht gelungen sind die so genannten Sidequests, die man gelegentlich erledigen kann, um dadurch ein verstecktes System freizuschalten. Besonders interessant sind auch die zahlreichen Anspielungen auf Filme, Bücher oder Serien. Da gibt es zum Beispiel ein Nostromo-System mitsamt Nostromo-Minengesellschaft („Alien“), aber auch einige verrückt gewordene Thul, die alle mit den an die Borg aus Star Trek angelehnten Worten „Wir sind die Thul. Widerstand ist zwecklos!“ angreifen.
Vom kleinen Jäger zur Festung
Das Herzstück des Spiels ist die Darkstar One. Im Gegensatz zur Konkurrenz fliegt ihr das ganze Spiel über nur mit diesem einen Schiff. Langweilig ist dies aber keinesfalls, denn es lässt sich in drei verschiedenen Bereichen immer wieder aufrüsten. Dafür benötigt ihr die Artefakte der alten Rasse, die bereits am Anfang des Artikels erwähnt wurde. Diese findet man in vielen Systemen innerhalb von Asteroiden, sobald man sich ihnen nähert nimmt das Schiff sie automatisch auf. Zu Beginn braucht man für ein Upgrade nur wenige Artefeakte, zum Ende hin sind es aber bis zu 10 Stück für eine Stufe. Die drei Bereiche verändern nicht nur das Aussehen des Schiffs, sondern auch dessen Eigenschaften. Wer die Widerstandsfähigkeit des Schiffes erhöhen und bis zu fünf automatisch feuernde Geschütztürme installieren will, der verstärkt den Rumpf. Ein wendigeres Schiff und maximal sechs Bugwaffen erhaltet ihr hingegen mit einer Aufrüstung der Flügel. Verbesserte Triebwerke bringen euch letztlich eine verbesserte Versorgung mit Energie, erhöhte Aufladeraten sowie weniger Trägheit beim Transport von Containern. Die Artefakte lassen sich übrigens recht einfach finden, die entsprechenden Systeme sind auf der Karte markiert. Manche der Systeme sind aber von Piraten besetzt und müssen erst "befreit" werden, andere wiederum werden erst durch Sidequests freigeschaltet.
Mit jedem Upgrade wird zudem der Plasmawerfer der Darkstar One um eine Stufe besser. Dieser bietet euch verschiedene Wirkungsweisen, etwa ein verstärkter Schild oder bessere Waffen, kombiniert mit einer erhöhten Aufladerate. Auf der höchsten Stufe kann sogar ein Plasmaschild erzeugt werden, welcher jeglichen Schaden abhält und beim Rammen anderer Schiffe diese auch beschädigt. Allerdings benötigt man für die unterschiedlichen Fähigkeiten auch eine bestimmte Stufe einer anderen Kategorie, zum Beispiel drei Stufen beim Waffenboost zum Freischalten des Schildboosts. Gerade die Schilde sind extrem nützlich, wenn man gegen eine große Anzahl von Feinden oder einen Kreuzer antritt.
Technik vom Feinsten
In Sachen Grafik übertrumpft „Darkstar One“ den Konkurrenten „Freelancer“ locker, Egosoft's „X3“ sieht aber wiederum noch ein Stück besser aus als Ascaron's Weltraumsimulation. Dennoch zaubert „Darkstar One“ ein grafisches Feuerwerk auf den Bildschirm, speziell in Sachen Effekte. Schiffe explodieren in mehr oder weniger großen Feuerbällen, größere Kreuzer mit einer großen Schockwelle. Die Stationen und Raumer selbst glänzen mit detaillierten Texturen, Bump Mapping und Shadern, besonders die riesigen Asteroidenfelder und die Asteroiden, in die man hineinfliegen kann, sehen sehr schick aus. Für jede der sechs unterschiedlichen Rassen haben die Designer zudem eigene Schiffe und Stationen entworfen, so dass man diese deutlich voneinander unterscheiden kann. Einige wirken mehr organisch, andere wiederum metallisch glänzend.
Ebenso gut gelungen sind die Zwischensequenzen, die es ingesamt auf mehr als 50 Minuten Laufzeit bringen. Zwar kommen sie nicht ganz an die Qualitäten von Blizzard heran, sehen aber dennoch sehr gut aus. Dazu stimmt auch die passende Vertonung, die in „Darkstar One“ wirklich hervorragend gelungen ist. Alle Stimmen im Spiel wurden mit passenden Synchronsprechern besitzt, die ihre Aufgabe sehr gut erledigen. Das ganze wird untermalt von einem dynamischen Soundtrack, der sich der entsprechenden Spielsituation anpasst und insgesamt ebenfalls gut gelungen ist.
Steuern könnt ihr die Darkstar One entweder mit einer Kombination aus Maus und Tastatur, per Joystick oder sogar mit dem Gamepad. Die Steuerung mit Maus und Tastatur funktioniert ähnlich wie in Freelancer, unterscheidet sich aber dennoch etwas davon. Die Geschwindigkeit des Schiffes wird etwa in mehreren Stufen per Mausrad geregelt, während die ASWD-Tasten für den Nachbrenner, Seit- und Rückwärtsschub benutzt werden. Die Bewegungen folgen einfach dem Fadenkreuz, eine Taste müsst ihr hier nicht gedrückt halten. Wer auf die Menüs am Bildschirmrand Zugriff haben möchte, muss einfach nur die Leertaste gedrückt halten. Zudem kann man zwischen der Cockpitperspektive sowie einem Blickwinkel hinter der Darkstar One wählen, beide steuern sich gleich gut. Ingesamt also eine recht einfach zu handhabende Steuerung.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
