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BIOSHOCK
 Test von Karl Kröber (17.09.2007) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Ego-Shooter Publisher:2K Games
Termin:24. August 2007 Entwickler:Irrational Games

Alle paar Jahre kündigen Publisher hohen Mutes Spiele an, die den Markt verändern sollen. Im Vornherein werden vollmundige Versprechungen gemacht, sei es über die Grafikqualität, über die „realistische Umwelt“ und die Veränderlichkeit dieser, oder über jegliche anderen Features, die ein Computerspiel heutzutage kaufenswert machen. BioShock ist auch so ein Spiel gewesen, und wie viele der PC/Konsolenhybriden kann auch BioShock seine Versprechen nicht halten. Warum? Das erfahrt ihr beim Weiterlesen.


Eine Berg und Talfahrt...


In der Schule habe ich mal gelernt, dass man bei einer Kritik immer mit dem Guten anfangen soll. Deshalb beginnt dieser Test auch mit der Grafik. Über die kann man in 2kGames' „Rollenspiel“-Shooter „Bioshock“ nämlich nicht klagen. Da das Spiel anscheinend primär für die XBox 360 entwickelt wurde, ist der visuelle Part erste Sahne. Die realistischen Lichteffekte, die ausgefeilten Texturen, sowie der generelle Stil der Grafik überzeugen. BioShock spielt in „Rapture“, einer Unterwasserstadt, im Stile der 50er Jahre. Überall kann man Werbeplakate bewundern, die die Atmosphäre zudem unterstützen. Auf Atmosphäre wird sehr große Wert gelegt, man merkt, dass sich die Entwickler beim Leveldesign entsprechend Mühe gegeben haben. Das beklemmende Setting wird durch die Technik nur noch beklemmender.

Leider besteht der Bereich „Technik“ nicht nur aus Grafik, sondern auch aus Musik und Bedienbarkeit. Und hier baut Bioshock leider deutlich ab. Die musikalische Untermalung liefert zwar ein orchestraler Soundtrack, der aber schlussendlich so sporadisch eingesetzt wird, dass man sich mehr davon wünscht. Lediglich in der Anfangsszene, als man in einem dunklen U-Boot die Stadt „Rapture“ zum ersten Mal betritt, trägt die Musik tatsächlich zur Gänsehautstimmung bei. WENN man die Musik denn überhaupt zu hören bekommt. Die PC-Version wartet nämlich mit zahlreichen Bugs auf, gerade wenn man das neue Microsoft-Betriebssystem Vista benutzt. Dazu zählen heftige Störgeräusche im Sound, wenn man nicht auf Stereo und ohne Vertical Sync spielt, in vielen Fällen verstummt der Sound sogar komplett.

Aber nicht nur der Sound ist verbuggt: Um das Spiel überhaupt zum Laufen zu kriegen, brauchte ich mehrere Stunden. Zum einen ist der Kopierschutz „SecuROM“ schuld, der sich virenartig verhält. Installiert man BioShock zum ersten Mal, wird ein Rootkit auf dem PC installiert, welches sich trotz der Deinstallation vom Spiel selbst, als auch des Kopierschutzes nicht entfernen lässt. Nachdem die Probleme beseitigt waren, kamen auch schon die nächsten Fehler ins Haus geflattert. Wenn man das Spiel also fehlerfrei zum Laufen bekommt (was laut offiziellem Forum nur einem Bruchteil der Kunden gelingt), kann man sich endlich in die Unterwasserwelt stürzen.


... die im Tal endet

Aber möchte man das überhaupt? Anfangs, ja, da das unverbrauchte Setting und der pure Hypestatus des Spiels zum Weiterspielen anregen. Leider verfliegt die Motivation sehr schnell. Es stellt sich nämlich bei näherer Betrachtung heraus, dass der Titel seine hohen Maßstäbe nicht halten kann. BioShock ist absolut linear gehalten und bedient sich ausführlich bei seinem „spirituellem Vorgänger“ (frei nach Ken Levine, Leaddesigner 2kBoston) System Shock 2 . Nicht nur im Gameplay selbst, sondern sogar bei der Storypräsentation.

„Rapture“ wurde von einem Freigeist namens Andrew Ryan errichtet, der den klügsten und kreativsten Köpfen der Welt völlige Freiheit geben wollte. Anfangs ging das auch gut, aber mit der Entdeckung der Droge „Adam“, die jeden nach der Einnahme zum Supermann, gleichzeitig aber auch zum Superjunkie macht, ging alles den Bach herunter. Aus den einst so cleveren Bewohnern wurden Drogensüchtige, die alles tun würden um ihren nächsten Schuss zu bekommen, Mord inklusive. Wenn jemand in „Rapture“ auf natürlichem oder unnatürlichem Wege ums Leben kommt, sorgen die „Little Sisters“, kleine Mädchen im scheinbaren Alter von 6-8 Jahren dafür, dass das „Adam“ fachgerecht aus der Leiche entfernt wird. Damit sie niemand dabei stört, haben sie riesige Muskelpakete in Taucheranzügen, die sogenannten „Big Daddies“ dabei.

Wie bereits erwähnt, das Setting ist unverbraucht und neu, aber trotzdem kommt der erfahrene Gamer nicht umhin, immer wieder an System Shock zu denken. Zahlreiche Elemente des Spielsystems, wie die Plasmiden (Superkräfte), das „Adam“, die Kaufmöglichkeiten, das Alarmsystem, das Hack-Minispiel, sind vom „spirituellen Vorgänger“ abgekupfert.

Das wäre ja kein Problem, wenn das Spiel in ähnliche Qualitätsgefilde vordringen würde. Das tut es aber leider nicht. Wirkliche Spannung kommt in BioShock nämlich nicht auf. Die anfangs beklemmende Stimmung verflog bei mir sofort, als mir eine unsichtbare Wand den Zugang zu einer Treppe blockierte. Damit wirkte das Setting auf einmal linear und nicht so frei, wie es anfangs den Eindruck machte. BioShock ist auch absolut linear. Man läuft jedes Level einmal ab, tötet den Endboss, löst noch 2-3 Aufträge, tötet oder rettet alle „Little Sisters“ und geht zum Ausgangs-U-Boot. Das macht beim ersten Mal Spaß, ist ab dem zweiten Level aber bereits Routine. Generell, Routine ist ein großer Part von BioShock. Routinemäßig rennt man durch die Level, durchsucht alle Kisten, tötet alle Gegner (später dann wie in einem Fließband Ego-Shooter der Marke Moorhuhn), holt sich das Adam, kauft sich davon mehr oder minder nützliche Plasmide, hackt sich in Elektronik und so weiter. Das geht später völlig ohne Spannung zu erzeugen, sie wird eher noch durch so unsinnige Zusätze wie das Hack-Minispiel beseitigt. Dieses erinnert in seiner Machart an den Klassiker „Pipes“. Das macht beim ersten Mal noch Spaß, naja, den Rest kennt ihr ja.

Die Story ist ähnlich mies. Die Präsentation ist zwar wieder dieselbe wie in System Shock, das heißt, man hört sich Audio-Logs der Rapture-Bewohner an, aber spätestens wenn die Auflösung des „Großen Twists“ kommt, fasst man sich an den Kopf. Die hochgesteckten Ziele, schließlich sollte es um die Freiheit der Wissenschaft und der Kunst gehen, werden nie erreicht. Es gibt zwar drei Enden, die sich aber nicht groß voneinander unterscheiden, die Entscheidung ob man „Little Sisters“ nun rettet oder tötet, hat kaum Einfluss. Das Spiel wird im Casual-Gaming-Klo runtergespült.

Die Bedienung ist angepasst an die Konsole. Riesige Schrift ist immer ein Indikator für Spiele, die eigentlich auf einem Fernseher genossen werden sollten. Ein Inventar gibt es auch nicht, alles wird über Funktionstasten gesteuert, bei denen man sich schnell mal verdrückt. Und dann wird, statt nachzuladen, ein wertvolles Medipack verschwendet. Doch damit reißen die schlechten Seiten nicht ab, das Balancing zum Beispiel ist ebenfalls grauenhaft. Spielt man auf Einfach, kann man Rambomäßig durch alles durchlaufen, findet 20 Heilpacks pro Raum, usw. Spielt man auf Mittel, findet man kaum Heilpacks, jeder Gegner macht übertrieben viel Schaden und das Spiel wird unnötig schwer.

Ich könnte jetzt auch noch auf die Sinnlosigkeit vieler Plasmide schimpfen und, dass BioShock eigentlich nur ein gepimpter Ego-Shooter ist, aber ihr solltet bereits gesehen haben, dass 2kBostons' Machwerk nicht das ist, was es sein will.


Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:

Auf der Konsole mag "BioShock" Spaß machen, auf dem PC ist es einfach nicht kaufenswert. Zahlreiche Bugs, horrende Hardwareanforder- ungen und die konsolenartige Bedienung, trüben den Spielspaß. Man könnte fast meinen, die PC-Version ist so schlecht, um die 360-Verkäufe zu pushen. Viele Qualitäten wurden trotz des Potentials für die leichte Zugänglichkeit und die Konsolenspielbarkeit geopfert. Ich sollte noch einmal anmerken, dass dieser Test nur für die PC-Version gilt. Vom Konsolenstandpunkt aus gesehen, ist “BioShock” wahrscheinlich großartig, aber auf dem PC muss es sich leider mit den Spielen des Jahrhunderts messen, allen voran mit seinem „spirituellen Vorgänger“.
 
So testen wir >>

Ich habe "BioShock" auf der Xbox 360 gezockt und kann Karls Kritik kaum nachvollziehen. Nach dem ersten Durchspielen fallen einem zwar tatsächlich einige Bereiche auf, in denen die Entwickler das Potential nicht komplett ausgeschöpft haben. Aber man sollte ein Spiel immer nach dem beurteilen, was es ist, nicht was es sein könnte. Und so betrachtet ist "BioShock" ein komplexer Ego-Shooter mit einem ungewöhnlichen Setting und einer absolut erhabenen Präsentation. Mir hat der Ausflug nach Rapture sogar noch viel mehr Spass gemacht als meine düstere Begegnung mit "The Darkness". Daher bestehe ich zumindest auf einen Award für die stylistisch grandiose Präsentation.
 

Ich habe "BioShock" auf dem PC (Vollversion) sowie der Xbox360 (Demo) gespielt, und bin von beiden Versionen gleichermaßen begeistert. Klar, die Unreal Engine 3 setzt einen starken Rechner voraus, aber da machen auch andere auf dem Gerüst basierende PC-Titel mittlerweile keine Ausnahme mehr. Das Spiel war immer als Egoshooter mit Rollenspielanleihen angedacht, Kritik über fehlende Tiefe halte ich für unangebracht. Die subtil erzählte Geschichte, die wunderschöne Optik und die tolle Atmosphäre sind mir eh wichtiger als komplexe Inventar- und Talentmenüs. Kurzum: "BioShock" ist ein toller, wenn auch nicht ganz perfekter Shooter, den man mindestens einmal gespielt haben sollte.
 

„BioShock“ ist im Prinzip nichts anderes als ein einfacher Shooter mit RPG-Elementen, allerdings ein ganz besonderer. Solch eine geniale Atmosphäre bzw. Stimmung wie in 2K Bostons Spiel habe ich schon lange Zeit nicht mehr gesehen. Hinzu kommen die zahlreichen unterschiedlichen Möglichkeiten, um seine Gegner aus dem Weg zu räumen. Im Zusammenspiel mit der äußert gut gelungenen Synchronisation wird „BioShock“ bereits jetzt zu einem meiner persönlichen Favoriten für das Spiel des Jahres. Mein einziger Kritikpunkt: „BioShock“ ist irgendwann vorbei. Einen besseren Einstieg für das restliche, hochkarätige Line-up des Jahres könnte es nicht geben.
 

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#1 | Turok [22.09. | 07:32] 
Tolles Game
Tolles Game, leider sehr hohe Systemanfoderungen, wenn man die ganze GRafikpracht erleben möchte...

#2 | frank [08.10. | 16:51] 
hilfe?
würde ja gerne was zum spiel sagen, aber ich kriege es gar nicht installiert. bei der installation wird eine internetverbindung erfragt zum downloaden eines patches. ohne internet also keine installation ?

für hilfestellung dankbar

#3 | bmb [16.10. | 10:08] 
oh mein gott
der einzige der anscheinend echt hier langjährige ahnung hat ist karl die restlichen könnten gut durch bessere redaktuere ersetzt werden.

das game ist bug hoch3 auf dem pc, das liegt aber leider und ich bin mir sicher das 2k games es im nachhinein bereut das sie die Unreal 3 engine lizensiert haben

systemshock2 war eins der genialsten games... an das bioshock leider durch viele abkupferung nicht reicht

ohne internet keine installation... das gibt bestimmt keinen plus punkt.. die atmosphäre kann auf einer skala von 1 - 10 (system shock 2, da kriegt man noch schiss beim zocken) LAAAAANGE nicht mithalten (5)

sowas von schlecht recherchiert das man die 3 anderen meinungen echt nicht ernst nehmen kann

#4 | Micha [16.10. | 13:36] 

Amen
Freut mich sehr, dass dir Karls Schreibstil gut gefällt. Die Kritik an den drei anderen Meinungskästen (meinen eingeschlossen) kann ich aber nicht so recht nachvollziehen. Auf der Xbox 360 gibt es halt keine Installationsprobleme: Disk rein, losspielen. Außerdem finde ich es nicht zwingend notwendig, den geistigen Vorvater System Shock II gespielt haben zu müssen. Retro in allen Ehren, aber hier geht es eben um Bioshock. Weiterhin frage ich mich, wieso man für eine eigene Meinung reherchieren muss.

#5 | messerMiCh [13.08. | 14:16] 
My Fave!
Bioshock ist mein absolutes Lieblingsspiel,
atmosphärisch & abwechslungsreich.

Ich hatte keinerlei Probleme beim Installieren oder sonstigem.
Wer auf dem PC spielt(Konsolen sind rotz:P) muss mit Systemanforderungen & vorrausgesetzter Inetverbindung rechnen.
Dies sollte bei einem so guten Spiel keineswegs negativ gewertet werden.

greetZ messerMiCh

#6 | Gast [09.11. | 12:12] 
Xbox 360
Also... die xbox 360 version ist wirklich viiiel besser aber ich finde die pc version eig auch ganz "ok"

#7 | Gast [01.01. | 21:58] 
was??
also ich zocke bioshock auf dem pc und mein bruder auf der x-box360 und ehrlich gesagt ich finde die PC version besser. Dass das Registrieren Internet vorraus setzt kann man nicht negativ werten, weil auch andere spiele z.b Battlefield 2142 auch internet vorraussetzen. Und ich finde auch das jedes Plasmid einen sinn hat wenn man es richtig einzusetzen weiß! ja und weil es auf mittel ebend schwerer ist muss man sich mit Plasmiden helfen und nicht mit einer rein-versuchen-alles-abzuknallen-dann-aber-draufge
h-taktik
sonder mit einer Einfrier-Verbrennen-Schocken-und-in-deckung-geh-au
slach-taktik.
Alles in allen ist das spiel für meinem geschmack sehr gelungen und mal was anderes als ein purer ego-shooter durch die Plasmide. Mein Lieblingsspiel 4 ever.

#8 | MadknifeSinji [18.01. | 22:41] 

spannung
eine finstere atmosphäre die einem nicht loslässt, überraschungen, action, grusel, ...und aufploppender grafik. wer mit mit dem letzteren punkt leben kann, wird auf ein WIRKLICH qualitatives spiel stoßen. ich habe es auf x-box 360 gezockt und kann es nur weiter empfehlen.


 



Bioshock
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Pro:
Grafik
Soundtrack

Contra:
Story
Bugs (PC)
Gameplay / Präsentation


Offizielle Website:
 @2KGames

Fansites:
 @onlinewelten

Downloads:
 PC Demo
 X06 Trailer



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