Nach zahlreichen HdR-Games von Lizenzträger Electronic Arts, erscheint nun erstmals ein Echtzeitstrategiespiel aus dem Herr der Ringe Universum. Schlacht um Mittelerde heißt der neuste Hoffnungsträger, der seit März 2003 bei EA Los Angeles in Entwicklung ist. Wir haben uns nach Mordor gewagt um Sauron ein paar erste Infos abzujagen. Was wir ergattern konnten lest ihr in unserer Preview.
EA Games, nicht nur für gute Lizenz-Spiele bekannt, bringt nach den zahlreichen Herr der Ringe Spielen mal etwas Neues – nämlich echte HdR-Echtzeitstrategie á la Command & Conquer. Mit neuen und einzigartigen Features versucht sich EA in der RTS-Szene bei der Konkurrenz durchzusetzen. Wie die Chancen dafür stehen, könnt ihr hier nachlesen.
Mittelerde!? Wo liegt das eigentlich?
Wie in allen HdR-Spielen geht es auch in Schlacht um Mittelerde wieder darum, die Gefährten nach Mordor zu „begleiten“, um den einen Ring im Feuer des Schicksalsberges zu vernichten. Aber in Schlacht um Mittelerde hat EA sich etwas mehr einfallen lassen. Diesmal wagt man nämlich den Schritt in Richtung Echtzeitstrategie (kurz RTS). Das Spiel besteht aus zwei Kampagnen, neben der guten Kampagne, in der ihr die Gefährten bei ihrer Mission nach Mordor zum Schicksalsberg steuern müsst, gibt es diesmal auch eine böse Kampagne, in der ihr die Schergen von Sauron und dem bösen Zauberer Saruman steuern müsst, um die Gefährten aufzuhalten. Die Entwickler halten sich bei der Entwicklung an das neuste „Command & Conquer: Generäle“, das liegt wohl daran, dass SuM von EA Los Angeles entwickelt wird, dass selbe Entwicklerstudio, das auch für Generäle und Red Alert 2 zuständig war.
Das Spiel verwendet eine aufgebohrte 3D-Sage-Engine – Ebenfalls bekannt aus C&C Generäle – allerdings stark überarbeitet, mit besserem, dynamischem Beleuchtungssystem, besseren Partikeleffekten und neueren Pixel Shadern. Die tolle Grafik zieht natürlich auch an den Systemanforderungen. Demnach sollte man einen Rechner mit 1,8 GHz CPU, 256MB RAM und mindestens eine GeForce 3 besitzen um das Spiel ohne Probleme und Ruckler spielen zu können.
Ihr spielt in SuM alle Teile der Trilogie nach und die eine oder andere Schlacht gibt’s auch nur exklusiv im Spiel. Zum Beispiel belagern die Uruk-Hai die Elben-Hochburg Bruchtal oder Saurons Armee steht vor den Toren des Auenlands. Diese „Schlachten“ findet man ausschließlich im Buch von Tolkien, verfilmt wurden sie leider nicht. Da die Entwickler leider keine Buch-Lizenz haben, dürfen sie keine Einheiten aus den Büchern verwenden, die nicht im Film erwähnt wurden. Dabei braucht ihr aber trotzdem auf nichts zu verzichten: Original Filmszenen und die Original-Synchronsprecher führen euch ein wenig durch das Spiel und lassen euch noch tiefer in das Spielgeschehen hineingleiten. Ob die deutsche Version eine extra Synchro mit den deutschen Synchronsprechern bekommt, ist noch nicht bekannt, wahrscheinlich wird es aber bei Untertiteln bleiben.
Neben der aufgebohrten 3D-Sage-Engine baut EA auf eine neue Physik Engine. Diese bietet ein paar, in einem RTS erstmals angewendete Features. Demnach können Trolle beispielsweise Bäume aus dem Boden reißen oder Steine von zerstörten Häusern nehmen und als Wurfgeschosse einsetzen oder wenn ihr mit einem Katapult eine Steinmauer einschießt, fallen die Steinbrocken realistisch Richtung Boden und reißen sogar ein paar Orks mit in den Tod. Aber nicht nur von herunterfallenden Steinen und Feinden können Orks erschlagen werden, die Entwickler haben nämlich ein tolles Gruppenverhalten eingebaut. Wenn ihr zum Beispiel ein paar Trolle mit Orks mischt, dann benutzen die Trolle die Orks als Wurfgeschosse. Ist zwar nicht gerade die Ork-freundlichste Methode, aber bestimmt sehr effektiv.
Mehr Interaktivität
Ein weiteres einzigartiges Feature in einem Echtzeitstrategiespiel sind die so genannten „Unit Emotions“. Wer des Englischen mächtig ist, kann aus diesen beiden Wörtern die Funktion schon herauslesen. Den Einheiten wurde diesmal nämlich ein Gefühlssystem verpasst. Ja richtig, die Einheiten entwickeln Gefühle. Kleines Beispiel: Ein Enz (lebender Baum) läuft gemütlich durch einen Wald und wird von Orks angegriffen. Diese schießen brennende Pfeile auf den Baum und er beginnt zu brennen, also bekommt er Panik und Angst, und rennt zum nächsten Fluss um den Brand zu löschen. Wenn er sich dann gelöscht hat, wird er wütend auf die Angreifer und rennt schnurstracks auf die Orks zu um sie „schlafen zu legen“. Die Einheiten können Angst, Panik, Freude oder Wut empfinden und sogar mehrere Emotionen verbinden. Wie sich das Feature entwickelt, wird die Zukunft zeigen, aber es ist fraglich ob die KI so etwas tatsächlich ohne Probleme in bestimmten Situationen verarbeiten kann. Ein weiteres einzigartiges Feature ist, dass man das Spiel aus mehreren Perspektiven beobachten kann. Man kann also große Schlachten sogar aus der Sicht eines kleinen Soldaten sehen. Für die großen Schlachten verwenden die Entwickler übrigens die gleichen Programme wie die Film-Crew, man darf also auf große und spannende Gefechte gespannt sein.
Schere, Stein, Papier
Auch das so genannte Schere-Stein-Papier-Kampfprinzip hat EA aus Generäle abgekupfert. Dieses lässt sich am besten mit einer Beispielszene erklären: Elbische Bogenschützen haben alleine keine Chance gegen einen Trupp feindlicher Uruk-Hai. Erst mit ein wenig Unterstützung können die Guten die Schlacht für sich entscheiden. Dieses Kampfprinzip hat sich bei den Fans durchgesetzt und bietet viel realistischere und taktischere Schlachten. Wie Warcraft 3 setzt auch SuM auf ein eingebautes Heldensystem. Zu den Helden stehen einige der neun Gefährten, beispielsweise Aragorn oder Gimli, zur Verfügung. Diese Helden haben, wie aus anderen Spielen bekannt, immer spezielle Fähigkeiten und Attacken, aber natürlich auch ihre speziellen Schwächen. Zusätzlich will EA ein Aufstiegs-System einführen, wo ihr eure Helden gezielt aufleveln könnt und diese dadurch immer stärker werden. Helden spielen in Schlacht um Mittelerde nämlich eine sehr große Rolle. Beispielsweise hat ein Trupp Ritter keine Chance, wenn sie von einen Höhlentroll angegriffen werden, wenn allerdings ein Held anwesend ist, und alleine die Anwesenheit reicht aus, wird der Troll als erstes zu Boden gehen, denn Helden stärken die Moral der Einheiten, von denen es insgesamt ca. 500 geben soll. Von Orks über Uruk-Hais, Olifanten, Trolle bis zum Ents sollen alle aus den Filmen bekannten Einheiten vertreten sein.
Damit die SP Kampagnen nicht langweilig werden, hat EA vor, einen Multiplayer-Part einzubauen, bei dem auch ein Kooperative-Modus enthalten sein soll. Für heutige Spieler ein wichtiger Faktor, denn ein Koop-Modus wird immer wichtiger bei Zockern. Selbst an die Ladezeiten hat EA gedacht. Die nächste Mission wird während des Spielens bereits geladen und deshalb schrumpft die Ladezeit zwischen den einzelnen Missionen auf ca. 10 Sekunden. In wieweit EA die oben genannten Features umsetzt, steht natürlich in den Sternen.